Chrome OS: Google ersetzt native Android-Apps durch Progressive Web Apps – ohne Wissen der Nutzer

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Google konzentriert sich zunehmend wieder auf die Entwicklung von Web Apps, die vor allem durch die Progressive Web Apps stark an Bedeutung gewinnen werden und eines Tages die nativen Apps ersetzen sollen. Im Betriebssystem Chrome OS hat nun damit begonnen, die nativen Android-Apps durch Progressive Web Apps zu ersetzen, ohne dass der Nutzer darüber informiert wird oder dies verhindern kann.


Die App-Schwerpunkte haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten mehrfach verschoben: Erst sind alle Desktop-Anwendungen zunehmen in den Browser gewandert und wurden als Web-App umgesetzt. Auf dem Smartphone gab es die umgekehrte Entwicklung, denn gefühlt jede zweite Webseite besaß auch eine eigene Android-App. Jetzt sind die Technologien auf allen Plattformen so weit fortgeschritten, dass es mit den Progressive Web Apps zur Vereinheitlichung kommt und das beste aus allen Welten zusammengeführt wird.

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Im Betriebssystem Chrome OS hat Google nun damit begonnen, die ersten nativen Android-Apps durch Progressive Web Apps zu ersetzen – und zwar vollständig. Die von den Nutzern auf dem Chromebook installierten Android-Apps werden automatisch durch PWAs ersetzt, der Download neuer Apps über den Play Store installiert automatisch die Progressive Web Apps – was im Play Store noch ein Novum ist – und der Nutzer hat keinerlei Möglichkeit, dies zu unterbinden.

Derzeit sind nur die Apps von Twitter und YouTube TV betroffen, in Zukunft werden es aber wohl noch viele weitere sein – wobei die Rahmenbedingungen aktuell noch vollkommen unklar sind. Obiger Tweet des technischen Direktors von Chrome OS kommt einer Bestätigung gleich, die noch dazu zeigt, in welche Richtung sich das Betriebssystem und auch die Apps im Play Store in Zukunft entwickeln werden. Grundsätzlich dürften sich sicherlich weit über 95 Prozent aller Android-Apps schon heute als PWA umsetzen lassen.



Mit diesem ersten Vorstoß wird Google den Progressive Web Apps einen wichtigen Schub geben, der spätestens bei der Umsetzung des Gleichen Vorgangs auf den Android-Smartphones zur Rakete wird. Weil die Progressive Web Apps mittlerweile tief in die Betriebssysteme integriert sind, wird der Nutzer es im besten Fall gar nicht bemerken, ob er eine native App oder eine Progressive Web App verwendet. Eine Internetverbindung ist ohnehin heute in nahezu allen Apps vorausgesetzt. Und falls nicht, ist die Offline-Nutzung von Web Apps heute auch kein Hexenwerk mehr.

Progressive Web Apps bringen den Vorteil mit, dass sie auf allen Plattformen nutzbar sind und durch die Ausführung im Browser kaum Anpassungen benötigen. Für Entwickler sinkt der Aufwand für solche Apps sehr signifikant – und das bei einer deutlich höheren Reichweite. Die Nutzer profitieren davon, dass die PWAs sehr viel weniger Platz einnehmen, durch die vom Browser bereitgestellte Infrastruktur weniger Rechenaufwand bedeuten und auch detaillierter zu kontrollieren sind.

Wir dürfen gespannt sein, wie diese Entwicklung in Zukunft weitergeht, vielleicht wird 2020 schon das große Jahr der PWAs. Kein Wunder, dass gerade erst die YouTube Web-App angepasst wurde, die potenziell ebenfalls bis auf wenige Ausnahmen die native App ersetzen könnte. Dass Google weiterhin den Play Store als Vehikel zur Installation der Apps nutzt, zeigt, dass sich auch dieser wandeln wird.


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