Netflix, Disney+ & Co Gratis streamen: Google könnte für werbefinanzierte Angebote eine wichtige Rolle spielen

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Die großen Streamingplattformen haben einige Jahre einen echten Boom erlebt und konnten rasend schnell wachsen, allen voran Netflix sowie das durch andere Angebote und Produkte vorangetriebene Amazon Prime. Doch die Zeiten des großen Wachstums sind vorbei und so müssen sich die Plattformen neue Nutzergruppen und Einnahmequellen suchen. Dabei könnte Google eine große Rolle spielen.


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Streamingdienste kriseln
Netflix konnte als ehemaliger DVD-Versender viele Jahre lang ein steiles Wachstum hinlegen, das vor allem zu Lasten der linearen Fernsehsender ging. Doch die Bereitschaft der Menschen, für Streamingdienste zu bezahlen, bröckelt. Das liegt aber nicht nur an den noch recht moderaten Preiserhöhungen, sondern auch an den immer strengen durchgesetzten Richtlinien und vor allem der immer weiter steigenden Zahl an Streamingplattformen.

Die Bereitschaft der Menschen, für digitale Inhalte zu zahlen, hat den Markt vollständig verändert. Während Streamer früher „die Bösen“ waren, weil sie Inhalte gratis aus diversen Quellen besorgt haben, sind sie mittlerweile für viele Produktionen die wichtigste Einnahmequelle. Allerdings war man vor einigen Jahren auch voll versorgt, wenn man ein Netflix- und ein Amazon-Abo hatte. Heute braucht man zusätzlich Disney+, bald Paramount+ und für Special Interest auch noch RTL+ und andere nationale Anbieter. Ohne dass ein Anbieter allein Schuld wäre, kratzt man da gehörig an der Schmerzgrenze.

Das wissen auch die Streamingdienste und arbeiten an Lösungen. Disney+ und Netflix arbeiten an einem werbefinanzierten Angebot, das die Nutzer sehr günstig oder vollkommen gratis nutzen können. Die Rahmenbedingungen der einzelnen Dienste sind noch nicht klar, vielleicht wird es für diese Nutzergruppe auch nur einen Teil des Angebots geben. Tatsächlich könnte Google dabei eine sehr große Rolle spielen und sich ein riesiges neues Geschäftsfeld erschließen.




Gratis streamen statt zahlen
Interessanterweise entwickelt sich der Streamingmarkt damit in die umgekehrte Richtung wie das Web: Zuerst haben die Nutzer gezahlt und später werden Inhalte werbefinanziert. Im Web galt die Regel, dass alles gratis und werbefinanziert verfügbar ist, doch heute verschwinden immer mehr Inhalte hinter Bezahlschranken. Schuld daran sind vor allem die Adblocker, aber das ist wieder ein anderes Thema. Bei den Streamingdiensten wird man sich mit dem Thema Adblock erst in einigen Jahren beschäftigen müssen.

Mittlerweile ist bekannt, dass die Werbung bei Netflix von Google ausgespielt werden soll. Zwar noch nicht in trockenen Tüchern, aber die Verhandlungen sollen weit fortgeschritten sein und es gibt wohl kaum einen besseren Partner als Google, das die größte Videoplattform der Welt (YouTube) seit eineinhalb Jahrzehnten erfolgreich über Werbung finanziert. Dass Google diesen Zugang mittlerweile bevorzugt, hat sich erst vor einigen Monaten durch die Freigabe von Filmen und Serien bei YouTube gegen Werbung gezeigt.

Auch Disney+ wird bereits seit dem Start eine große Nähe zu Google nachgesagt. Es gäbe keinen Grund, warum Google nicht beide Plattformen vollständig oder teilweise mit Werbung beliefern sollte. Sollte das tatsächlich der Fall sein, geht es um viele Milliarden Dollar Werbeumsatz und durch die plötzlich stark gestiegene Reichweite der Videowerbung könnte auch YouTube profitieren. Eine spannende Entwicklung, deren Weichen in den nächsten Monaten gestellt werden.


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