Android XR: Die ersten Smart Glasses starten bald – Google zeigt Brillen, Technik und Oberflächen (Galerie)

android 

Wir erwarten schon für die nächsten Wochen die Präsentation der ersten Android XR Smart Glasses, die sowohl von Google mit Hardware-Partnern als auch von Drittanbietern starten sollen. Weil die Schlagzahl der Leaks zuletzt zugenommen hat, wollen wir uns die smarten Brillen und deren Funktionalität noch einmal im Detail anschauen. Hier findet ihr alle Infos zur neuen Geräteklasse mit Android-Power.


android xr glass wired

Den Smart Glasses wird eine goldene Zukunft attestiert – das allerdings schon seit mindestens zehn Jahren und ohne bisher nennenswerte Zwischenerfolge. Doch das soll sich ändern, denn sowohl Google als auch die großen Hersteller haben sich sehr viel Zeit gelassen, viel experimentiert und auch die notwendigen Technologien reifen lassen. In diesem Jahr, vielleicht schon im kommenden Monat, wollen Google und Partner die ersten smarten Brillen auf den Markt bringen.

Google hat schon vor langer Zeit einen strengen Anforderungskatalog aufgestellt, der von allen Herstellern erfüllt werden muss, wenn sie Android XR verwenden und offiziell lizenzieren möchten. Dazu gehören neben den reinen Systemanforderungen auch der grobe Aufbau, die Interaktionsmöglichkeiten, die notwendigen Buttons, Kamera, Sensoren und LEDs und noch einiges mehr. Erneut soll ein standardisiertes Produkt geschaffen werden, so wie man das vor Jahren mit Smartphones, Tablets, Smart TV-Fernbedienungen und anderen Geräteklassen getan hat.

Aber auch im Software- und KI-Bereich hat sich Google bereits in die Karten blicken lassen, sodass wir euch die Android XR Oberflächen schon ausführlich zeigen konnten. Dazu gehören die allgemeine Umsetzung, die Interaktionsmöglichkeiten und die Nutzerschnittstellen. Kürzlich haben wir euch außerdem die drei geplanten Android XR Smart Glasses gezeigt. In diesem Artikel zeigen wir euch die Bedienelemente, Touchgesten und mehr.




Aufbau der Smart Glasses

android xr brillen buttons

Die Vorgaben beginnen schon bei der absoluten Grundlage der Smart Glasses: Es muss sich um eine Brille handeln, die mit den technischen Komponenten ausgerüstet ist: Sprich: Ein Glas vor jedem Auge, zwei Bügel über den Ohren und die Brille sitzt auf der Nase. Anders ist es als „Glass“ auch gar nicht denkbar, aber dennoch gehört das zu den Grundanforderungen. Google legt auch fest, dass die Brille leicht abnehmbar sein muss und kein Nackenpolster oder Ähnliches als Befestigung verwendet werden darf. Klar, sonst wäre es ein Headset und keine Brille.

Jede Brille muss über zwei Bügel sowie über die zwei Gläser vor den Augen verfügen. Wie diese ausgeführt und verbunden werden, ist Sache des Herstellers. Um die Bedienung zu vereinheitlichen, hat Google sehr konkrete Anforderungen an die Hardware-Tasten und Schaltflächen: Im rechten Bügel muss ein seitliches Touchpad integriert sein, am unteren Rand des Bügels ein Power-Button und am oberen Rand ein Kamera-Button für die Aufnahme von Fotos und Videos. Handelt es sich um ein Gerät mit Display im Brillenglas, muss es außerdem einen Button zum Umschalten bzw. Abschalten des Displays geben.

Zu guter Letzt müssen alle Brillen über zwei Status-LEDs verfügen: Eine vom Träger sichtbare LED auf der Innenseite der Brille und eine zweite auf der Außenseite, die von allen andere Personen gesehen werden kann. Mehr dazu am Ende des Artikels.

» So werden die Android XR-Brillen aufgebaut sein

Touchgesten

Das Touchpad ist das primäre physische Bedienelement, das die Nutzer mit der Oberfläche interagieren lässt – zusätzlich zur Sprachsteuerung. Die folgenden Spezifikationen wurden von Google veröffentlicht und zeigen, wie das recht simple Konzept funktioniert. Wir haben euch erst vor wenigen Tagen die Android XR Gesten im Einsatz bei Samsung galaxy Glass gezeigt.

  • Tippen: Play / Pause / Bestätigen
  • Tippen & halten: Gemini starten
  • Swipe (Audio): Vor / Zurück / Dismiss
  • Swipe (Display): Navigation in der Oberfläche
  • Swipe mit zwei Finger: Lautstärke verändern
  • Swipe nach unten (Display): Zurück zum Homescreen oder zurück innerhalb einer App

» So funktionieren die Touchgesten auf den Android XR Smart Glasses




Das ist die Android XR-Oberfläche

android xr homescreen

Google setzt bei der Oberfläche vor den Augen der Nutzer auf hohe Transparenz. Das soll dafür sorgen, dass sich die Nutzer nicht überfordert fühlen und gleichzeitig nicht zu stark abtauchen. Viele Informationen werden nur am unteren Rand eingeblendet und besitzen durchgängig transparenter Hintergründe. Interagiert der Nutzer mit einem Element, wird das Bild der Umgebung erst langsam verschwimmen. Das kostet zwar Wartezeit, dürfte aber umfangreich getestet worden sein. Dadurch wird der Nutzer nicht erschreckt und kann sich darauf vorbereiten, abzutauchen.

» Das sind die Oberflächen der Android XR Smart Glasses

android xr app 2

Wir haben euch hier im Blog schon viele Screenshots und Aufnahmen gezeigt, um die schwebenden Elemente etwas näherzubringen. Häufig gibt es ein kleines Element, das sich nach der Auswahl durch den Nutzer vergrößert und mehr Informationen freigeben sowie eine Standardaktion auslösen kann.

» Das sind die Apps und Benachrichtigungen der Android XR Smart Glasses

Damit sich Nutzer bei einer eingehenden Benachrichtigung nicht erschrecken, setzt man auf Verzögerungen und dezent ansteigende Animationen, so wie ihr das im obigen Video sehen könnt. Erst nach dieser Wartezeit beginnt der Übergang zwischen dem Sichtfeld des Nutzers und den Informationen. Das soll dem Nutzer die Zeit geben, die Aufmerksamkeit auf die kommende Information zu richten. Im verlinkten Artikel gibt es dazu weitere Informationen.

» So sehen die transparenten und dezenten Einblendungen der Android XR Smart Glasses aus




Privatsphäre und Sicherheit

android xr brillen

Die Privatsphäre ist einer der wichtigsten Bereiche der Smart Glasses und war damals maßgeblich dafür verantwortlich, dass Google Glass und folgende Geräte gescheitert sind. Die Nutzergruppe, die die Privatsphäre nicht respektiert und überall mit der Brille filmen musste, wurde „Glassholes“ getauft. Heute sieht es mit verschärftem Datenschutz zwar ähnlich aus und die grundsätzliche Befürchtung wird bleiben, aber Googles Entwickler haben sich eine zuverlässige Sicherheitslösung überlegt.

Sowohl der Träger selbst als auch die umstehenden Menschen sollen mit einer ständig sichtbaren Status-LED darüber informiert werden, ob aktiv Audio oder Video aufgenommen wird. Welche Informationen konkret mit welcher Farbe verbunden sind, hat man bisher noch nicht verraten und ist auch in den Demovideos nicht zu sehen. Ich könnte mir vorstellen, dass Weiß für Standby steht, Rot für eine Videoaufnahme und Blau für eine Audio-Aufnahme. Vielleicht wäre auch Grün für eine Interaktion durch den Nutzer interessant, sodass die umstehende Person weiß, dass der Träger gerade abgelenkt sein könnte.

Dieselbe Status-LED soll es auf der Innenseite geben, sodass auch der Träger den aktuellen Stand stets im Blick hat.

» Mit diesen Status-LEDs will man die Glassholes verhindern

» Samsung Galaxy Glasses: Neuer Leak zeigt die ersten Android XR-Brillen – viele Funktionen im Detail (Videos)

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