Project Debug: Google-Schwester Verily bekämpft böse Mücken mit 20 Millionen guten Mücken [Video]

alphabet 

In den letzten gut 20 Jahren hat Google viele Probleme gelöst und ist aus der Internetwelt kaum noch wegzudenken. Auch die weiteren Alphabet-Unternehmen und Google-Schwestern widmen sich großen Projekten und wollen drängende Probleme lösen bzw. das Leben angenehmer machen. Jetzt hat Verily den Start eines Projekts verkündet, mit dem man die Verbreitung von Mücken eindämmen möchte.


Es gibt bekannte Alphabet-Töchter wie Google, Waymo oder auch Nest, und es gibt die zweite Riege, die noch nicht ganz so sehr im Vordergrund steht. Zu dieser Kategorie gehört unter anderem auch Verily, das sich nicht weniger als die Erforschung der Perfekten Gesundheit des Menschen auf die Fahnen geschrieben hat. Um diese zu erreichen, möchte man auch einen häufigen Verbreitungsweg von Krankheiten eingrenzen.

bad bugs good bugs

Die Alphabet-Tochter Verily hat nun das neue Projekt Debug gestartet, und beschreibt dies damit, dass man die „bösen Insekten“ mit den „guten Insekten“ bekämpfen möchte. Mit Insekten sind in diesem Fall Stechmücken gemeint, bei denen es sich um die gefährlichste Tierart der Welt handelt. Weltweit töten Mücken so viele Menschen wie alle anderen Tiere zusammen – zumindest indirekt. Natürlich kann die Mücke keinen Menschen direkt töten, aber sie überträgt gefährliche Viren und wird vom Menschen häufig auch kaum wahrgenommen – erst wenn es zu spät ist.

Das Projekt Debug wird nun im Laufe der nächsten Monate 20 Millionen mit einem Bakterium infizierte Mücken in einer kalifornischen Stadt aussetzen, mit denen die Mücken-Population auf natürliche Weise eingeschränkt werden sollen. Das in den Männchen enthaltene Bakterium sorgt dafür, dass die Eier der Weibchen nicht befruchtet werden und so keine neuen Mücken schlüpfen können. Es werden also keine Mücken direkt getötet, sondern lediglich deutlich weniger geboren.

debug fresno

Um keinen zu großen Schwung in die Natur zu lassen, werden die 20 Millionen Mücken im Laufe der nächsten 20 Wochen ausgesetzt, so dass jede Woche 1 Million neue Mücken dazu kommen. Im Laufe der Monate soll die Population dadurch dann tatsächlich eingeschränkt werden.



Die neuen Mücken werden laut dem Projekt nicht dafür sorgen, dass die Menschen nun viele Millionen neuen Mückenstiche befürchten müssen: Es werden nur Männchen ausgesetzt, die nicht beißen bzw. stechen. Für das Projekt arbeitet Alphabet natürlich mit den lokalen Behörden zusammen, denn natürlich handelt es sich dabei um einen großen Eingriff in die Natur – auch wenn Mücken nicht unbedingt als Nutztiere eingestuft werden können.

In erster Linie geht es dem Projekt aber nicht darum, die Mückenplagen einzudämmen, sondern vor allem die Verbreitung von Krankheiten über Mücken einzuschränken. Ähnliche Projekte gab es schon in vielen Ländern, unter anderem auch in Deutschland, doch bisher haben sie offenbar nie zum Erfolg geführt. Sollte das Projekt von Verily erfolgreich sein, möchte man es im Laufe der nächsten Jahre in vielen anderen Städten wiederholen und so die weltweite Mücken-Population langsam aber sicher senken.

Wirklich ein interessantes Projekt, für das Verily sogar Maschinen entwickelt hat, mit denen Mücken automatisch nach Geschlecht sortiert werden und in die Freiheit entlassen werden können. Wir dürfen auf die Auswertung des Projekts gespannt sein, und können vielleicht darauf hoffen dass uns Alphabet in Zukunft mit etwas weniger Mückenstichen von der Grillparty kommen lässt.

» Alle Informationen bei Projekt Debug

[9to5Google]

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