Google, Facebook, Apple & Co. stellen sich gegen die Erneuerung des USA PATRIOT ACT

google 

In den letzten Jahren haben die USA ihre weltweite Spionage und die Forderung auf der Herausgabe von Daten auch von Unternehmen außerhalb der USA mit dem PATRIOT ACT gerechtfertigt. Mit diesem Gesetz hatte man sich kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eiligst die Grundlage für den Vollzugriff geschaffen und hat all dies unter dem Deckmantel des Heimatschutzes versteckt. Jetzt möchte die großen IT-Unternehmen der USA, darunter Google, erreichen dass dieses Gesetz nicht weiter verlängert wird.


Eingeführt wurde der PATRIOT ACT am 25. Oktober 2001 von Präsident George W. Bush. Da die USA und die ganze Welt zu dieser Zeit immer noch unter Schock stand und der von den USA ausgerufene Kampf gegen den Terror gerade erst begonnen hatte, konnte dieses Gesetz schnell durchgewunken werden und fand kaum Kritiker. Doch spätestens seit dem NSA-Skandal weiß die ganze Welt was dieses Gesetz wirklich bedeutet und welchen Einfluss es hat – und dies soll nun gestoppt werden.

Patriot Act

Das Gesetz läuft am 1. Juni diesen Jahres ab und soll, natürlich, verlängert werden – das ganze ist nur eine reine Formsache. Doch nun haben sich die großen IT-Unternehmen der USA zusammen geschlossen und möchten dies verhindern. Trotz des riesigen Einflusses dieser Unternehmen, die mit ihren gigantischen Kundenstämmen nahezu wohl alle US-Bürger erreichen und auch weltweit einen Großteil der Menschen zu ihren Kunden bzw. Mitgliedern zählen, stehen die Chancen eher schlecht. Aber Aufmerksamkeit ist bekanntlich alles und möglicherweise werden sich auch einige Regierungen dieser Forderung anschließen und die USA unter Druck setzen.

Hier der Wortlaut des Briefes:

March 25, 2015
 
We the undersigned represent a wide range of privacy and human rights advocates, technology companies, and trade associations that hold an equally wide range of positions on the issue of surveillance reform. Many of us have differing views on exactly what reforms must be included in any bill reauthorizing USA PATRIOT Act Section 215, which currently serves as the legal basis for the National Security Agency’s bulk collection of telephone metadata and is set to expire on June 1, 2015. That said, our broad, diverse, and bipartisan coalition believes that the status quo is untenable and that it is urgent that Congress move forward with reform.
 
Together, we agree that the following elements are essential to any legislative or Administration effort to reform our nation’s surveillance laws:
 
• There must be a clear, strong, and effective end to bulk collection practices under the USA PATRIOT Act, including under the Section 215 records authority and the Section
 
214 authority regarding pen registers and trap & trace devices. Any collection that does occur under those authorities should have appropriate safeguards in place to protect privacy and users’ rights.
 
• The bill must contain transparency and accountability mechanisms for both government and company reporting, as well as an appropriate declassification regime for Foreign Intelligence Surveillance Court decisions.
 
We believe addressing the above must be a part of any reform package, though there are other reforms that our groups and companies would welcome, and in some cases, believe are essential to any legislation. We also urge Congress to avoid adding new mandates that are controversial and could derail reform efforts.
 
It has been nearly two years since the first news stories revealed the scope of the United States’ surveillance and bulk collection activities. Now is the time to take on meaningful legislative reforms to the nation’s surveillance programs that maintain national security while preserving privacy, transparency, and accountability. We strongly encourage both the White House and Members of Congress to support the above reforms and oppose any efforts to enact any legislation that does not address them.
 
Thank you



Der Brief ging sowohl an Präsident Obama als auch den NSA-Chef und viele weitere Regierungsstellen. Alle Empfänger sind im Originalbrief einzusehen. Eine Antwort darf wohl nicht erwartet werden, die Unternehmen dürften aber in den nächsten Wochen und Monaten wohl weiterhin einigen Druck aufbauen. Bleibt zu hoffen dass sie erfolgreich sein werden.

» Der offene Brief (PDF)

[9to5Google]



Teile diesen Artikel: