Google Kamera: Das perfekte Selfie ohne Filter – Google schafft neue Wellbeing-Regeln und deaktiviert alle Filter

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Menschen lieben Selfies. Das ist keine neue Erkenntnis, aber Google hat nun den Filter-Wahn unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass diese bei Selfies durchaus zum Problem werden können. Aus diesem Grund hat man sich nun selbst neue Regeln auferlegt und wird jegliche Filter in der Google Kamera-App auf den neuen Pixel-Smartphones standardmäßig deaktivieren. Gleichzeitig animiert man dazu, künftig stärker auf diese automatischen Filter hinzuweisen.


google art selfie

Glaubt man Googles Angaben, dann werden 70 Prozent aller mit dem Smartphone geschossenen Fotos mit der Frontkamera aufgenommen. Google Fotos kann außerdem die Zahl bieten, bereits mehr als 24 Milliarden Fotos als Selfie getaggt zu haben. Das ist eine nette Sache und vielen Menschen sicherlich auch sehr wichtig, aber es kann auch zum Problem werden. Nämlich dann, wenn das Selbstporträt automatisch bearbeitet oder mit Filtern versehen wird, ohne dass der Nutzer etwas davon weiß.

In mehreren Studien hat man herausgefunden, dass viele Menschen sich selbst nur noch mit Filtern sehen und dann vielleicht erschrecken, wenn sie plötzlich in einen Spiegel blicken. Das klingt vielleicht harmlos oder ein Stück weit lächerlich, ist aber ein ernsthaftes Problem für die Psyche vieler Menschen. Aus diesem Grund hat man sich nun dazu entschlossen, sich dem Filterwahn entgegenzustellen und die automatisierte Gesichtsbearbeitung in der Google Kamera-App standardmäßig zu deaktivieren.

Außerdem sollen die Icons zur Bearbeitung durch neutrale Symbole ersetzt werden und nicht mehr die Werte „Natur“ oder „Schön“ suggerieren, sondern einfach zeigen, dass die Darstellung des Gesichts bearbeitet wird – ohne jegliche Wertung. Ist ein solcher Filter aktiviert, soll dies außerdem dauerhaft im Kamerabild eingeblendet sein. Auf folgenden Screenshots seht ihr, wie das aussehen soll.


Google Fotos: Neue Bildbearbeitung wird ausgerollt & neuer Portrait Light-Effekt für Pixel-Nutzer (Galerie)




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selfie filter 3




selfie filter 4

Das Ganze erfolgt im Rahmen von „Digital Wellbeing“, das sich bisher eher damit beschäftigt hat, die Smartphone-Nutzung einzuschränken und nun auch in weitere Bereiche vorstößt. In Zukunft möchte man weitere Ansätze präsentieren, um dieser gigantischen Filter-Dynamik etwas entgegenzusetzen. Wenn man sich die Bilder der Menschen so ansieht, dann muss man Aufnahmen ohne jegliche Effekte heute fast schon mit der Lupe suchen. Doch die Hasenohren sind weniger das Problem als die perfekt glatte Haut und die großen Augen, die mehr oder weniger natürlich aussehen.

Meiner Meinung nach ein sehr vernünftiger Ansatz und ein lobenswertes Regelwerk, dass sich Google da selbst auferlegt hat. Gut möglich, dass das sehr schnell Schule macht und auch in anderen Apps zum Einsatz kommt. Natürlich geht es nicht darum, solche Filter zu verbannen, sondern man möchte den Menschen nur deutlicher vor Augen führen, dass sie sich selbst gerade durch einen solchen Filter sehen. Und das könnte manchen sprichwörtlich die Augen öffnen.

Die Umsetzung wird zuerst auf den neuen Pixel-Smartphones vorgenommen.

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[Google Material Blog]




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