5-Punkte-Plan: So soll YouTube vor Pädophilen und kindesgefährdenden Video sauber gehalten werden

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Als größte Videoplattform der Welt hat es YouTube nicht leicht, den Content auf der eigenen Plattform zu kontrollieren – und das fällt dem Unternehmen immer mehr auf die Füße. Derzeit gibt es wieder Probleme mit den sogenannten „familienfreundlichen Videos“, die aber nicht wirklich dazu gezählt werden können. Einige Werbekunden haben wieder einmal den Boykott der Plattform angekündigt, und YouTube hat daraufhin einen 5-Punkte-Plan veröffentlicht, mit dem man die Inhalte wieder besser unter Kontrollen bringen möchte.


Tag für Tag werden auf YouTube mehr als eine halbe Million Stunden Videomaterial hochgeladen, und diese Mengen sind natürlich nicht mehr so einfach zu kontrollieren. Das Problem mit den urheberrechtlich geschützten Videos und Inhalten hat man längst großteils in den Griff bekommen, aber mittlerweile dreht sich die Diskussion vor allem auch um Videos mit gefährlichen Inhalten, die selbst Pädophilen Tür und Tor öffnen und fast schon ein Paradies darstellen. Das will man nun endlich in den Griff bekommen.

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Es liegt in der Natur der Sache, dass es auf YouTube unzählige Videos gibt, in denen Kinder zu sehen sind – teilweise auch alleine oder in Badebekleidung. Während es sich dabei meist um simple Videos der stolzen Eltern handelt, die sich nichts böses dabei denken, sollen sich in den Kommentaren schlimme Szenen abspielen und ein Tummelplatz für Pädophile sein. Seitdem das bekannt geworden ist, haben sich einige große Werbekunden aus Boykott von der Plattform zurückgezogen und erhöhen so den Druck auf das Unternehmen.

YouTube hat schon vor den neuen Boykotts reagiert, und hat einen 5-Punkt-Plan ausgearbeitet:

  • 1. Strengere Umsetzung der eigenen Richtlinien Sollten Kinder durch ein Video gefährdet werden, selbst wenn es der Uploader gar nicht im Sinn hatte, werden Videos nun noch schneller gesperrt und gelöscht. Allein in der vergangenen Woche wurden 50 Kanäle gesperrt und Tausende von Videos gelöscht. Außerdem werden die Richtlinien für Videos ab 18 Jahren verschärft
  • 2. Werbung bei unangebrachten Videos sperren Wird ein Video als familienfreundlich eingestuft und enthält dann dennoch unpassende Inhalte, soll die Auslieferung von Werbung schneller blockiert werden – selbst wenn es sich um Satire handelt. Seit Juni wurden bereits 3 Millionen Videos entmonetarisiert.
  • 3. Schnellere Sperre von unpassenden Kommentaren Finden sich unter einem Kinder-Video unpassende Kommentare, sollen diese nun noch schneller erkannt und gesperrt werden. Sollte ein Video ein wahrer Magnet für solche Kommentare sein, wird die Plattform automatisch die Kommentarfunktion deaktivieren.
  • 4. Hilfe für familienfreundlichen Content Schon bald möchte man den Erstellern von familienfreundlichen Videos neue Tools und Guidelines in die Hand geben, um solche Videos noch freundlicher und passender zu gestalten und nicht in eine der „neuen“ Fallen zu tappen.
  • 5. YouTube holt sich weiter externe Hilfe Um die eigene Plattform sauber zu halten und Streitfragen schneller zu klären, setzt man in Zukunft noch stärker auf die Meinung von Experten. So sollen etwa Dinge geklärt werden, wie Erwachsene Menschen in Verkleidung einer Kinderfigur oder Comic-Serien für Erwachsene und Kinder



All diese Punkte werden dazu beitragen, dass YouTube eine sicherere Plattform für Jung und Alt wird, aber vollständig säubern kann man das eigene Angebot wohl niemals – zumindest nicht nach derzeitigem Stand. Um wirklich für Ordnung zu sorgen, muss man wohl deutlich mehr moderierende Kräfte haben und am Ende jedes einzelne Video begutachten – was am Ende dann aber auch wieder zu einer riesigen Zensur führen würde.

Ob man nun tatsächlich Videos von erwachsenen Menschen in Kinderfiguren-Verkleidung verbieten oder als gefährlich einstufen muss, ist aber fraglich. Die Intention dahinter ist verständlich, aber bedeutet dass dann nicht auch das Ende von bspw. Videos aus dem Disneyland? Wer böse Absichten hat, wird immer Wege finden um Inhalte zu verbreiten, und alle anderen müssen am Ende darunter leiden. Schon jetzt muss man ja aufpassen, dass keine Musik im Hintergrund läuft.

Dass zu viele und zu scharfe Filter auch zu Problemen führen können, hat sich erst vor kurzem wieder gezeigt als ein Google-Werbespot und YouTube-Kanal gelöscht worden sind. Dass man die Probleme nun aber sehr ernst nimmt und viele Maßnahmen anstößt, zeigt, dass das ganze in die richtige Richtung geht und man wohl eher die Künstlichen Intelligenzen immer weiter darauf trainieren muss, solche Videos zu erkennen und gegebenenfalls deren Kreis einzuschränken, sie zu sperren oder zu löschen.

» Die Maßnahmen im Detail im YouTube-Blog

[futurezone]


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