Änderungen am YouTube Partner Program: Ab sofort können nur noch Kanäle mit 10.000 Views ihre Videos monetarisieren

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Vor genau 10 Jahren hat YouTube das Partner Program eingeführt, mit dem Kanalbetreiber Werbeanzeigen in und um ihren Videos einblenden lassen und so Geld verdienen können. Vor wenigen Stunden hat YouTube nun eine Änderung für dieses Programm angekündigt, mit der man die Probleme der vergangenen Woche aus der Welt schaffen möchte. Ab sofort können nur noch Kanäle mit mehr als 10.000 Views Werbeanzeigen in ihren Videos einblenden.


Nicht nur die „großen“ YouTube-Stars leben von Googles Videoplattform und verdienen sich durch mehr oder weniger qualitative Videos eine goldene Nase, sondern auch sehr viele kleinere Betreiber verdienen sich ein kleines Zubrot mit ihren Videos. Diesen wird es in Zukunft nun allerdings etwas schwerer gemacht, denn eine Monetarisierung vom ersten Tag an wird es ab sofort nicht mehr geben.

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YouTube hat in einem Blogpost angekündigt, dass ab sofort nur noch Kanäle mit insgesamt mehr als 10.000 Videos-Views Werbeanzeigen einblenden und ihre Videos monetarisieren können. Diese Änderung tritt ab sofort in Kraft und gilt für alle ab heute neu gestarteten Kanäle. Alle Kanäle die bereits für die Monetarisierung freigeschaltet sind, können diese auch weiter nutzen und sind von der neuen Regel vorerst nicht betroffen. Ob das auch auf Dauer so bleibt, lässt sich schwer sagen.

In wenigen Wochen wird diese Änderung noch durch ein neues Programm ergänzt, bei dem alle Kanäle vor der Monetarisierung einen Review-Prozess durchlaufen müssen. Sobald diese die 10.000 Views überschritten haben, können die Betreiber ihren Kanal zur Überprüfung einreichen und müssen das Ergebnis abwarten, bevor die Videos mit Werbeanzeigen versehen werden können. Wie lange dieser Prozess dauert lässt sich noch nicht sagen, denn offenbar ist YouTube gerade erst eiligst dabei, diesen Prozess aufzubauen.



Starting today, we will no longer serve ads on YPP videos until the channel reaches 10k lifetime views. This new threshold gives us enough information to determine the validity of a channel. It also allows us to confirm if a channel is following our community guidelines and advertiser policies. By keeping the threshold to 10k views, we also ensure that there will be minimal impact on our aspiring creators. And, of course, any revenue earned on channels with under 10k views up until today will not be impacted.

Diese doch recht radikale Änderung dürfte ein Schnellschuss von YouTube sein, um nicht noch mehr Werbekunden zu vergraulen. In den USA haben sich in den letzten Wochen viele großer Werbepartner vorerst von der Plattform verabschiedet, da ihre Anzeigen neben unerwünschten Videos mit Hassbotschaften und anderen zu sehen waren. Da sie nicht mit einem solchen Thema in Verbindung gebracht werden möchten, forderten sie lautstark eine Änderung und bessere Kontrolle durch YouTube.

Dieser Schritt ist nun sehr gut nachvollziehbar und dürfte das Problem schnell lösen können. Für Kanalbetreiber ist das aber natürlich ärgerlich, da sie nun erst eine entsprechende Nutzerbasis aufbauen müssen bis die ersten Einnahmen fließen. Wer tatsächlich viel Energie hereinsteckt und ernsthaft seinen Lebensunterhalt damit bestreiten möchte dürfte diese Views zwar schnell durch qualitative Videos aufbauen, aber die kleinen Nebenbei-Video-Kanäle haben so es natürlich schwer.

» Ankündigung im YouTube Creators Blog



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comment Ein Kommentar zu “Änderungen am YouTube Partner Program: Ab sofort können nur noch Kanäle mit 10.000 Views ihre Videos monetarisieren

  • Schön wäre wenn dadurch die Kanäle mit qualitativ hochwertigem Inhalt „gefördert“ würden, und die anderen Kanäle mit schwachsinnigem Inhalt von der Plattform verschwinden. Mal sehen wie die Auswirkungen sind…

    Zum Werbeboykott an sich: Sicherlich sollte man das Problem nicht größer machen als es ist, aber Youtube muss die Problematik ernst nehmen. Ich als Werbekunde möchte auch nicht unbedingt meine Werbung vor Videos mit rechtsradikalem oder extrimistischem Inhalt sehen, da kann ich denn Ärger schon irgendwo nachvollziehen. Andererseits muss sich Youtube aber auch die Frage gefallen lassen, wie es solche Videos überhaupt auf die Plattform schaffen können.

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