Google Play Store: Geldregen für alle Android-Entwickler – mehr als 99 Prozent zahlen nur noch halbe Provision

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Der Google Play Store ist für viele Nutzer die erste Anlaufstelle für Android-Apps und somit der über Jahre gefestigte Standard für den Bezug von Apps und Spielen. Google lässt sich die Reichweite und Infrastruktur mit einer Provision in Höhe von 30 Prozent sehr gut bezahlen, doch nun wird diese überraschend gesenkt. Was für Nutzer nur von geringer Bedeutung ist, bedeutet für App-Entwickler einen größeren Geldregen.


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Der Google Play Store ist bei weitem nicht konkurrenzlos, doch Google ist es über die Jahre gelungen, die Position des App Stores immer weiter zu festigen. Der Play Store ist als einzige sichere Bezugsquelle erlaubt, alle anderen werden durch die Formulierungen in den Einstellungen als unsicher dargestellt. Außerdem gibt es die Google-Apps nur im Play Store. Das und viele weitere kleine Dinge haben dafür gesorgt, dass sich die Masse der Nutzer nicht nach einem alternativen App Store umsieht.

Obwohl Google, anders als Apple, keine Not hätte, etwas an den Play Store-Provisionen zu ändern, kam nun eine überraschende Verkündung: Die Provisionen werden ab dem 1. Juni von 30 Prozent auf 15 Prozent gesenkt. Das gilt zwar nur für die erste Umsatz-Million pro Jahr, aber die Auswirkungen sind enorm (siehe nächster Absatz). Das bedeutet, dass App-Entwickler statt wie bisher 70 Prozent nun 85 Prozent des vom Nutzer gezahlten Betrags erhalten werden.

Einen Haken scheint es an der Sache nicht zu geben, zumindest wäre mir bisher keiner aufgefallen. Google gibt als Begründung an, dass man das Ökosystem stärken möchte. Geht es den Partnern gut, geht es dem Ökosystem gut – so dass Statement. Eventuell wollte man mit Apple gleichziehen, dass eine ähnliche Änderung im vergangenen Jahr vorgenommen hat, aber wie bereits gesagt war Google eigentlich nicht in großer Not.




99 Prozent aller Entwickler profitieren
Glaubt man aktuellen Statistiken, dann hat diese Provisions-Anpassung extrem große Auswirkungen und hilft praktisch allen Entwicklern: Gerade einmal drei Prozent aller Apps im Play Store müssen bezahlt werden. Das bedeutet, dass 97 Prozent aller Apps kostenlos zur Verfügung und entweder durch Werbung oder gar nicht monetarisiert werden. Von diesen drei Prozent erwirtschaftet nur ein Prozent einen höheren Umsatz als eine Million Dollar pro Jahr.

Aber selbst große Entwickler profitieren, denn die Millionengrenze gilt auch für sie. Sie zahlen für die erste Million eine Provision von 15 Prozent und erst für alle darüber hinaus gehenden Umsätze wieder die 30 Prozent – ähnlich wie beim progressiven Steuersystem. Damit liegt der zusätzliche Umsatz für große Entwickler bei immerhin 150.000 Dollar pro Jahr. Dennoch ist nicht davon auszugehen, dass die Entwickler diesen zusätzlichen Umsatz, der abgesehen von der Steuer ja nun ein zusätzlicher Gewinn ist, an die Nutzer weitergeben.

Mir stellt sich die große Frage, warum Google diese Senkung vornimmt. So etwas geschieht nur sehr selten ohne Hintergedanken. Gut möglich, dass es in den nächsten Jahren neue Richtlinien für die Preisgestaltung gibt. Sollen Einstiegspreise für Apps gesenkt werden? Vorstellen kann ich mir das derzeit zwar nicht, aber irgendwas kommt bestimmt, bei dem man dann argumentieren wird, dass man ja selbst die Provision gesenkt hat. So lange das aber nicht der Fall ist, sollten sich Entwickler einfach freuen und den zusätzlichen Geldregen ab 1. Juni mitnehmen.

[The Verge]


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