Sind wir zu abhängig von Google? Horrorszenario hätte wohl schwere Auswirkungen auf unseren digitalen Alltag

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Der digitale Alltag vieler Menschen wird von den großen US-Techkonzernen dominiert, die eine solche Marktmacht erreicht haben, dass sie zumindest kurzfristig praktisch nicht zu ersetzen sind. Zu diesen Unternehmen gehört ohne Frage auch Google, das sowohl im privaten Bereich als auch im Businessumfeld enorm tief verwurzelt ist. Die Sorge vor dieser eingeschlichenen Abhängigkeit wird derweil immer größer.


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Für viele Menschen stehen die USA auf der Seite der Guten, sind ein verlässlicher Partner und daher auch wohlgesonnener Lieferant und Abnehmer von Technologien. Faktisch hat sich daran bisher nichts geändert, doch die Beziehungen bröckeln, die Drohgebärden werden ernster und es muss jederzeit mit einem „Horrorszenario“ gerechnet werden, das vor einiger Zeit nicht einmal vorstellbar gewesen ist. Denn die Globalisierung hat vor allem im Techbereich zu einer extremen US-Dominanz geführt.

Ich hatte hier im Blog schon vor zwei Wochen die rhetorische Frage gestellt, ob wir zu abhängig sind von Google – damals aus aktuellem Anlass rund um „ein großes Stück Eis“. Wenige Tage später scheint man auch in der EU aufgewacht zu sein, denn in Brüssel werden mittlerweile Notfallpläne und Maßnahmen für den Fall der Fälle ausgearbeitet. Man spricht ganz konkret von einem digitalen Horrorszenario, das man mittlerweile nicht mehr ausschließen kann.

Die Antwort auf meine Frage kann eigentlich nur lauten: JA. Wir sind alle viel zu sehr abhängig von Google, sowohl in unserem digitalen Alltag als auch in der Freizeit, am Arbeitsplatz und bei allen anderen Dingen, in denen Bits und Bytes unterwegs sind. Das gilt freilich nicht nur für Google, sondern auch für die anderen Techgiganten, doch um diese soll es hier nicht gehen. Jeder kann selbst seinen digitalen Alltag durchdenken oder einen Blick hinter die Kulissen der genutzten Dienste und Webseiten werfen. Die Chance ist hoch, dass der Traffic oder die Monetarisierung über einen US-Dienst läuft.




Endnutzer haben kaum eine andere Möglichkeit
Selbst, wer vollständig auf US-Dienste verzichten möchte, kann das gar nicht so leicht umsetzen. Das beginnt schon bei den Betriebssystemen, die fest in US-Hand sind. Google und Apple dominieren den Smartphone-Markt – welche ernsthafte und nicht deutlich einschränkende Alternative gibt es neben Android und iOS? Am Desktop sieht es nicht besser aus, denn wir haben die Wahl zwischen Windows, MacOS oder ChromeOS. Microsoft, Apple, Google. Natürlich gibt es Linux, dessen große Varianten allerdings ebenfalls in US-Hand sind oder zumindest US-Infrastruktur nutzen.

Weiter geht es bei den Apps für den privaten Bereich und den Arbeitsplatz. Google und Microsoft sind hier sehr gut aufgestellt und haben eigene Standards sowie Schnittstellen geschaffen, auf die im Alltag kaum verzichtet werden kann. Auch Apps von europäischen Anbietern sind oftmals nur über US-Quellen zu beziehen, laufen über US-Clouds oder deren Dienstleistungen. Die Abhängigkeit könnte kaum größer sein. Und mit der KI-Welle werden wir völlig überrannt, dringen die US-Dienste in viele Bereiche des Lebens und des Arbeitsalltags ein.

Das große Problem ist aber nicht nur die Dominanz von Google und Co, sondern auch die fehlenden Alternativen. Selbst wenn die Nutzer wollten, gibt es keinen echten unabhängigen Ersatz, der in Funktionsumfang und Infrastruktur irgendetwas auffangen könnte. Zwar kommt langsam etwas ins Rollen, doch bevor man von einer echten Unabhängigkeit sprechen kann, werden auch in den USA noch viele Wahlen geschlagen werden…

» Abhängigkeit von Google und Co: Europa wappnet sich gegen ‚Horrorszenario‘ der Infrastruktur-Abschatlung

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