YouTube
Google hat anscheinend mittlerweile genug von den andauernden YouTube-Klagen und möchte sich jetzt schlussendlich mit den Rechteinhabern einigen. Dazu möchte Google mal wieder die Kreditkarte zücken und jedem einzelnen der großen Mediennetzwerke 50-100 Millionen Dollar zahlen, wenn diese von weiteren Klagen absehen.Dieses Angebot wurde unter anderem den 3 großen Multis Time Warner, News Corp. und NBC Universal unterbreitet und stellt die Weichen für einen Friedenkurs. Ich glaube zwar nicht dass hier so schnell die Friedenspfeife geraucht wird, aber es immerhin ein erster Schritt in die Richtung einer langen Partnerschaft.100 Millionen Dollar klingen zwar für einen normalsterblichen nach unglaublich viel Geld, aber ich denke auf den zweiten Blick ist es garnicht mehr soviel Geld. Wenn wir uns mal überlegen was solche Multis mit einem einzigen erfolgreichen Film verdienen können, sind die 100 Mio. fast schon Kleingeld. Bei weltweit erfolgreichen TV-Serien die auch noch auf DVD zu haben sind dürften die Verdienste ähnlich hoch liegen. Ich denke also das die Multis ablehnen und mehr Geld sehen wollen.Für mich klingt dieses Angebot wie ein geheimer Hilfeschrei von Google. Ich denke sie haben nicht erwartet dass soviele Klagen auf die Rechtsabteilung zurollen werden, zumal man mit jedem großen Medienunternehmen schon in irgendeiner Partnerschaft steht. Aber mit einmaligen 100 Mio. Dollar werden sich diese Unternehmen niemals abspeisen lassen, dann schon eher 100 Mio. im Jahr...Ich glaube dass Google seeehr sehr viele Jahre brauchen wird bis es das ganze Geld das bisher in YouTube gesteckt wurde wieder raus hat... Shit Happens![Googlified]
Google Earth
Dass die Bilddaten von Google Earth nicht gerade billig sein dürften kann sich sicherlich jeder denken. Wieviel Google nun aber genau für diese Daten hingeblättert hat war bisher ein sehr gut gehütetes Betriebsgeheimnis und wurde stets durch "Kein Kommentar" abgewiegelt. Jetzt hat sich der Chefentwickler von Earth allerdings in einer eMail verplappert und einen Betrag genannt...In einer eMail an den Gaia-Entwickler hat Google Earth-Chef Michael T. Jones durchblicken lassen, dass Google alleine für die Bilddaten von Digital Globe 500 Millionen $ hingeblättert hat. Wer Earth regelmäßig nutzt dürfte allerdings auch wissen dass Google noch von einigen weiteren Anbietern Bilddaten bereit hält, hier dürften ähnliche Summen im Raum stehen.Die eMail von Michael T. Jones:
We have in the past and continue to license very expensive data to make Google Earth and Google Maps products. The terms of the license that we signed include a promise by us to prevent anyone from accessing the data other than through Google software. Violations of this promise (such as Gaia source out in the world) not only cost us money and force the disruption by forced upgrade of 100M+ users as we change protocols, they actually put our entire operation at risk since the data providers loose trust that their data, which they sell directly, is out there for free and could put them out of business. Please understand that the Digital Globe satellite cost about $500M so the data is *very* expensive. We are like an iPod for Earth images. If people could get the music out to play on other platforms then the music companies would not allow Apple access to the music in the first place. This is the situation.
Ich denke anhand dieser Summen dürfte verständlich sein warum Google so empfindlich reagiert wenn jemand versucht diese teuer eingekauften Daten zu verwenden. Außerdem dürfte dann auch vielen Usern die Frage beantwortet werden, warum Google nur so langsam neue Bilddaten dazukauft und vorhandene aktualisiert...» Artikel bei Geekness[Blogoscoped-Forum]
Google France
In Frankreich ist Google jetzt nicht mehr nur die Top-Suchmaschine, sondern auch die Top-Website geworden. Im Oktober 2006 konnte Google Frankreich 16,3 Millionen Besucher anlocken, auf Platz 2 folgt mit 15,4 Millionen Besuchern knapp auf den Fersen Googles Lieblingskonkurrent Microsoft. Und Google möchte alles tun, um diese Top-Position zu halten.Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland sagte:
Wir freuen uns natürlich über das Ergebnis. Wir sind bemüht alle Entwicklungen von Amerika so bald wie möglich nach Europa zu bringen und die Resonanz zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Na das ist doch mal eine gute Idee von Google. Demnächst dürften also alle anderen Dienste auch auf deutsch und vielen weiteren europäischen Sprachen zur Verfügung stehen. Insbesondere im Raum der APIs und den Office-Applikationen sieht es ja da ein bißchen dünn aus. Deutsche Versionen könnten hier sicherlich viele neue User anlocken.Ich denke vor allem Google Mail wird nicht ganz unschuldig daran sein dass Google weltweit Top-Positionen bei den Besuchszahlen inne hat. Natürlich ist die Suchmaschine immer noch der wichtigste Kundenfänger, aber durch Google Mail sind alle User gewissermassen an Google festgebunden und erhöhen den Traffic um einige GB pro Sekunde ;-)» Artikel im Standard[thx to: MainP]
YouTube
The Japan Society for Rights of Authors, Composers and Publishers [wunderschöner Name] is back! Nachdem YouTube nach einer ersten Klage 30.000 Videos sofort gelöscht hat, fordert die Organisation jetzt ein noch sehr viel drastischeres und technisch fast unmögliches Vorgehen. YouTube soll eine Software entwickeln, die geschützte Werke automatisch erkennt und von der Plattform löscht.Die Organisation erwartet YouTubes Reaktion bis zum 15. Dezember, ansonsten werde man mit geballter Medienpower vors Gericht ziehen und YouTube in Japan das Leben schwer machen. Interessant ist jetzt nur wie YouTube dies realisieren soll. Ich glaube kaum das es irgendwie möglich ist geschütztes Material zu erkennen, das ist ja nicht einmal für einen Menschen möglich.Natürlich gibt es dafür DRM und solche Spielereien, aber was ist mit all den Videos die ohne diesen Schutz und Rechterwaltung daher kommen? Das lässt sich wohl nur sehr sehr schwer realisieren, und vor allem nicht mal eben bis zum 15. Dezember. Ich denke viel mehr dass YouTube es hier auf eine Klage ankommen lassen wird und es demnächst ein Grundsatzurteil geben wird - hoffentlich kein Schuss nach hinten...[heise]
Ein Online-Künstler hat im Auftrag von Philipp Lenssen den GoogleBot karrikiert. Ich finde die Grafik ist sehr gut gelungen, auch wenn ich mir noch einige mehr Anspielungen gewünscht hätte, aber das hätte das Bild wohl ein klein wenig überladen. Da Philipp für dieses Meisterwerk 100$ hingeblättert hat, werde ich es hier nicht posten, sondern verweise ich euch mit freundlichen Grüßen auf das Foto in seinem Blog :-)» Der GoogleBot
Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung hat Google dem Earth-Clienten Gaia den gar aus gemacht. Begründet wurde dieses Verhalten damit, dass Google die Bilddaten für teuer Geld einkauft und in Zukunft auch vor hat damit ein bißchen was zu verdienen. Aber die Entwickler können auch anders und greifen jetzt direkt auf die Bilddaten der Konkurrenz zu.Seit gestern steht die neueste Version von Gaia zum Download und bedienen sich von dem Bildmaterial der NASA und dessen Programm NASA WorldWind. Was die NASA dazu sagt, und ob sie es vielleicht sogar gefördert hat ist zur Zeit nicht bekannt - aber ich denke dass diese Institution sich nicht gleich vor Gericht begeben wird. Wer Milliarden im Weltraum verpulvern kann, der kann auch ein bißchen Servertraffic hergeben ;-)Was für mich jetzt interessant ist, wie konnte der Entwickler so schnell die Daten von World Wind entschlüsseln? Hat er das schon nebenbei gemacht, neben Google Earth, oder sind die Daten und das Protokoll und World Wind frei verfügbar, weiß das hier jemand?» Gaia Download[Der Standard]