Google des Tages: GIF

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Google des Tages: GIF (2.160.000.000)
Heute vor genau 30 Jahren, am 15. Juni 1987, wurde eines der bis heute populärsten Bildformate veröffentlicht und erstmals verwendet. Das GIF-Format (Graphics Interchange Format) hat schon eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich und ist heute beliebter denn je – und das, obwohl es sich eigentlich selbst schon längst überlebt hat.


Totgesagte leben länger – diese Aussage passt wohl auf kaum ein Dateiformat so gut wie auf das GIF. Während sich die lustigen kleinen Animationen in den Boomjahren des Web in der Mitte der 90er großer Beliebtheit erfreuten und auf keiner persönlichen Homepage fehlen durften, ging es anschließend steil bergab. In den 2000ern waren die blinkenden und auch meist sehr lästigen Symbole verschrien und waren sogar ein Ausschlusskriterium zum Besuch einer Webseite.

happy birthday gif

Doch nach dem ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends feierte das GIF-Format plötzlich wieder ein großes Comeback und ist heute lebendiger und verbreiteter denn je. Während damals noch kleine Icons verwendet wurde, beherbergt das Format heute vor allem lustige kurze Animationen und kommt vor allem für Memes zum Einsatz. Seitdem das Format auch bei Twitter und in den diversen Social Networks so wie Messengern unterstützt wird, ist es eigentlich kaum noch wegzudenken.

via GIPHY



Kurz zur Geschichte des GIF:

Das von Steve Wilhite entwickelte GIF wurde 1987 von dem US-Online-Dienst CompuServe als Farbformat eingeführt, um das vorher benutzte RLE-Format zu ersetzen, das nur Schwarzweißbilder darstellen konnte. GIF wurde vor allem wegen seiner effizienten Kompression LZW populär. Die entstandenen Bilddateien benötigten deutlich weniger Speicherplatz als andere zu der Zeit übliche Grafikformate wie PCX oder MacPaint. Selbst große Bilder konnten so in vernünftiger Zeit übertragen werden, auch mit langsamen Modems. Zudem ermöglichte die offene Lizenz-Politik von CompuServe jedem Programmierer, GIF für eigene Anwendungen kostenlos zu implementieren, sofern dieser einen Hinweis auf das Urheberrecht des Online-Dienstes anbrachte.
 
Als das Internetzeitalter begann, war GIF neben dem Schwarz-Weiß-Bildformat XBM das zweite Standardformat für Bilder. Das heute dominierende JPEG-Format wurde erst nach der Einführung des Mosaic-Browsers üblich. Während das XBM-Format vollständig verdrängt wurde, konnte sich GIF behaupten, weil es – im Gegensatz zu JPEG – Transparenz und Animationen erlaubt.
 
Die erste 1987 herausgebrachte GIF-Version war die Version „87a“. Im Jahr 1989 veröffentlichte CompuServe eine erweiterte Version, die „89a“ genannt wird. Man kann die Version an den ersten sechs Bytes einer GIF-Datei erkennen. Diese entsprechen entweder den ASCII-Zeichen GIF87a oder GIF89a.

Insbesondere Netscape-Browser hat dem Format zum Durchbruch verholfen, in dem es die Unterstützung für dieses Format integrierte und ihm eine bis heute sehr wichtige Möglichkeit beibrachte: Das Abspielen der Animationen in einer Schleife. Während es damals noch explizit aktiviert werden musste, ist das Abspielen in Dauerschleife heute Standard und ist ziemlich grundlegend für den Erfolg des Formats.

Als Hauptgrund für das Comeback des Formats werden vor allem Portale wie tumblr oder auch 4chan gesehen, in denen die kurzen Animationen genau ihren Platz zwischen Bildern und Videos gefunden haben. Insbesondere für 2-3 sekündige Animationen ist ein Video zu viel des Guten und ein Bild eben nicht ausreichend – außerdem war das Format noch immer entsprechend verbreitet und wurde von vielen Apps und Browsern unterstützt.



Auch Google hat die GIFs mittlerweile wieder für sich entdeckt und unterstützt diese in vielen eigenen Apps. Das Gboard hat sogar eine eigene GIF-Suche und kann diese in vielen Apps einfügen, wodurch auch die Verbreitung auf dem Smartphone noch einmal an Fahrt gewonnen hat. Erst vor kurzem hat Google auch das Tool Data GIF Maker veröffentlicht, mit dem sich sogar simple Infografiken in diesem Format erstellen lassen.

Verwunderlich ist die neue Verbreitung der GIFs vor allem deswegen, weil es längst geeignetere Formate gibt, die eine deutlich bessere Qualität haben und auch weniger Speicherplatz in Anspruch nehmen – aber dennoch ist ein Ende der neuen GIF-Revolution nicht absehbar. Heute gibt es sogar wieder Portale wie Giphy, die sich durch das Hosting dieser Animationen eine goldene Nase verdienen und wohl mittlerweile zu den meistbesuchten Webseiten gehören.

Bei heise gibt es einen sehr schönen und ausführlichen Artikel rund um das GIF-Format und dessen Geburtstag. Dort finden sich dann auch noch einige weitere Animationen, die vor allem auch an die Anfangstage des Webs erinnern. Wer schon etwas länger im Web dabei ist, wird vielleicht einige Perlen wiederfinden 🙂

» GWB: Alle Artikel rund um das GIF-Format

[heise]

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