Stadia: Der Abschied war ungewöhnlich versöhnlich – kommt die Spieleplattform eines Tages wieder zurück?

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Das Spiel ist aus: Google hat der Spieleplattform Stadia am Donnerstag endgültig den Stecker gezogen, die Server abgeschaltet und sich somit weitgehend aus dem Spielestreaming-Markt verabschiedet. Der Abschied lief allerdings etwas anders, als wir das in der Vergangenheit von Google kannten: Es war sehr versöhnlich, man sorgte fast schon für gute Stimmung und könnte sich damit schon jetzt die Tür für eine Rückkehr offenhalten.


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Jahr für Jahr stellt Google Dutzende Produkte ein, wobei sich leider immer wieder auch einst große Namen und populäre Dienste befinden. Unvergessen bleiben Google Reader und Google+, aber wir haben noch sehr viel mehr Produkte verloren, die so mancher vielleicht heute noch vermisst. Stadia reiht sich ein und dürfte nicht so schnell vergessen werden, und das gleich aus mehreren Gründen. Vom holprigen Start über den von außen oft belächelten Betrieb bis hin zum sehr versöhnlichen Ende.

Als Google das Stadia-Aus vor einigen Monaten verkündet hat, lief das sehr unglücklich ab. Noch Tage zuvor hatte man das Festhalten an der Plattform bestätigt, fleißig Spiele entwickelt und sogar neue Titel veröffentlicht. Heute wissen wir, dass das Stadia-Team selbst nicht über die Einstellung informiert war und es daher nicht besser wusste. Der Konzern hat entschieden und das Stadia-Team war ähnlich geschockt wie die begeisterten Spieler.

Nachdem der erste Schock verdaut war, ging es bis zum letzten Tag positiv weiter: Man hat Stadia Pro mit sofortiger Wirkung kostenlos gemacht, nahezu alle Kosten erstattet und den Nutzern sowohl Spielekäufe als auch Hardware-Käufe ersetzt. Diese Erstattungen haben das Unternehmen zusammen mit allen weiteren Investitionen mehrere Milliarden Dollar gekostet. Kosten, die man sich in anderen Fällen vielleicht hätte ersparen können – es aber nicht getan hat.




Google hätte die Spieler im Regen stehenlassen können, so wie man das bei vielen anderen Einstellungen in der Vergangenheit auch gemacht hat. Sicherlich wäre die eine oder andere Klage auf das Unternehmen zugekommen, aber in der Gesamtbetrachtung wäre es aus eiskalter BWLer-Sicht sicherlich billiger gewesen. Aber das hat man nicht getan. Man hat den Spielern alle Kosten ersetzt, hat im Rahmen der Möglichkeiten Support geboten, hat Aufwendungen ersetzt.

Aber nicht nur das, denn man hat den Stadia-Controller geöffnet und Bluetooth freigeschaltet. Auch das hätte man nicht tun müssen. Hat man aber. Man hat nochmal ein wenig Geld in die Hand genommen und das Bluetooth-Tool entwickelt. Und um die Versöhnlichkeiten zum Schluss abzurunden und vielleicht sowohl intern als auch beim einen oder anderen Nutzer auf die Tränendrüse zu drücken, hat man ein Abschiedsspiel veröffentlicht. Auch das hätte man nicht tun müssen.

Ich will das jetzt gar nicht überbewerten, aber das Stadia-Team war sichtlich darum bemüht, den Nutzern den Abschied so einfach wie möglich zu machen und in guter Erinnerung zu bleiben. Das Stadia-Team kann nichts für die Entscheidung der Geschäftsführung. Doch wie bereits erwähnt, hat man das bei zahlreichen weiteren Einstellungen schon ganz anders gesehen, bei dem der Konzern vom Tag der Ankündigung auf Durchzug schaltet.

Ich möchte keine falschen Hoffnungen wecken, aber vielleicht will man ja auch in positiver Erinnerung bleiben, weil man eines Tages zurückkehrt… Der Markt ist da, Google Stadia gehört zu den Wegbereitern und es wäre nicht das erste Mal, dass das Unternehmen erneut in einen Markt einsteigt. Stadia 2.0? Warum nicht? Wir erinnern uns, dass die Einstellung von Stadia erst verkündet wurde, nachdem das Unternehmen in den Sparmodus ging. Gut möglich, dass es aktuell eine zu große Belastung ist, man aber dennoch die Plattform und die Technik nur auf den Dachboden, statt auf den Müllplatz, bringt.

Aber erst einmal: RIP Stadia.

» Stadia: Spieleplattform war für Google ein Milliardengrab – diese Kosten musste Google zuletzt noch stemmen


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