Wegen des Wechsels zu Google als Standard-Suchmaschine: Mozilla und Yahoo! verklagen sich gegenseitig

yahoo 

Mozilla möchte mit dem Firefox Quantum verlorene Nutzer zurückgewinnen und Googles Browser Chrome wieder Marktanteile abnehmen. Gleichzeitig stärkt man mit der neuen Version aber wieder ein anderes Produkt von Google – nämlich die Websuche. Relativ überraschend hatte Mozilla Yahoo! von Bord geworfen und setzt nun global wieder auf Google. Das möchte Yahoo! bzw. der Mutterkonzern Oath nicht hinnehmen und hat Klage gegen Mozilla eingereicht, die nun mit einer Gegenklage beantwortet wird.


Vor zwei Jahren hatte Mozilla die Google-Suche in den USA und einigen anderen Ländern gegen Yahoo! ausgetauscht und hatte eigentlich einen Vier-Jahres-Vertrag mit der Suchmaschine abgeschlossen. Doch seitdem ist viel bei Yahoo! passiert und das Unternehmen ist noch mehr ein Schatten seiner selbst als damals schon und hat mittlerweile auch einen neuen Besitzer. Dieses Image wollte Mozilla nicht auf seinen Firefox-Browser abstrahlen sehen und hat kurzerhand wieder zurück zu Google gewechselt.

mozilla firefox quantum

Yahoo! bzw. der Mutterkonzern Oath dürfte einigermaßen vom Wechsel zu Google überrascht gewesen sein, denn am 1. Dezember hatte man Klage gegen die Entscheidung Mozillas eingereicht. Dies wollte der Browser-Hersteller aber nicht auf sich sitzen lassen und hat gestern eine Gegenklage eingereicht. In den Fällen geht es natürlich um die vorzeitige Kündigung des Vertrags, und die Tatsache ob diese rechtmäßig war oder eben nicht. Das müssen nun die Gerichte klären.

Mozilla begründet den Wechsel vor allem mit den massiven Image-Problemen von Yahoo!, die auf die Marke Firefox abgestrahlt hätten. Direkt nach der Übernahme von Yahoo! hatten sich Oath und Mozilal mehrere Monate lang darüber verständigt wie die Partnerschaft fortgeführt werden kann und kam dann zu dem Schluss, dass das in der aktuellen Situation nicht mehr möglich ist. Daraufhin hat Mozilla von seinem vertraglich zugesicherten Recht, den Vertrag vorzeitig zu kündigen, Gebrauch gemacht.

Das ganze hat natürlich zwei Seiten, und wenn Mozilla tatsächlich ein vorzeitiges Kündigungsrecht hatte, dann würde Yahoo! nicht klagen. Vermutlich ist es schwammig formuliert und ist dann Auslegungssache. Zusammen kommen werden die beiden Seiten aber wohl nicht mehr, ganz egal wie das Verfahren ausgeht.



Es scheint nicht so zu sein – was viele dachten – dass Google mit den Geldkoffern zu Mozilla gekommen ist und Yahoo! ausgebootet hat. Viel mehr stand Google wohl einfach bereit, als Mozilla seinen Suchpartner verloren hat und dann ohne Suchmaschine dazustehen drohte. Da Google in diesem Jahr fast 20 Milliarden für die Platzierung als Suchmaschine ausgegeben hat, dürfte der Betrag für Mozilla wohl noch im Budget gewesen sein, und man hat die Chance genutzt wieder in jedem großen Browser der Standard zu sein.

Besonders schmerzen dürfte es Yahoo! wohl, dass Mozilla damit argumentiert dass die Websuche keine qualitativ hochwertigen Ergebnisse mehr geliefert hat und die Marke zu sehr beschädigt ist. Wenn das dann auch noch vor Gericht mit Brief und Siegel bestätigt wird, könnte das ganze für Yahoo! noch weiter nach hinten losgehen als es das ohnehin schon gegangen ist.

» Stellungnahme im Mozilla-Blog

Siehe auch
» Mozilla: Firefox-Entwickler kann Umsatz deutlich steigern – und wird weiterhin von Google finanziert
» Firefox Quantum: Google ist ab sofort wieder die Standard-Suchmaschine im Mozilla-Browser
» USA: Yahoo! löst Google als Standard-Suchmaschine im Firefox ab

[futurezone]


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