Fitbit & Wear OS: Es geht nur um die Smartwatches – Google will Nutzerdaten nicht für Werbung verwenden

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Google hat Ende 2019 die Übernahme von Fitbit angekündigt und möchte mit dem Smartwatch- und Fitnesstracker-Hersteller das eigene Wearable-Geschäft wieder in Schwung bringen. Allerdings ist die Übernahme noch immer nicht durch und wird nach wie vor den Regulierungsbehörden rund um die Welt kritisch beäugt – auch in der EU. Jetzt hat Google in einem Statement erneut bekräftigt, nur an der Hardware und Software interessiert zu sein.


Aktuell gibt es viele Neuigkeiten rund um die Google-Hardware, die uns in den nächsten Wochen und Monaten erwartet: Seit gestern Nachmittag sind die Pixel Buds 2 in Deutschland erhältlich, Anfang August dürfte das Pixel 4a endlich vorgestellt werden und sogar vom kommenden Google Nest Smart Speaker gibt es bereits Informationen. Google selbst hat Informationen und Bilder zum Google Nest Smart Speaker veröffentlicht. Von Fitbit werden wir so schnell aber wohl nichts hören.

fitbit

Das hat sich Google sicherlich anders vorgestellt, denn die Fitbit-Übernahme zieht sich weiter. Schon seit Monaten beäugen die Regulierungsbehörden in vielen Ländern die Übernahme und erst kürzlich haben mehrere Interessensgruppen einen zweiten Blick vor dem Durchwinken der Übernahme gefordert – was natürlich auch in der EU angekommen ist. Dabei geht es weniger um die Marktmacht, sondern viel mehr um die Nutzerdaten, die von Google verwendet werden könnten.

This deal is about devices, not data. We appreciate the opportunity to work with the European Commission on an approach that safeguards consumers’ expectations that Fitbit device data won’t be used for advertising.

Jetzt hat das Unternehmen erneut bekräftigt, kein großes Interesse an den Nutzerdaten zu haben und wenn nötig das Versprechen abzugeben, diese nicht für das eigene Werbenetzwerk zu verwenden. Das hatte Google in der Vergangenheit bereits mehrfach mitgeteilt, nun aber noch einmal unterstrichen. Weil es um Gesundheitsdaten geht, sind die Behörden an dieser Stelle besonders wachsam und wollen den Deal, der Googles Marktmacht zwar vergrößert aber nicht unbedingt besorgniserregend wachsen lässt, nicht einfach so durchwinken.

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Schlussendlich dürfte Google die Übernahme durchführen können und das Versprechen abgeben, die Gesundheitsdaten der Nutzer weder jetzt noch in Zukunft für das Werbenetzwerk zu verwenden. Dieses Versprechen sollte eigentlich kein großes Problem sein, denn Google sammelt schon seit Jahren solche Daten über die Google Fit-Plattform. Auch diese Daten werden nicht zur Profilbildung verwendet und Fit ist nach wie vor frei von Werbung. Warum sollte sich das mit Fitbit ändern?

Die große Frage ist natürlich, ob eine mögliche Vereinbarung nur für die bereits gesammelten Nutzerdaten gelten würde oder auch in die Zukunft greift. Es hat sich gerade erst gezeigt, dass Google an alten Daten kein Interesse hat und ohnehin nur neue Daten verwenden würde. Durch eine enge Integration der Wearable-Produkte in das Google-Ökosystem würde ziemlich sicher in Zukunft die Frage aufkommen, ab wann man von der Verwendung der Nutzerdaten reden kann. Aber das müssen die Behörden jetzt und vermutlich in einigen Jahren dann die Gerichte klären.

Fraglich bleibt, warum die Behörden gerade bei dieser Übernahme so große Bedenken haben, mal ganz abseits von den Nutzerdaten. Google spielt im Wearable-Markt derzeit keine Rolle und auch Fitbit steht bei gerade einmal drei Prozent Marktanteil.

Erst vor wenigen Tagen hat Google die Übernahme von North angekündigt, mit dem sich das Wearable-Portfolio dann auch auf Smart Glasses ausweiten würde.

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[Reuters]


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comment 1 Kommentare zum Thema "Fitbit & Wear OS: Es geht nur um die Smartwatches – Google will Nutzerdaten nicht für Werbung verwenden"

  • Blöde Frage: Wie wurde das eigentlich bei Apple’s Uhr geregelt. Das wurde für den Laien ohne großes Tam Tam „eiinfach so“ durchgewunken.

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