Bericht: EU-Kommission plant Wettbewerbs-Verfahren gegen Googles Werbegeschäft

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Wenn die EU-Kommission ein Unternehmen erstmal ins Visier genommen hat, dann gibt man so einfach wohl nicht mehr auf: Nachdem aktuell bereits zwei Verfahren gegen Google laufen, strengt man nun noch ein drittes weiteres Verfahren an: Laut einem Bericht steht diesmal die Werbeabteilung in der Schusslinie, gegen die man derzeit Beweise und Fakten sammelt um ein weitere Untersuchung zu starten.


Die Dominanz der Suchmaschine war der EU-Kommission schon seit Jahren ein Dorn im Auge, so dass es nur eine Frage der Zeit war bis ein Wettbewerbsverfahren eröffnet wurde, in dem Google noch in diesem Jahr hohe Strafen drohen. Kurz darauf hatte man wegen der Dominanz von Android ein weiteres Verfahren gestartet das angeblich völlig unabhängig vom ersten sein soll. Jetzt steht ein drittes kurz vor dem Start.

EU-Aufspaltung
[Bild: TNW]

Google und die EU-Kommission werden keine Freunde mehr: Die Europäische Kommission hat Googles Werbegeschäft ins Visier genommen und ist derzeit mit Konkurrenten im Gespräch – wobei keine namentlich genannt werden – um Beweise zu sammeln. Die Unternehmen sollen Fakten darüber liefern, wie sie von Google aus dem Markt gedrängt werden und welcher womöglich unlauterer Mittel sich man sich dazu bedient um die eigene Dominanz zu sichern.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob die EU-Kommission aus freien Stücken ermittelt oder ob Google wieder von einem Konkurrenten angeschwärzt wurde, der einfach seine Chance gesehen hat. Fakten wurden bisher noch nicht genannt, und es ist auch noch nicht bestätigt ob wirklich Ermittlungen stattfinden oder nicht. Es ist aber nicht unwahrscheinlich dass die Kommission weitere Punkte sucht, um das Hauptverfahren zu stärken. Da die Werbeplattform auch stark von der Websuche abhängig ist, wäre das keine große Überraschung.



Die nächste Frage ist auch, ob Googles Werbegeschäft wirklich dominant ist und wie man „Dominanz“ in diesem Fall definiert. Google ist zwar die größe Werbeplattform der Welt und bekommt 12 Prozent aller weltweite Werbeausgaben in die Kassen gespült, aber das ist noch längst keine Dominanz. Einige andere Werbenetzwerke, wie z.B. auch Facebook, haben eine ähnliche Reichweite.

Google muss nun aufpassen, dass die EU-Kommission nicht mitbekommt dass man auch die größte Videoplattform betreibt, den populärsten Browser im Angebot hat und mit GMail auch einen der größten Mail-Provider betreibt. Aus all diesen Verfahren könnte sich am Ende dann das Wunsch-Urteil der EU-Kommission ergeben, dass eine Zerschlagung von Google fordert und vor allem die Websuche und das Werbegeschäft vom Rest des Unternehmens abtrennen möchte.

[WinFuture]



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