Marktforscher: Google hat im vergangenen Jahr knapp 4 Millionen Pixel-Smartphones verkauft

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Mit den Pixel-Smartphones ist Google Ende 2016 groß als Hersteller in den Smartphone-Markt eingestiegen und hat sich von der bis dahin gepflegten Nexus-Serie verabschiedet. Ob sich dieser Schritt langfristig auszahlt muss sich erst noch zeigen, aber immerhin zeigen die Verkaufszahlen der Smartphones in die richtige Richtung: Im vergangenen Jahr konnte Google kapp 4 Millionen Pixel-Smartphones verkaufen.


Vor einiger Zeit hat Google damit begonnen, die eigene Marke verstärkt im Hardware-Bereich zu verankern, wobei die Pixel-Smartphones eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielen. Statt wie bisher mit einem ausgewählten großen Hersteller zusammenzuarbeiten und ein Nexus-Smartphone auf den Markt zu bringen, übernimmt nun Google selbst die volle Kontrolle und kann erstmals Smartphones nach den eigenen Vorstellungen bauen. Und zumindest dieser Neustart scheint geglückt.

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Wie die Marktforscher von IDC jetzt bekannt gegeben haben, hat Google im Jahr 2017 ganze 3,9 Millionen Pixel-Smartphones verkauft. Im Jahr zuvor waren es noch etwas weniger als 2 Millionen Smartphones. Wie sich diese Zahlen genau zusammensetzen ist derzeit leider noch nicht bekannt – einen Rückschluss auf die Verkäufe der Pixel 2-Smartphones erlaubt diese Statistik also noch nicht. Aufgrund der kurzen Zeitspanne kann man aber davon ausgehen, dass die Pixel 1 noch den größeren Anteil haben.

IDC spricht von einer Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr, aber das kann man nicht unkommentiert stehen lassen. Beim Vorjahr handelt es sich um das Jahr 2016, und bekanntlich wurden die Smartphones erst im Spätherbst angekündigt. Es waren also nur 2-3 Monaten Zeit, um die Zahl von knapp zwei Millionen verkauften Smartphones zu erreichen. Im Jahr 2017 hatte man etwa 4x so viel Zeit wie im Jahr zuvor, so dass eine Verdopplung in diesem Fall schon wieder in einem anderen Licht erscheint.



Weiterhin gibt IDC noch zu Bedenken, dass der Markt eine Größe von 1,5 Milliarden Smartphones hat – der von Google kontrollierte Anteil ist also derzeit noch sehr gering und liegt irgendwo zwischen 0,5 und 1 Prozent. Das deckt sich übrigens auch sehr gut mit den Zahlen zur Android-Verbreitung, bei denen Oreo erst vor wenigen Wochen die 1-Prozent-Marke durchbrechen konnte. Da bisher nur eine handvoll Smartphones außerhalb des Google-Universums das Update erhalten haben, sind die Zahlen in den ersten Monaten immer ein guter Gradmesser.

Google dürfte derzeit wohl nicht unbedingt den Anspruch haben einen sehr hohen Marktanteil zu erreichen, und dürfte damit auf lange Sicht wohl auch Probleme mit den anderen Herstellern bekommen. So lange das Pixel-Geschäft noch vergleichsweise klein ist, wird niemand ein Problem darin sehen, aber sollte es eines Tages doch einmal explodieren, könnten schnell Interessenskonflikte auftreten – die es auch schon nach der Motorola-Übernahme durch Google gegeben hatte.

In diesem Jahr stehen die Pixel 3-Smartphones auf dem Programm, zu denen es bereits die ersten Informationen gegeben hat, und die auch weiterhin nicht mit Innovationen sparen sollen. Durch die Übernahme des HTC-Teams hat man sich nicht nur jede Menge Know-How gesichert, sondern noch einmal ein Stückweit unabhängiger von einem Hersteller gemacht. Wir können wohl auch davon ausgehen, dass sich das Pixel 2-Debakel in diesem Jahr nicht noch einmal wiederholen wird. Ohne die vielen Probleme wären sicherlich noch einige Smartphones mehr verkauft worden.

Siehe auch
» Essential Phone: Das Smartphone des Android-Erfinders hat sich weniger als 90.000 mal verkauft

[9to5Google]


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