Android: Huawei könnte aus dem Smartphone-Markt aussteigen – Worst-Case-Fall wegen fehlender Chips

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Vor wenigen Monaten gab es einen überraschenden Wechsel an der Smartphone-Spitze, der aber vermutlich nicht von Dauer sein wird: Huawei ist trotz US-Bann zum weltgrößten Smartphone-Hersteller aufgestiegen, könnte im schlimmsten Fall aber schon bald aus der Smartphone-Produktion aussteigen. Auch wenn es derzeit kaum vorstellbar ist, ist dieses Szenario nicht undenkbar und könnte vieles durcheinanderwürfeln.


Vor knapp eineinhalb Jahren wurde Huawei mit dem US-Bann belegt, der zwar riesige Auswirkungen hat, von dem sich das Unternehmen aber dennoch unbeeindruckt zeigte. Der Höhenflug ging weiter, es wurde die seit einigen Jahren angepeilte Marktführerschaft erreicht und fast genauso weitergemacht wie zuvor. Doch nun drohen Probleme, die man nicht ohne weiteres lösen können wird und das Unternehmen in ernste Probleme bringt.

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Kürzlich ist die letzte US-Ausnahmegenehmigung ausgelaufen, die es US-Unternehmen ermöglichte, die Geschäftsbeziehungen mit Huawei für bestehende Produkte weiter aufrechtzuerhalten. Weil diese nun ausgelaufen ist, sind endgültig alle Verbindungen gekappt, sodass Huawei keinerlei Komponenten mehr beziehen darf. Das führt zu einer sehr unklaren Situation rund um das nächste Android-Update, aber auch bei den Hardware-Lieferanten.

Weil alle größeren Chip-Lieferanten in den USA sitzen oder unter US-Lizenzen produzieren lassen, kann Huawei derzeit keine SoCs für Smartphones beziehen. Zwar soll sich das Unternehmen einen großen Vorrat aufgebaut haben, aber der hält natürlich nicht ewig und entwickelt sich nicht weiter. Das ist ein Problem, das derzeit ungelöst ist und somit die Zukunft der Smartphone-Sparte auf eine harte Probe stellt.

Chinesische Eigenentwicklungen werden langfristig nicht auf sich warten lassen, aber bis es soweit ist, würde Huawei erst einmal vom Smartphone-Markt verschwinden müssen. Prozessoren auf höchstem Niveau, wie sie Huawei benötigt, entwickeln sich nicht über Nacht. Und genau dieses Szenario hält ein etablierter Beobachter für nicht unwahrscheinlich.

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The best-case scenario is Huawei’s market share decreases, the worst-case scenario is Huawei exits the mobile phone market and Apple, Oppo, Vivo, and Xiaomi are expected to increase their market share.

Ein Ausstieg von Huawei aus dem Smartphone-Markt klingt im ersten Moment unrealistisch, aber das dachten wir Anfang 2019 auch über einen dauerhaften US-Bann. Wenn es keine neue Ausnahmegenehmigung gibt oder der Bann überraschend aufgehoben wird (vielleicht hat die US-Wahl großen Einfluss?), könnte ein Ausstieg fast alternativlos bleiben. Den Verlust spezieller Komponenten konnte man verkraften, genauso wie den Verlust der Google-Dienste, die auf dem chinesischen Markt ohnehin nicht benötigt werden. Doch ganz ohne Komponenten wird es kaum gehen.

Soweit sind wir natürlich noch lange nicht, doch wenn es dazu kommen sollte, könnten sich die Marktanteile sehr drastisch verschieben. Interessanterweise sieht der Analyst Ming-Chi Kuo, der den Ausstieg von Huawei als Worst-Case-Szenario prognostiziert, nur die weiteren chinesischen Unternehmen als Profiteure – aber nicht Samsung. Apple als einziges ausländisches Unternehmen stößt in die Premium-Kerbe, die Huawei im chinesischen Markt hinterlassen könnte.

Ganz egal wie das Thema ausgehen wird, bleibt es auf dem Smartphone-Markt sehr spannend. In Europa ist Huawei (derzeit) für viele Käufer ohnehin wegen der fehlenden Google-Dienste gestorben. Eine weitere große Verschiebung im europäischen Markt ist demnach eher nicht zu erwarten.

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[CN TechPost]




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