Angriffe auf Shuttle-Busse: Google & Apple reagieren auf die zunehmende Wut gegen ihre Mitarbeiter

alphabet 

Durch Google, Apple und Facebook sind in den letzten Jahren mehrere Zehntausend neue Arbeitsplätze im Großraum San Francisco geschaffen worden. Allerdings haben alle drei Unternehmen ihren Sitz in kleinen Städten mit zu wenig Wohnraum, so dass die Mitarbeiter mit großen Flotten von Shuttle-Bussen aus San Francisco abgeholt werden müssen. Populär war diese Methode noch nie, aber in den letzten Wochen ist die Aggression gegen die Unternehmen und Busse in Gewalt umgeschlagen.


Google bzw. Alphabet hat seinen Hauptsitz in Mountain View, Facebook hat es sich in Menlo Park gemütlich gemacht und Apple stammt bekanntlich aus Cupertino. Allesamt haben die Orte gemeinsam, dass sie für die unzähligen Mitarbeiter der Unternehmen zu wenig Wohnraum bieten. Das führt dazu, dass die meisten Mitarbeiter im Großraum San Francisco wohnen und dort für eine kleine Immobilienkrise gesorgt haben. Doch das Problem wird sich nicht ganz so leicht lösen lassen.

Google Bus Shuttle

Die Mitarbeiter aller drei Unternehmen verdienen bekanntlich nicht schlecht und gehören in der Region zu den Großverdienern. Das sorgt dafür, dass gleichzeitig auch die Ansprüche der Menschen an die Behausung und somit auch die Immobilienpreise steigern. Für Normalverdiener ist dadurch wiederum das Wohnen in San Francisco kaum noch leistbar – und diese Tatsache schieben sie unter anderem auf diese drei Unternehmen. Diese betreiben nämlich riesige Busflotten, die die Mitarbeiter jeden Tag an ihren Arbeitsplatz kutschieren.

Da sich die Unternehmen dem Groll der Bewohner bewusst sind, sind die Busse längst nicht mehr mit dem Firmenlogo versehen, sind aber dennoch bekannt und gehören sogar schon zu den Touristen-Attraktionen in diesem Gebiet. Jetzt ist dieser Hass allerdings eskaliert und die Busse wurden angegriffen, wobei teilweise auch Fensterscheiben zu Bruch gegangen sind. Mitarbeiter sollen nicht verletzt worden sein – aber durch die erste Welle der Eskalation kann das für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden.

Aus diesem Grund nehmen die Busse sowohl von Apple als auch von Alphabet nun eine andere Route, die vermeintlich sicherer sein soll. Das löst zwar das Problem an der Haltestelle nicht, soll aber den Weg sicherer machen. Allerdings führt das auch zu starken Einschränkungen für all die Mitarbeiter, denn die Routen sollen zwischen 30 und 45 Minuten pro Richtung (!) länger dauern. Damit sind die Mitarbeiter nun also jeden Tag 1,5 Stunden weniger zu Hause als zuvor.



Langfristig kann das natürlich keine Lösung sein, aber es hat wohl auch niemand eine Patentlösung für das Problem. Die einzige Lösung wäre es, sehr viel neuen Wohnraum in den Regionen rund um die Firmenzentralen zu schaffen – wobei fraglich ist, ob der Platz zur Verfügung steht und ob die Mitarbeiter überhaupt auf die gute Infrastruktur in SF verzichten wollen/können.

Google ist das Problem bereits im letzten Jahr angegangen und hat mit dem Bau von Hunderten Wohnungen begonnen, die allesamt den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden. Das ist zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber vielleicht ein erster Schritt in die richtige Richtung. Auch Apple und Facebook dürften wohl über ähnliche Pläne nachdenken, denn auf Dauer wird der Streit mit den Bewohnerns SFs nur noch weiter eskalieren.

Schon vor einigen Jahren gab es Probleme mit Googles Bussen, die damals noch so farbenfroh wie das Firmenlogo gestaltet waren. Damals entzürnte sich ein Streit darüber, ob die Busse an öffentlichen Haltestellen anhalten dürfen oder nicht. Gegen die Zahlung einer Gebühr wurde das dann aber beigelegt.

Eine ganz pragmatische Lösung hatte ein Google-Mitarbeiter gefunden, der über Monate in einem Truck auf dem Firmenparkplatz gewohnt at und sich somit die Pendlerei und auch die Kosten für eine Wohnung gespart hat.

[Spiegel Online]


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