Project Debug: Darum will Google jetzt über 32 Millionen Mücken freisetzen – eine alte Idee nimmt Fahrt auf
Google ist in sehr vielen Geschäftsbereichen unterwegs und schreckt sowohl mit dem Mutterkonzern als auch in Eigenregie bekanntlich nicht vor Moonshot-Projekten zurück, die nicht viel mit dem Kerngeschäft zu tun haben. Jetzt hat man im Rahmen des Project Debug das Vorhaben angekündigt, bis zu 32 Millionen Mücken in zwei US-Bundesstaaten freisetzen zu wollen. Was schon beim Lesen Juckreiz verursacht, hat einen ernsten Hintergrund.
Google und die Google-Mutter Alphabet sind bekannt für ihre Moonshot-Projekte, die nicht viel mit dem ursprünglichen Kerngeschäft zu tun haben und neue Geschäftsbereiche erschließen sollen. Jetzt hat man gemeinsam mit der Google-Schwester Verily das Project Debug erneut angekündigt. Wem das bekannt vorkommt, der hat ein gutes Gedächtnis, denn tatsächlich wurde das Projekt Debug schon 2017 erstmals angekündigt und scheint seit dem wohl pausiert gewesen zu sein. Selbst die Webseite und der Ankündigungstext haben sich praktisch nicht verändert.
Was ist das Project Debug?
Im Rahmen dieses Projekts hat Google den Plan, ganze 32 Millionen Mücken freizusetzen, die in den Bundesstaaten Florida und Kalifornien herumfliegen sollen. Damit will man aber nicht etwa die Bevölkerung ärgern, sondern ein ernsthaftes Problem angehen. Man spricht davon, dass man „böse Insekten“ mit „guten Insekten“ bekämpfen möchte – und das völlig schadlos für Mensch und Tier. Tatsächlich ist es wohl so, dass weltweit kein Tier so viele Menschen tötet wie die Mücke, zumindest indirekt durch die Übertragung von Krankheiten.
Bei der auszusetzenden Mücken-Popuplation handelt es sich ausschließlich um Männchen, die ein spezielles Bakterium in sich tragen. Paaren sich die Männchen mit den bereits in der Natur lebenden Weibchen, werden die Eier nicht befruchtet und es entsteht kein neuees Mücken-Leben. Es wird also keine einzige Mücke getötet, sondern es werden einfach weniger geboren. Sehr viel weniger.
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Beruhigend ist es auch zu wissen, dass Google Verily nur Männchen aussetzen will. Dazu muss man wissen, dass nur weibliche Mücken stechen und somit zunächst kein Anstieg an Mückenstichen befürchtet werden muss. Alphabet, Verily und Google arbeiten für dieses Projekt seit vielen Jahren mit den Behörden zusammen und haben jetzt entsprechende Anträge zur Freilassung der 32 Millionen Mücken in Kalifornien und Florida eingerichtet.
Es geht nicht in erster Linie darum, die wachsende Mückenplage einzudämmen – auch wenn viele Menschen dafür sicherlich dankbar wären – sondern vor allem um die Verbreitung von Krankheiten durch Mücken deutlich herunterzufahren. Sollte das Projekt erfolgreich sein, wovon aufgrund der Erfahrungen anderer Länder auszugehen ist, will man so etwa in vielen weiteren Städten und Ländern einsetzen – was sicherlich ein lukratives Geschäftsmodell werden könnte.
Die Google-Schwester Verily hat großen Aufwand für dieses Projekt betrieben und unter anderem eine Maschine entwickelt, die Mücken nach Geschlecht sortieren und automatisiert freilassen kann. In einigen anderen Ländern hat man damit bereits sehr gute Erfahrungen gemacht und die über Mückenstiche übertragenen Krankheiten deutlich eingedämmt.
» Alle Informationen bei Projekt Debug
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