Telegram-Blockade in Russland: Auch die Google Cloud ist von der Sperre betroffen

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Geheimdienste und Regierungen horchen gerne bei der Kommunikation der Menschen mit und möchten in möglichst allen populären Produkten Backdoors haben. Worauf einzelne Länder nun wirklich Zugriff haben und worauf nicht, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Russland macht aber keinen Hehl daraus, dass man gerne beim Messenger Telegram mithören würde. Durch die nun aktivierte Sperre wird aber auch Google in Mitleidenschaft gezogen.


Telegram gilt bei vielen Nutzern als sichere und vor allem Facebook-freie Alternative zu WhatsApp und ist dementsprechend äußerst populär. Russland hätte nun gerne Zugriff auf die Chats der Nutzer, bzw. möchte Möglichkeiten zur Entschlüsselung der Nachrichten vom Anbieter bekommen. Telegram hat sich dem allerdings verweigert und so war es keine große Überraschung, dass ein Gericht in der vergangenen Woche die Sperre des Messengers angekündigt hat.

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Seit gestern wird die Sperre umgesetzt, zeigt aber statt den gewünschten Erfolgen vor allem auch Kollateralschäden. Um es den Behörden zu erschweren und fast unmöglich zu machen, hatte der Messenger-Dienst große Teile der eigenen Infrastruktur in die Cloud-Dienste von Google und Amazon verlagert. Um dennoch effektiv sperren zu können, wurden in dem Land nun einfach Hunderttausende IPs gesperrt, die den beiden Cloud-Dienstleistern zugeordnet sind.

Das hat nun zur Folge, dass viele Dienste auf diesen Cloud-Servern nun in Russland nicht mehr oder nur sehr schwer erreichbar sind. Bekannte Beispiele sind der populäre Messenger Viber oder auch die Krypto-Plattform Coinface. Verhindern lässt sich das aber wohl nicht, da Telegram durch die Auslagerung ein Versteckspiel spielen kann, das dann eben auch andere Dienste betrifft. Google und Amazon dürften da aber wohl einfach zusehen und sich nicht in die laufenden Prozesse einmischen.

Telegram selbst soll übrigens auch weiterhin in Russland relativ stabil erreichbar und nutzbar sein.

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[heise]


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