Google Maps Bewertungen in den Suchergebnissen: Yelp reicht Beschwerde bei EU-Kommission ein

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Dass Google in vielen Ländern eine marktbeherrschende Stellung bei den Suchmaschinen hat, wird niemand bestreiten. Seit vielen Jahren wird rund um die Welt immer wieder von der Konkurrenz und den Behörden ermittelt, ob das Unternehmen diese marktbeherrschende Stellung ausnutzt und die eigenen Produkte bevorzugt in der Websuche anzeigt. Jetzt hat das Bewertungsportal Yelp offiziell Beschwerde bei den EU-Kartellwächtern eingelegt.


Viele Google-Produkte haben riesige Marktanteile erreicht, wodurch es weltweit für die Anwälte des Unternehmens zum Alltag gehören dürfte, sich mit dem Vorwurf des Ausnutzens dieser Stellung zu beschäftigen. Nachdem Google im vergangenen Jahr eine Milliardenstrafe an die EU zahlen musste, scheint es nun die ersten Trittbrettfahrer zu geben, die ein solches Verfahren gerne wiederholt sehen würden.

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Das Bewertungsportal Yelp hat nun beim EU-Kartellamt offiziell Beschwerde gegen Google eingereicht, da das Unternehmen die eigene Marktposition ausnutzt und damit die Konkurrenz aus dem Markt drückt – so lautet der Vorwurf. Die Bewertungen aus Google Maps werden bevorzugt direkt in der Websuche eingeblendet und machen den Besuch der Konkurrenz somit überflüssig. Damit ist die Google Websuche kein verlässlicher Traffic-Lieferant mehr für diese Dienste – was sie sich aber natürlich auch selbst zuzuschreiben haben.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters gibt das Unternehmen ganz offen zu, sich vom Milliardenurteil im Juli vergangenen Jahres inspiriert zu lassen haben. Damals ging es allerdings nur um Preisvergleichsseiten, woraufhin Google die Strafe gezahlt hat, den ersten Gewinnrückgang seit vielen Jahren erwirtschaftete und gleichzeitig auch Google Shopping von der Websuche abgespalten hat. Yelp hofft nun wohl auf einen ähnlichen Effekt bei lokalen Bewertungen.

Die EU-Kommission hatte sich schon früher dazu geäußert, dass auch die vielen weiteren in die Google Websuche integrierten Dienste im Blickpunkt stehen und untersucht würden. Der Vorstoß von Yelp dürfte also offene Türen bei der Kommission einrennen und möglicherweise auch erfolgreich sein – insbesondere dann, wenn sich Konkurrenten anschließen sollten.



Google selbst hat sich zu der Beschwerde von Yelp noch nicht offiziell geäußert und wird wohl darauf hoffen, dass die Beschwerde erst einmal verpufft. Sollte es zu einem Verfahren kommen, dürfte sich auch dieses wieder über Jahre ziehen und am Ende nur Verlierer hinterlassen. Die Integration der Maps-Bewertungen und den weiteren Maps-Produkten in die Websuche ist nicht nur äußerst praktisch, sondern beschert auch allen Business-Einträgen eine gute Präsenz in der Websuche.

Die EU-Kommission hat aber auch ohne die Beschwerde von Yelp noch genug zu tun: Schon seit längerer Zeit laufen zwei weitere Verfahren, die sich seit längerer Zeit in der Ermittlungsphase befinden und irgendwann in Zukunft zu einem Prozess führen dürften. Einmal geht es um das komplette Werbegeschäft, das auf dem Prüfstand steht. Das dritte schwebende Verfahren dreht sich um die App-Bündelung mit Android.

Irgendwann wird wohl auch grundlegend zu klären sein, in wie weit eine Integration der Google-Dienste in die Websuche eine Wettbewerbsverzerrung darstellt. Dann könnte es allerdings unschöne Folgen für alle haben, da von den Maps über die Reiseangebote bis hin zu den Bildern, Videos und den Google News alles entfernt werden müsste. Am Ende haben wir dann wieder die 10 blauen Links. Ob das erstrebenswert ist, werden die Gerichte entscheiden müssen.

Siehe auch
» Übernahme von Yelp: Deal zwischen Yelp! und Google geplatzt
» Google Maps: Beleidigungen und schlechte Bewertungen können zu Geldstrafen führen
» Google Maps: Schlechte Bewertungen werden zu einem immer größeren Problem

[Yelp]


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