Huawei: Der Google-Verlust wird 2020 durchschlagen – Huawei rechnet mit sehr starken Verkaufsrückgängen

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Aufgrund des US-Banns darf Google seit gut zehn Monaten keine Android-Lizenzen mehr für Huawei ausstellen, wodurch der Smartphone-Hersteller keine Google-Dienste mehr auf den neuen Geräten vorinstallieren kann. Im vergangenen Jahr war für Huawei aufgrund einiger Faktoren noch kein großes Problem, doch 2020 dürfte sehr hart werden – dem ist sich auch Huawei bewusst. Das Unternehmen rechnet mit einem starken Einbruch der Verkaufszahlen.


Der Smartphone-Markt ist längst gesättigt und kann nur noch sehr geringe Wachstumszahlen aufweisen – wenn überhaupt. Dennoch ist es Huawei in diesem Umfeld gelungen, in den vergangenen Jahren sehr stark zu wachsen und sogar die Spitze in Angriff zu nehmen. Kurz vor der Überrundung muss der Smartphone-Hersteller allerdings deutlich vom Gas gehen, denn allen neuen Smartphones wird ein sehr wichtiges Detail fehlen, ohne das nur wenige Kunden gewillt sein werden die Geräte zu kaufen: Die Google-Dienste.

android huawei logo

Huawei konnte im vergangenen Jahr weiter stark wachsen und neue Verkaufsrekorde aufstellen – trotz des Banns und der zahlreichen negativen Berichte in den Medien. Das lag vor allem daran, dass der Bann nur für neue Geräte gilt und das Unternehmen seine bereits am Markt eingeführten Smartphones weiter verkaufen konnte. Aus Sorge haben viele Händler Aktionen gestartet und auch die Nutzer wollten ihr „vielleicht letztes Huawei“ noch ergattern, bevor es nicht mehr erhältlich ist. Aber dieser Rettungsanker fällt in diesem Jahr aus.

Nach 240 Millionen verkauften Smartphones im Jahr 2019 rechnet Huawei in diesem Jahr mit nur noch 190 bis 200 Millionen verkauften Geräten. Das ist ein Einbruch von mehr als 20 Prozent und scheint im ersten Moment fast schon zu wenig gerechnet. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass Huawei ein extremes Wachstum hinter sich hat und somit nicht nur 20 Prozent Rückgang, sondern auch das fehlende Wachstum berücksichtigt wurden.

Wie realistisch diese Zahlen sind, kann niemand genau prognostizieren. Huawei hat aber bereits erste Smartphones ohne Google-Dienste auf dem Markt – auch in Deutschland – und somit erste Anhaltspunkte darauf, wie gut die Geräte angenommen werden. Leider hat sich der Hersteller bisher nicht dazu geäußert und wird das, falls die Zahlen nicht ganz so rosig aussehen, wohl auch tunlichst vermeiden.



Huawei’s overseas smartphone sales didn’t collapse last year in part because the company could keep selling some of its old models that the Google ban didn’t affect. But this year, Huawei expects its shipments to fall to around 190 million to 200 million smartphones, according to these people…

The forecast indicates that U.S. government restrictions on Huawei’s access to American technology, including Google software, are starting to take a toll on the Chinese company’s international growth… Washington is trying to curb Huawei’s global expansion because of concerns that Beijing could use the Chinese company’s products for espionage purposes. The U.S. also is accusing Huawei of stealing trade secrets. Huawei has denied those allegations.

Aber nicht nur der Google-Verlust nagt an Huaweis Verkaufszahlen. Auch die Sättigung des Marktes, die starke Konkurrenz auf dem heimischen Markt, die US-Kampagne gegen die Marke Huawei und auch das Coronavirus sind alles Faktoren, die den nächsten Verkaufsrekord in weite Ferne rücken lassen. Natürlich besteht noch immer die Hoffnung darauf, dass der Bann eines Tages gelöst wird – vielleicht rund um die nächste US-Wahl bzw. danach, falls es zu einem Wechsel kommt. Google ist nach wie vor gewillt, mit Huawei zusammenzuarbeiten und hat erst kürzlich eine Ausnahmegenehmigung beantragt.

Wie es auf der anderen Seite aussieht, lässt sich schwer sagen. Immerhin hat Huawei bereits sehr viele Mühen, Ressourcen und Geld in die Entwicklung der Google-Alternativen gesteckt.


Google & Huawei: Bloatware statt Google? So könnte Huawei den Verlust der Android-Apps überleben (Bericht)

[9to5Google]


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