In dieser Woche hat Google eine große Änderung für die Android-Lizenzen angekündigt, die den europäischen Raum betreffen und eine direkte Folge aus dem EU-Urteil gegen die App-Bündelung sind. Diese Änderung besagt, dass die Smartphone-Hersteller in Zukunft für die Vorinstallation von Google-Apps zur Kasse gebeten werden. Jetzt wurde bekannt, wie hoch dieser Betrag in etwa sein wird.
Android wird von Google seit über 10 Jahren kostenlos angeboten, abgesehen von einigen zu vernachlässigenden Gebühren zur Zertifizierung - und konnte sich deshalb innerhalb eines Jahrzehnts so schnell verbreiten. Das wird auch in Zukunft so bleiben, aber dennoch wird Google die Smartphone-Hersteller noch in diesem Monat zur Kasse bitten, wenn sie weiterhin die Google-Apps Vorinstallieren möchten. Das ist die direkte Folge aus dem EU-Urteil gegen Android.
Vor gut drei Monaten wurde Google von der EU-Kommission zu einer Strafzahlung von 4,3 Milliarden Euro verdonnert und hat gleichzeitig die Auflage bekommen, dass die Google-Apps nicht mehr gebündelt mit dem Betriebssystem ausgeliefert werden dürfen. Nun ist eine 90-Tages-Frist abgelaufen und Google hat offiziell Einspruch eingelegt, mit dem sich das Verfahren nun noch über viele Jahre hinziehen kann.
Die Milliarden-Strafe gegen Google in der vergangenen Woche kam zwar nicht ganz unerwartet, hat in ihrer Höhe und den geforderten Konsequenzen aber doch überrascht. Doch wie Bloomberg nun berichtet, hätte es gar nicht soweit kommen müssen, denn zu einem früheren Zeitpunkt wären durchaus noch Verhandlungen der beiden streitenden Parteien möglich gewesen. Aber offenbar sind die Fronten mehr als verhärtet.
Was lange Zeit nur Spekulation war, ist gestern Wahrheit geworden: Die EU-Kommission hat Google zu einer Rekordstrafe verdonnert, die man dem Unternehmen aufgrund der App-Bündelung aufbürdet. Gleichzeitig müssen aber auch Auflagen erfüllt werden, die Googles gesamtes Businessmodell mit Android infrage stellen. Zwischen den Zeilen ist nun schon zu lesen, dass die Zeit des kostenlosen Android schon bald vorbei sein könnte.
Schon seit langer Zeit hatte die EU-Kommission gegen Googles Android ermittelt und es hatte sich schon seit längerer Zeit abgezeichnet, dass die App-Bündelung nicht mehr länger in der EU geduldet wird. Heute hat die Kommission nun geurteilt, dass die Bündelung der Apps mit dem Play Store nicht mehr länger zulässig ist und hat gleichzeitig eine Rekordstrafe von 4,3 Milliarden Euro gegen den Konzern verhängt.
In den nächsten Tagen oder Wochen könnte es ein neues Urteil der EU-Kommission geben, dass Google sowohl finanziell teuer zu stehen kommen als auch einen wichtigen Teil des Geschäftsmodells bedrohen könnte: Es geht um die Bündelung bzw. Vorinstallation von Google-Apps auf den Android-Smartphones. Das könnte Google möglicherweise untersagt werden und dafür sorgen, dass der Nutzer vor die Wahl gestellt werden muss, welche Software er nutzen möchte.
Die EU bleibt weiterhin ungemütliches Terrain für Google und schon sehr bald könnte die EU-Kommission dafür sorgen, dass der Geldspeicher von Larry Page weit geöffnet werden muss: Laut einem Bericht der 'Financial Times' soll in den nächsten Tagen ein Urteil im EU-Wettbewerbsverfahren gegen Android fallen, das dem Unternehmen teuer zu stehen kommt und die Android-Landschaft nachhaltig verändern könnte.
Erst in der vergangenen Woche hatte die EU-Kommission eine Rekordstrafe gegen Google verhängt und wird das Unternehmen vermutlich um ganze 2,42 Milliarden Euro erleichtern. Möglicherweise sollte die Konzernmutter Alphabet den Geldkoffer aber nicht zu weit weglegen, denn schon bald könnte die nächste Rekordstrafe bevorstehen. Auch das Verfahren gegen Android könnte schon bald zum Abschluss kommen und geht in die ernste Phase.
Im April dieses Jahres hatte die EU-Kommission ein Verfahren gegen Android gestartet, in dem man Google vorwirft, die Marktmacht des Betriebssystems auszunutzen. Angesichts der Marktanteile von knapp 90 Prozent ist ein solches Verfahren kaum verwunderlich, aber die Argumente der EU sind nur an den Haaren herbeigezogen - behauptet nun zumindest Google in der offiziellen Antwort. Wenig überraschend weist man alle Vorwürfe von sich - und das durchaus überzeugend.