Marktanteile der wichtigsten Produkte: Hat sich Google eine unschlagbare Dominanz aufgebaut?

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Gestern haben wir uns einige Statistiken aus dem vergangenen Jahr angesehen, die zwar aus den völlig unterschiedlichen Bereichen Betriebssysteme, Browser und Suchmaschinen stammen, aber allesamt das gleiche Bild zeigten: Einen von Google dominierten Markt, in dem es kaum eine ernsthafte Konkurrenz gibt. Aber auch in einigen anderen Märkten hat Google die Nase so weit vorne, dass man sich fast schon fragen muss, wer dem Unternehmen noch Paroli bieten soll.


Es gibt immer wieder Phasen und Branchen, in dem ein Unternehmen einen ganzen Markt dominiert und die Konkurrenz mit weitem Abstand hinter sich lässt. Die „Big 5“ der Technologie-Branche haben allesamt (außer Apple) einen Markt, den sie dominieren und fast schon nach Belieben lenken können: Facebook dominiert die Social Networks und die Messenger-Kommunikation, Microsoft den Desktop- und Office-Markt und Amazon das Onlineshopping. Natürlich haben alle auch noch weiter erfolgreiche Aktivitäten, aber für diese Branchen sind sie bekannt.

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Google fällt aus der Reihe der Top 5 dadurch heraus, dass es gleich eine ganze Reihe von Märkten dominiert – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Markt der mobilen Betriebssysteme, Webbrowser und Suchmaschinen ist fest in Googles Hand. Außerdem betreibt das Unternehmen das größte Werbenetzwerk, den größten Freemail-Provider, die größte Videoplattform sowie den populärsten Kartendienst. Auch viele weitere Produkte vom Drive über den Calendar bis zu Translate gehören zu den größten ihrer Branche.

Einige Beispiele
Android: 74 % Marktanteil – 54 Prozent Abstand zum Zweitplatzierten
Chrome: 55 % Marktanteil – 41 Prozent Abstand zum Zweitplatzierten
Websuche: 92 % Marktanteil – 89 Prozent Abstand zum Zweitplatzierten

Google ist im Laufe der 20-jährigen Unternehmensgeschichte das Kunststück gelungen, dass all diese Produkte miteinander verwoben sind und sich gegenseitig tragen. Das macht es der Konkurrenz schwer, die Nutzer von der eigenen Alternative zu überzeugen, die natürlich nicht oder nicht so gut in das Google-Ökosystem integriert ist – in dem sich allein durch Android knapp zwei Milliarden Menschen befinden. Außerdem handelt es sich gerade bei den dominierenden Produkten nicht um irgendwelche Angebote, sondern um sehr grundlegende Plattformen, in denen sich alles andere abspielt: Webbrowser, Betriebssystem, Websuche.



Nun aber genug der Erklärungen: Worauf ich eigentlich hinaus möchte ist die Tatsache, dass Google in all diesen Märkten keine echte Konkurrenz hat – und das, obwohl es an finanzkräftigen IT-Unternehmen nicht mangelt. Aber selbst ein Facebook, ein Apple oder ein Microsoft und auch kein Amazon kommen gegen Googles Marke an. Das ist nicht weiter ungewöhnlich, denn es wird auch umgekehrt Google nicht gelingen ein erfolgreicheres Social Network als Facebook oder einen erfolgreicheren Onlineshop als Amazon aufzubauen. Dafür sind die Marken viel zu fest in den Köpfen der Nutzer.

Ich bin der Meinung, dass nur ein kompletter Neueinsteiger Google ernsthaft gefährden könnte. Ein Unternehmen, das heute vielleicht noch gar nicht gegründet ist. Ein Unternehmen, das richtig Feuer hat, die Nutzer mit Innovationen begeistert und kein großes Marketing benötigt. Genau das lässt Google leider in den letzten Jahren, trotz einiger toller neuer Produkt, vermissen. Aber das kann man von einem 733 Milliarden Dollar-Unternehmen mit knapp 80.000 Mitarbeitern auch nicht mehr erwarten.

Dieser Neueinsteiger müsste mit einem völlig neuen Produkt einsteigen oder eine Branche so sehr umwälzen, dass die Nutzer in Scharen kommen und alles andere stehen und liegen lassen. Das ist selten, aber auch Google ist dieses Kunststück vor 20 Jahren und Facebook vor 10 Jahren gelungen. Vielleicht habe ich hier jetzt großen Quatsch geschrieben, aber ich wollte den Gedanken einfach einmal festhalten, denn vielleicht kann ich diesen Beitrag in 10 Jahren wieder verlinken und davon sprechen, wie dominant Google damals gewesen ist. Warten wir es mal ab.

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