Maria Reiche: Animiertes Google-Doodle zum 115. Geburtstag der deutschen Nazca Linien-Forscherin

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Am heutigen 15. Mai hätte die deutsche Mathematikerin und Forscherin Maria Reiche ihren mittlerweile 115. Geburtstag gefeiert und wird dafür heute von Google mit einem animierten Doodle geehrt. Obwohl sie ein Mathematik-Studium abgeschlossen hat, hat sie ihr Leben aber nicht den Zahlen, sondern der Forschung gewidmet. Viele Jahrzehnte lang forschte sie an den Nazca-Linien und hat dafür bis ins hohe Alter sehr viele Mühen auf sich genommen.


Google Doodle Maria Reiche 115 Geburtstag

Das heutige Doodle zeigt Maria Reiche bei der Beobachtung bzw. der Suche und Vermessung der berühmten Nazca-Linien. Diese Linien bilden dann auch den flächigen Hintergrund des Doodles und zeigen einige der berühmtesten Zeichnungen im Boden in Peru. In diesen Zeichnungen lassen sich teilweise Tiere entdecken, so wie auch bei den echten Scharrbildern, aber natürlich sollen sie auch das Google-Logo symbolisieren, dessen grobe Umrandungen sich gut erkennen lassen.

Gestaltet wurde das Doodle von Guille Comin. Weitere Entwürfe zu dem Doodle findet ihr weiter unten. Auch diese sind dem ausgewählten Original sehr ähnlich. Das ist heute übrigens das dritte Doodle nacheinander auf der deutschen Startseite, was abgesehen von den diversen Doodle-Serien sehr selten vorkommt. Sonntag hatten wir das Doodle zum Muttertag und gestern wurde die Erdbeersaison gefeiert.

Das heutige Doodle wird Maria Reiche allerdings nicht gerecht, da sie keineswegs nur herumgesessen und mit dem Fernglas beobachtet hat. Sie war viele Jahre alleine in einem riesigen Gebiet unterwegs und hat die gigantischen Scharrbilder im Boden nur mit einem Sextant, Kompass und ihrem mathematischen Wissen vermessen. Innerhalb wenige Jahre hatte sie zu Fuß eine Fläche von 150 Quadratkilometern vermessen.



Maria Reiche wurde am 15. Mai 1903 in Dresden geboren und hat Mathematik, Physik und Geographie studiert und schloss diese auch mit einem Staatsexamen ab. 1932 zog sie dann nach Peru und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, bevor sie einige Jahre lang im Nationalmuseum in Lima arbeitete. Dort hörte sie auch erstmals von den Nazca-Linien, denen sie wenige Jahre später ihre gesamte Forschung und auch einen Großteil ihres Lebens widmen sollte.

Nazcar-Linien

Die Nazca-Linien, oft auch Nasca-Linien geschrieben, sind über 1500 riesige Scharrbilder (Geoglyphen) in der Wüste bei Nazca und Palpa in Peru. Benannt sind die Linien, die Wüste und die Kultur nach der unweit der Ebene liegenden Stadt Nazca. Als Urheber der Linien gelten die Paracas-Kultur und die Nazca-Kultur. Die Nazca-Ebene zeigt auf einer Fläche von 500 km² schnurgerade, bis zu 20 km lange Linien, Dreiecke und trapezförmige Flächen sowie Figuren mit einer Größe von zehn bis mehreren hundert Metern, z. B. Abbilder von Menschen, Affen, Vögeln und Walen. Oft sind die figurbildenden Linien nur wenige Zentimeter tief. Durch die enorme Größe sind sie nur aus großer Entfernung zu erkennen, von den Hügeln in der Umgebung oder aus Flugzeugen.

Unter größten Anstrengungen erforschte sie jahrzehntelang die Linien und war davon überzeugt, darin wissenschaftliche Sensationen zu entdecken: „…wenn es gelingt, alle Maße in Zeitangaben zu übersetzen, können wir in der Pampa lesen wie in einem riesigen Geschichtsbuch.“. Um das Gebiet erforschen zu können, hatte sie 25 Jahre lang in kleinen Hütten ohne Wasser und Strom gelebt und hat sich im Alter von 52 Jahren an die Kufen eines Hubschraubers schnallen, um Aufnahmen der Nazca-Linien machen zu können. Spätestens diese Aufnahmen machten sie weltberühmt.




Maria Reiche Nazca Linien

Selbst im hohen Alter konnte sie nicht davon abgehalten werden, die Linien noch im Rollstuhl zu erforschen. Sie hatte sich zum Schutz der Linien dafür eingesetzt, dass die Linien zu einem UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurden. Jetzt wisst ihr auch, warum ich das heutige Doodle für wenig schmeichelhaft halte, da es ihre vielen Opfer und Überwindungen im Namen der Forschung nicht ganz gerecht wird.

Im Juni 1998 starb sie im Alter von 95 Jahren. Begraben wurde sie – natürlich – in Nazca, wo sich heute auch ein Museum über Maria Reiche befindet. Reiche hat nie geheiratet und hatte keine Kinder. Für ihr Lebenswerk wurde sie mit fünf Ehrendoktorwürden ausgezeichnet, hat ehrenhalber zum 90. Geburtstag die Peruanische Staatsbürgerschaft bekommen und hat auch in Peru sowie in ihrere Geburtsstadt Dresden einige Würdigungen bekommen.

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Frühe Entwürfe zu dem Doodle

Maria Reiche Doodle Entwurf 1

Maria Reiche Doodle Entwurf 2

Maria Reiche Entwurf 3

[Wikipedia]


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