Google Maps: Navigation führte ins Chaos – knapp 100 Autofahrer blieben auf Feldweg stecken

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Viele Millionen Menschen vertrauen der Google Maps Routenplanung und nutzen diese beinahe täglich – selbst für wohlbekannte Wege, die sie eigentlich auch ohne Navigation zurücklegen könnten. Ein Grund dafür sind die starken neuen ÖPNV-Funktionen oder in einigen Regionen neuerdings auch die Warnungen vor unseriösen Taxifahrern, aber auch die Live-Verkehrsmeldungen inklusive der Berechnung von Alternativrouten. Letztes hat nun in den USA dazu geführt, dass Dutzende Autofahrer in einem matschigen Feldweg stecken geblieben sind.


Ohne Navi steigen viele Menschen gar nicht mehr ins Auto bzw. in den meisten neuen Fahrzeugen sind die Navigationshilfen ohnehin fest integriert – in vielen Fällen handelt es sich dabei um Google Maps. Aufgrund vieler Zusatzfunktionen geben die Menschen ihr Ziel auch dann ein, wenn sie den Weg eigentlich auswendig kennen. So kann man etwa Staus umfahren, vor neuen Baustellen gewarnt werden bzw. diese einkalkulieren und einiges mehr. Dabei sollte man aber natürlich nicht blind vertrauen.

google maps cars in mud

In den USA hat sich vor einigen Tagen ein kurioses Ereignis zugetragen, an dem Google Maps nicht ganz unschuldig sein soll: Im Bundesstaat Colorado geschah auf einer Straße zum Flughafen Denver ein Verkehrsunfall, woraufhin sich sehr schnell ein längerer Stau gebildet hat. Googles Algorithmen haben diesen Stau natürlich sehr schnell erkannt und entsprechend eine Ausweichroute geplant, die allen Fahrern mit aktiver Navigation vorgeschlagen wurde. Ein übliches Vorgehen, das den Fahrern die Schleichwege empfiehlt und auch zum Auflösen von Staus beiträgt.

Doch in diesem Fall hatte die Routenplanung die Autofahrer durch einen Feldweg geführt, der zwar für den Verkehr freigegeben ist, aber aufgrund starker Regenfälle und dadurch folgender Schlammbildung kaum zu befahren war. Das hielt einigen Autofahrer aber nicht davon ab, die Route dennoch zu nehmen und das Glück zu versuchen, denn immerhin sollte der Umweg nur 23 Minuten dauern, während es auf direktem Wege durch den Stau laut Prognose noch 43 Minuten gedauert hätte. Und auf dem Weg zum Flughafen hat man es bekanntlich immer eilig.

Die Autofahrer haben sich und ihre Fahrzeuge allerdings unterschätzt und prompt blieben die ersten im Schlamm liegen und kamen weder vor noch zurück. Dadurch bildete sich ein zweiter Stau auf der Ausweichroute, aus dem es dann aber für viele Fahrzeuge kein Zurück mehr gab. Insgesamt sollen fast 100 Fahrzeuge an dieser motorisierten Schlammschlacht beteiligt gewesen sein.



google maps cars in mud 2

Viele Autofahrer hatten zuvor Bedenken, diese Route zu nehmen, doch die Tatsache, dass es von Google Maps vorgeschlagen wurde und dass viele andere Fahrzeuge ebenfalls plötzlich in diese Richtung abgebogen sind, haben diese Zweifel schnell zerstreut. Schlussendlich geben die Autofahrer die Schuld also Google Maps und dem Herdentrieb. Dass man als Autofahrer selbst die Verantwortung trägt, wird da gerne mal vergessen – man kennt die bekannten Fälle, in denen Autos in den Fluss stürzen oder in den U-Bahn-Schacht fahren, weil es das Navi so vorgeschlagen hat 😉

Google hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet und verweist ebenfalls auf die Verantwortung der Autofahrer. Gleichzeitig stellt man klar, dass sehr viele Faktoren für die Routenplanung verwendet werden – das Wetter aber offenbar noch nicht.

We take many factors into account when determining driving routes, including the size of the road and the directness of the route. While we always work to provide the best directions, issues can arise due to unforeseen circumstances such as weather. We encourage all drivers to follow local laws, stay attentive, and use their best judgment while driving.

Und als indischer Taxifahrer hätte man in diesem Fall aufgrund der Google Maps-Kontrolle nun schon ein großes Problem gehabt…

Siehe auch
» Google Maps: Fehler im Kartenmaterial führten in einigen Fällen zu kleinen Katastrophen & Problemen

» Google Maps: Großes ÖPNV-Update – Pendler sehen nun Live-Auslastung der Fahrzeuge & Live-Verspätungen

» Kein Update für Android Auto: Google steigt auf die Bremse – die neue Oberfläche wird noch nicht verteilt

[CNN]


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comment 3 Kommentare zum Thema "Google Maps: Navigation führte ins Chaos – knapp 100 Autofahrer blieben auf Feldweg stecken"

  • Ist zwar lustig, aber auch mit dem PNA unter Umständen nicht besser/schlechter. Weiss nicht, ob es in den US die Möglichkeit zum Ausschließen unbefestigter Straßen gibt.
    Es bleibt immer das Gefühl, was falsch gemacht zu haben, wenn man der Empfehlung nicht folgt. Mal steht man dann 6 Stunden auf der gesperrten Autobahn, mal ist alles frei oder nur stockender Verkehr. Oder es wird die Umgehung gefahren, und steht dann vor einer Baustelle mit Straßensperrung, die das Navi nicht eingetragen hat. Alles schon gesehen.
    Google Maps nutze ich nicht mehr, seit mal in der deutschen Pampa mangels Empfang kein Navigieren möglich war. Da ist mein mobiles Navigerät schon einiges verlässlicher und erspart mir das Kartenlesen während der Fahrt nach Sicht.

  • Also die Wertung, dass die Autofahrer nun Schuld sein sollen, halte ich für sehr kurzsichtig. Und es ist bei weitem auch nicht das gleiche wie in einen Fluss zu fahren, hier ist klar der Fahrer Schuld der die direkte Umgebung nicht beachtet. Aber ob ich nun eine Ausweichroute nehme oder nicht kann ich nicht wirklich anhand dessen was direkt vor mir liegt beurteilen.

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