Google Assistant: Abgehörte Sprachbefehle – Google entschuldigt sich und kündigt Veränderungen an

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Vor einigen Monaten hat die Auswertung der Google Assistant-Sprachbefehle durch Google-Mitarbeiter für Aufsehen gesorgt. Daraufhin hat Google vorerst den vollständigen Stopp des Abhörens angekündigt und hat Besserung im Umgang mit den Sprachdaten gelobt. Jetzt wurden einige Änderungen angekündigt, die teilweise sofort und teilweise erst in den kommenden Wochen greifen werden, um den Schutz der Privatsphäre zu verbessern.


In den vergangenen Monaten wurde nach und nach bekannt, dass alle großen Unternehmen die Sprachaufnahmen der Nutzer von Menschen abhören und auswerten lassen. Was beim ersten Fall, damals war es Amazon, vielleicht noch verwundert hat, war in den folgenden Fällen keine große Überraschung mehr. Google musste das Abhören wenig später eingestehen und auch Apple und Microsoft beschäftigen sehr viele Menschen damit, diese Sprachbefehle zur Qualitätsverbesserung auszuwerten.

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Google hat nun eine Reihe von Veränderungen angekündigt, mit denen die Privatsphäre der Google Assistant-Nutzer besser geschützt werden soll. Das Abhören und Auswerten durch Mitarbeiter bzw. externe Auftragnehmer wird weitergehen, aber unter veränderten Bedingungen. Auch zukünftig werden etwa 0,2 Prozent aller Sprachbefehle ausgewertet, aber die Nutzer sollen darüber besser informiert werden und mehr Kontrollmöglichkeiten bekommen.

Nutzer können die Sprach- und Audioaktivitäten deaktivieren und kommen dann nicht mehr in den Kreis der „abgehörten“ Nutzer – dafür werden die Sprachaufzeichnungen aber auch nicht gespeichert und die Erkennung der Stimme kann nicht optimiert werden. Außerdem wird es in Zukunft eine Möglichkeit geben, diese Daten automatisch zu löschen – so wie schon bei den Standortdaten. Dies soll aber erst „später in diesem Jahr“ ausgerollt werden und ist noch nicht verfügbar.

Als weitere Maßnahme soll die Privatsphäre verstärkt werden, in dem weitere Filter zum Einsatz kommen, bevor die Mitarbeiter die Botschaften hören. Was dabei genau herausgefiltert werden soll, wird nicht verraten. Es soll aber nicht mehr möglich sein, einen Rückschluss auf den Nutzer zu ziehen.



Die wichtigsten Punkte aus Googles Ankündigung

Leider sind wir in diesem Fall unseren hohen Standards nicht gerecht geworden, euch einfach verständlich zu machen, wie eure Daten verwendet werden. Dafür entschuldigen wir uns. Als wir von euren Bedenken erfuhren, haben wir das Verfahren der durch Menschen vorgenommenen Transkriptionen weltweit pausiert und unsere Systeme und Kontrollmechanismen umfassend überprüft.

  • Standardmäßig werden eure Sprachaufnahmen nicht gespeichert. Das war schon zuvor so und wird auch so bleiben. Ihr könnt Google Assistant auch so als Helfer im Alltag verwenden und habt immer Zugriff auf hilfreiche Funktionen wie Voice Match.
    Wenn ihr eure Spracheingaben speichern möchtet, könnt ihr dazu beim Einrichten von Assistant die Funktion „Sprach- und Audioaktivitäten“ aktivieren.
  • Wenn ihr in den Einstellungen die Sprach- und Audioaktivitäten aktiviert, werden wir euch darauf hinweisen, dass ggf. Menschen eure Spracheingaben anhören, um die Spracherkennungs-Technologie zu verbessern. Wenn ihr Assistant bereits nutzt, könnt ihr eure Sprach- und Audioaktivitäts-Einstellungen überprüfen, bevor das von Menschen durchgeführte Verfahren fortgesetzt wird. Ohne eine erneute Bestätigung von euch, sind eure Spracheingaben von dem Verfahren ausgeschlossen.
  • Die Sprachexperten hören nur einen kleinen Teil der Aufnahmen (rund 0,2 % sämtlicher Audioaufnahmen von Nutzern) und ausschließlich solche Anfragen von Nutzern mit aktivierten Sprach- und Audioaktivitäten. Zur weiteren Verbesserung erhöhen wir zukünftig unsere Sicherheitsmaßnahmen bei diesem Verfahren, inklusive weiterer Filter zum Schutz der Privatsphäre.
  • In Kürze werdet ihr zudem einstellen können, wie empfindlich eure Google Assistant-Geräte auf Aufforderungen wie „Ok Google“ reagieren sollen. Wir werden unsere Richtlinien aktualisieren, um die Menge der gespeicherten Audioaufnahmen deutlich zu reduzieren. Auch wenn ihr Sprach- und Audioaktivitäten aktiviert habt, löschen wir bald automatisch die überwiegende Mehrheit an Spracheingaben, die mit eurem Konto verknüpft und die ein paar Monate alt sind.

» Ankündigung im Google-Blog

Siehe auch
» Google Chrome: Beta 78 – Web-Apps bekommen Zugriff auf lokale Dateien, Abfrage von SMS-Codes & mehr

» Was Google alles weiß: Hier seht (und hört) ihr alle eure Sprachbefehle an den Google Assistant & Websuche


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