YouTube zieht Konsequenzen: Viele kleine Kanäle werden die Möglichkeit zur Monetarisierung verlieren

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Die letzten Monate waren nicht leicht für Googles Videoplattform YouTube und waren eher durch Reaktionen als Aktionen geprägt, in denen es vor allem um die Qualität der Videos auf der Plattform ging. Schon vor einigen Tagen wurden große Veränderungen angekündigt, die nun endlich konkretisiert wurden. Dazu werden schon sehr bald drei Maßnahmen umgesetzt, die vor allem die kleinen Kanäle treffen werden, die nun keine Werbeanzeigen mehr schalten können.


Es gehört zur Natur einer offenen Videoplattform, dass sich dort immer wieder unpassende Inhalte finden, aber in der Vergangenheit hat es bei YouTube zu große Ausmaße angenommen, die weit über die Urheberrechtsverletzungen hinausgehen. Und so hatte man schon im Laufe des Jahres Umfangreiche Maßnahme gegen Terror-Propaganda sowie gegen kindesgefährdende Videos angekündigt. Und jetzt geht es vor allem darum, das Vertrauen der Werbekunden zurückzugewinnen.

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So wie viele andere Google-Angebote auch, lebt YouTube zu einem überwiegenden Teil von Werbeeinnahmen und ist auf gute Partnerschaften angewiesen. Doch immer häufiger kam es in der Vergangenheit vor, dass auch vor fragwürdigen Videos Werbeeinblendungen geschaltet wurden. Die Marken möchten aber verständlicherweise nicht mit einem negativen Video in Verbindung gebracht werden und haben deswegen YouTube in Scharen den Rücken gekehrt – zumindest vorübergehend. Neue Maßnahmen sollen sie nun wieder besänftigen.

Folgende Maßnahmen werden umgesetzt

Verschärfte Richtlinien für die Monetarisierung
Bisher musste ein Kanal mindestens 10.000 Views generieren um für das YouTube Partner Program freigeschaltet zu werden und Videos zu monetarisieren. Ab dem 20. Februar gibt es nun sehr viel strengere Voraussetzungen: Ein Kanal muss mindestens 1.000 Abonnenten haben und im Laufe der letzten 12 Monate mindestens 4.000 Stunden Watch-Time generiert haben. Außerdem werden auch nicht näher genannte Signale aus der Community ausgewertet und können bei zu vielen negativen Werten dafür sorgen, dass ein Kanal aus dem Partnerprogramm herausgeworfen wird.

Das wird nun vor allem viele kleine Kanäle treffen, die monatlich eine handvoll Euros verdient haben, aber noch keine 1.000 Abonnenten vorweisen können. Laut YouTube wird die Reichweite der Werbung um etwa 5 Prozent sinken – und das sind enorm viele Kanäle und wohl auch viele Millionen Euro/Dollar.



Strengere Vorschriften für „Google Preferred“
Dieser Punkt dürfte die Konsequenz aus dem Suizidwald-Video von Logan Paul sein: Die speziellen Werbeanzeigen für die Top-YouTuber werden in Zukunft nicht mehr automatisch geschaltet, sondern erst dann wenn das Video von YouTubes Reaktion als unbedenklich und für Werbekunden geeignet eingestuft wurde. Auch alle derzeitigen Kanäle in diesem Programm werden einer Prüfung unterzogen, die in den USA bis Mitte Februar und im Rest der Welt bis Mitte März dauern kann.

Mehr Möglichkeiten für Werbekunden
In den kommenden Monaten wird YouTube ein System ausarbeiten, das es Werbekunden erlaubt, die Platzierung ihrer Anzeigen besser zu kontrollieren und das Umfeld festzulegen. Details dazu folgen in den nächsten Monaten.


Es sind sicher die richtigen Schritte von YouTube um die Plattform sauber zu halten, aber wie so häufig müssen die Kleinen nun darunter leiden und werden somit zu Bauernopfern. Aber anders wird es wohl erst einmal nicht gehen.

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comment 3 Kommentare zum Thema "YouTube zieht Konsequenzen: Viele kleine Kanäle werden die Möglichkeit zur Monetarisierung verlieren"

  • naja, auch google wird es irgendwann noch lernen.
    d.tube wird damit noch interessanter für publisher.
    wer’s nicht kennt: ein blockchain basiertes youtube mit fairer monetarisierung aller publisher

  • Naja, ich ich habe zwar ein Monetarisierungs-Antrag erstellt und zugesendet, aber mich juckt es jetzt nicht ob ich auf YT damit Geld verdienen kann. Das einzige was mich gestört hat, ist, dass man mit Monetarisierung eher Relevanter auf Youtube wird und man somit mehr empfohlen wird, laut einigen Leuten. Ob das jetzt stimmt weiß ich jetzt nicht, aber das ist mir jetzt auch schnuppe. Da ich eh nie Monetarisieren kann. xD

  • Mit meinen 8.000 Views und den über die Jahre damit verdienten vielleicht 60 Cent fühle ich mich nicht als Bauernopfer. Vielmehr ist das so egal, dass schon das Nachdenken darüber sinnfrei ist. Es geht für Google auch mitnichten darum, die Plattform sauber zu halten. Es geht darum, Einnahmequellen zu sichern. Ich meine, kein Youtuber, der für Werbekunden problematisches Material hochläd, hat Interesse an einer Finanzierung. Die Aufregung herrscht eher bei Google als bei den Youtubern selber. Just my 2 cents.

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