Künstliche Intelligenzen: Unternehmensberater sagt den Untergang von Google & Facebook voraus

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Analysten lieben es, gewagte Thesen aufzustellen und Unternehmen vermeintlich wachzurütteln. Insbesondere großen Unternehmen wird dabei immer wieder ein Scheitern vorausgesagt, da sich damit am meisten Aufmerksamkeit erregen lässt. Jetzt hat sich der Chef des deutschen Unternehmensberaters Roland Berger zu Wort gemeldet und sagt sowohl Google als auch Facebook und den anderen großen Tech-Unternehmen eine düstere Zukunft voraus.


Jedes Unternehmen, egal wie groß, wie wertvoll oder wie viele Mitarbeiter, kann stürzen und innerhalb weniger Jahre durch Missmanagement an den Rande des Ruins gewirtschaftet werden. Auch die heute dominierenden Technologie-Konzerne bilden dabei keine Ausnahme und werden natürlich nicht auf Ewig an der Spitze der wertvollsten Unternehmen bleiben. Ein regelrechter Absturz innerhalb der nächsten 10 Jahre ist dennoch mehr als unwahrscheinlich – sorgt aber für Aufmerksamkeit.

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Der Chef der deutschen Unternehmensberatung Roland Berger, Charles-Edouard Bouée, zeichnet nun ein düsteres Bild für Google. Obwohl das Unternehmen derzeit sehr viel Energie in die Künstliche Intelligenz investiert, wird das Unternehmen an dieser Scheitern und sich schon bald von einem Newcomer vorführen lassen müssen. Tatsächlich sieht Bouée die Künstliche Intelligenz als eine Kern-Technologie, bei der keines der aktuell dominierenden Unternehmen gut aufgestellt ist, da sie den falschen Ansatz wählen.

Die Werbeerlöse, von denen Google und die anderen heute leben, gibt es in einigen Jahren so nicht mehr.

Googles KI ist vor allem darauf ausgelegt, das Geschäft mit der Werbung zu stärken, das allerdings rückläufig ist und die Umsätze bald nicht mehr so sprudeln lässt wie bisher – so Bouée. Innerhalb von 10 Jahren wird es zu so großen Veränderungen kommen, dass die Unternehmen nicht gewappnet sind und aufgrund ihrer Größe auch nicht schnell genug reagieren können.

Statt den fünf großen Silicon Valley-Unternehmen sieht er nun vor allem eine große Chance für Europa. Das Geschäftsklima ist in Europa nun nicht mehr tristgrau sondern rosarot und bietet alle Voraussetzungen, dass ein Global Player in Zukunft auch mal aus Deutschland oder einem anderen europäischen Land kommen könnte. Da Berger vor allem europäische Unternehmen berät, ist das natürlich keine überraschende Aussage.



Bouée hat sicherlich Recht damit, dass die Künstliche Intelligenz in Zukunft eine sehr große Rolle spielen wird, und wohl auch neue Unternehmen hervorbringen kann die innerhalb kürzester Zeit zu einem globalen Konzern anwachsen. Das ist aber sicherlich nicht gleich bedeutend damit, dass Google, Facebook oder auch Apple untergehen werden. Vielleicht werden sie überholt – eines Tages ganz sicher – aber dennoch dürften sie ihren Geschäften auch weiterhin nachgehen können.

Es würde mich nicht wundern, wenn die Künstliche Intelligenz nun von der Unternehmensberatung als großes kommendes Geschäftsfeld propagiert wird. Schon jetzt rät Bouée vor allem den Automobilherstellern und den Finanzunternehmen eine Konzentration auf die KIs, denn der Umsatz in diesem Bereich wird bis zum Jahr 2030 auf 150 Milliarden Dollar ansteigen, zumindest haben das die Experten prognostiziert. Interessant wird vor allem sein, wie sich damit außerhalb der Industrie Geld verdienen lassen soll. Aber darüber haben sich sicher auch Google und Facebook schon Gedanken gemacht.

Die Liste der wertvollsten Unternehmen der Welt wird derzeit vollständig von den Technologie-Unternehmen dominiert, womit vor 20 Jahren niemand hätte rechnen können. Google war ein Projekt von zwei Studenten, Apple stand kurz vor dem Ruin, bei Amazon hat wohl noch Jeff Bezos persönlich die Bücher in Kartons verpackt und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ging noch in die Schule. In 20 Jahren werden wir möglicherweise fünf ganz andere Unternehmen an der Spitze sehen, aber ich gehe nicht davon aus dass eines der heutigen Unternehmen nicht mehr existieren wird.

[Handelsblatt]


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comment 6 Kommentare zum Thema "Künstliche Intelligenzen: Unternehmensberater sagt den Untergang von Google & Facebook voraus"

  • Ich habe schon vor Jahren immer wieder gesagt, dass wir bereits 2025 ein komplett anderes Bild haben werden und nicht mehr wie heute mit Computern arbeiten.
    Apples Fall sehe ich sehr deutlich vor mir, ihr Blendwerk kann nicht mehr lange funktionieren, und die „wertvollste“ Marke der Welt ist die, dessen Statistiker die Zahlen am besten verdrehen. Apple ist nicht und war nie die wertvollste Marke der Welt und es gibt kaum ein schlechteres Unternehmen mMn.
    Google wird sich auch nicht halten können und Facebook… naja dazu kann ich nichts sagen, habe weder einen Account noch kam ich damit irgendwie jemals persönlich in Berührung weil sich der Sinn dieser Sache mir nie offenbart hat. Bin nicht so veranlagt, irgendwas über mich in die Welt schreien zu wollen.

    • Dass es große Veränderungen geben wird ist klar, dass habe ich ja auch im Artikel beschrieben. Aber wer sagt denn, dass nicht Apple oder Facebook oder Google das nächste große Ding entwickeln, das sie dann vielleicht noch größer macht?
      Neue Unternehmen werden dazu stoßen, aber das heißt ja nicht dass die „alten“ den Bach runtergehen. Siehe bspw. IBM.

  • Natürlich singt der Roland Berger Chef einen Abgesang auf die führenden Internet Unternehmen. Er möchte ja, dass seine Kunden denken, sie können Teil des nächsten Giganten werden. Was übersehen wurde: gerade Google ist ein extrem agiles und innovatives Unternehmen, das Unsummen in Moonshots investiert. Gerade was den Google Assistent angeht, so ist doch offensichtlich, dass Google damit sein bisheriges Kerngeschäft transformieren möchte. Google hat dazu sogar ein Statement auf der IO17 abgegeben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Roland Berger entgangen ist. Dort anzugucken und dann zu behaupten, man selbst wisse, was die Zukunft bringt – im Subtext: mit uns werdet IHR die Größten! – finde ich einen schwachen, leicht durchschaubaren Move.

  • In der Geschäftswelt hat ausnahmslos jedes Unternehmen seinen:
    Aufstieg, Zenit und Niedergang
    Und das gilt auch für die heutigen Technologiekonzerne. Wäre
    es anders, würden wir noch in der Steinzeit leben.

    d.h. Was der Mann da blubbert sind Binsenweisheiten.Und das die
    Welt in 20 Jahren ganz anders ausieht wie heute, dazu braucht man
    auch keinen Unternehmensberater um das zu wissen.

  • Solange der Mann nicht verrät, an welchen konkreten Informationen er diese Aussage festmacht, ist sie in meinen Augen vollkommen wertlos. Klar ist für mich: derartige Beratungsfirmen gibt es nur, weil es ausgeprägte Vetternwirtschaft gibt. Sollte die Menschheit klüger und reifer werden, wird es derartige Firmen wie Berger nicht mehr geben.

  • Na klar werden andere Unternehmen die Musik machen, aber nicht aus Europa. Rakuten, Alibaba, Huawei usw geben ziemlich Gas. Allerdings am besten ist Microsoft aufgestellt in der Businessgeschäftswelt.

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