Android: Google kündigt globales Gerätenetzwerk an – großes Update für Mein Gerät finden kommt (Video)

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Google betreibt seit vielen Jahren die Plattform Mein Gerät finden, die zwar recht tief in die Android-Infrastruktur integriert ist, aber niemals nennenswert ausgebaut wurde – aber das wird sich ändern. Wie erwartet hat man gestern Abend den Start des globalen Gerätenetzwerks sowie den neuen Trackingschutz angekündigt. Beides will man noch in diesem Jahr, konkret im Laufe des Sommers, starten.


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Es ist seit langer Zeit bekannt, dass Google an einem umfangreichen Neustart des ‚Mein Gerät finden‘-Netzwerks arbeitet, das in viele Richtungen erweitert werden und längst nicht mehr nur Smartphones aufspüren soll. Wir haben euch in den vergangenen Monaten immer wieder über die kleinen Puzzleteilchen informiert, die man dafür benötigt und in Stellung gebracht hat. Gestern Abend gab es dann eine erste Runde mit Ankündigungen, die aber längst noch nicht alle Details umfasste. Hier nun alle Ankündigungen sowie die noch nicht bestätigten Dinge.

Google plant globales Gerätenetzwerk
Plattformen wie ‚Mein Gerät finden‘ oder auch Apples ‚Wo ist?‘ sind darauf angewiesen, dass die zu suchenden Geräte eine aktive Internetverbindung haben, um entsprechend mit den Servern kommunizieren zu können. Das ist aber oftmals nicht der Fall, denn entweder ist der Akku leer, der Langfinger hat vorsorglich die Datenverbindung deaktiviert oder es handelt sich schlicht und einfach um ein Gerät ohne eigene Internetanbindung, wie etwa Kopfhörer oder viele Smartwatches.

Apple hat das Problem mit einem globalen Gerätenetzwerk gelöst und Google wird den gleichen Weg gehen. Man spannt ein weltweites Netzwerk aus unzähligen Android-Geräten, die untereinander kommunizieren und Geräte in der Nähe melden können. Es ist ein Opt-in-Netzwerk, sodass alle Nutzer einmalig zustimmen können, daran teilzunehmen. Nur wer zustimmt, kann beim Aufspüren von Geräten helfen oder selbst nach eigenen Geräten suchen lassen.




Standortspeicher für verbundene Geräte
Aus Teardowns ging schon vor einigen Monaten hervor, dass Google allen Nutzern die Möglichkeit geben wird, einen Standortspeicher für verbundene Geräte zu nutzen. Mit diesem soll der zuletzt bekannte Standort eines Geräts im Google-Konto gespeichert werden und beim Aufspüren abgerufen werden können. Es ist zu erwarten, dass man das zuerst für die eigenen Geräte anbieten wird und auch nur optional anbietet, aber grundsätzlich ist es natürlich ein guter Anhaltspunkt um herauszufinden, wo ein Gerät zuletzt „gesehen“ wurde.

Unterstützung für viele Geräte
Das Netzwerk wird natürlich nicht nur aus Smartphones bestehen, sondern aus vielen weiteren Geräten: Die Pixel Buds werden dabei sein, Kopfhörer von JBL und Sony, aber auch viele Tracker externer Unternehmen. Letztes ist erst vor wenigen Tagen bekannt geworden und umfasst unter anderem die Tracker von Tile, Chipolo und Pebblebee. In obigem Video könnt ihr sehen, wie das funktioniert. Von den erwarteten Pixel-Trackern war in der ersten Ankündigung übrigens keine Rede mehr.

Auch Offline-Geräte auffindbar
Das wichtigste Argument für das Netzwerk ist die Kombination aus den ersten beiden Punkten. Das neue ‚Mein Gerät finden‘ ist theoretisch dazu in der Lage, Geräte aufzuspüren, die ausgeschaltet sind. Der zuletzt bekannte Standort ist dafür natürlich ein guter Anhaltspunkt, aber dürfte in einigen Fällen nicht weiterhelfen. Stattdessen setzt man auf das globale Gerätenetzwerk zur Kommunikation aller Geräte untereinander. Jedes Gerät fungiert als Brücke zwischen den anderen, bis es seinen zuletzt bekannten Standort melden kann. Auch die Bluetooth-Chips abgeschalteter Geräte sollen noch kommunizieren können. Das hat man bisher aber nicht offiziell angekündigt.

Hardware-Unterstützung für einige Features notwendig
Damit der vorherige Punkt funktioniert, muss die Hardware dies unterstützen. Es wird notwendig sein, dass Bluetooth-Chips auch bei ausgeschaltetem Gerät bzw. fast leerem Akku noch genügen Restpower haben, um für einen etwas längeren Zeitraum eine Verbindung aufzubauen. Es ist davon auszugehen, dass die neuen Generationen der Pixel-Produkte dies unterstützen und Google dies in irgendeiner Form zukünftig auch anderen Herstellern im Android-Ökosystem „empfehlen“ wird. Auch das hat Google bisher nicht offiziell angekündigt, aber es ist zu erwarten, dass Googles eigene Pixel-Tracker dies unterstützen werden.




Datenschutz im Vordergrund
Laut offizieller Ankündigung stand der Datenschutz von Beginn an im Mittelpunkt des Neustarts der Plattform. Erst vor wenigen Tagen hatte man einen umfangreichen Trackingschutz in Zusammenarbeit mit Apple angekündigt und jetzt zeigt man die erste Umsetzung. In obigem Video ist zu sehen, dass das Smartphone den Nutzer davor warnen kann, wenn ein unbekannter Tracker in unmittelbarer Nähe ist und dem Nutzer offenbar folgt.


Das Gerätenetzwerk soll „im Laufe des Sommers“ starten und auch erst dann will man weitere Details nennen. Das ist ein wenig enttäuschend, denn nach einer solch langen Entwicklungszeit hätten wir eigentlich auf einen sofortigen Start gehofft, aber offenbar ist es noch nicht ganz fertig. Ob es dann auch die Pixel-Tracker geben wird oder diese auch erst etwas später kommen, ist noch nicht bekannt. Erwähnt wurde die neue Google-Hardware mit keinem Wort.

Letzte Aktualisierung am 11.05.2024 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Affiliate Links, vielen Dank für eure Unterstützung!




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