Nach Beschwerde von Yandex: Türkisches Kartellamt leitet Ermittlungen gegen Google ein

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Der extrem hohe Marktanteil von Android bei den Smartphones sorgt bei Googles Rechtsabteilung wieder einmal für Probleme. Nach einer mehrmaligen Beschwerde der russischen Suchmaschine Yandex hat das Kartellamt in der Türkei nun ein Ermittlungsverfahren gegen Google eingeleitet. Es geht wieder einmal um die Bündelung des Betriebssystems mit den vorinstallierten Google-Apps.


Die neuesten Statistiken haben bewiesen, dass es auf dem mobilen Markt nur noch zwei Betriebssysteme gibt und alle anderen Marktteilnehmer inklusive Microsoft nicht einmal mehr auf einen Anteil von einem Prozent kommen. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten bei der versammelten Konkurrenz, die sich selbst praktisch von der Plattform ausgegrenzt sieht, da sie die eigenen Anwendungen nicht vorinstallieren können.

google vs yandex

Das Kartellamt in der Türkei hat nun offiziell ein Ermittlungsverfahren gegen Google gesammelt, und überprüft den Vorwurf der russischen Suchmaschine Yandex. Diese hat dem Kartellamt Hinweise darauf vorgelegt, dass Google die Smartphone-Hersteller zur Vorinstallation von Apps zwingt und somit alle anderen Marktteilnehmer ausgegrenzt würden. Nachdem die türkische Behörde das Ersuchen vorerst abgelehnt hatte, hat man sich nach einer weiteren Beschwerde doch noch dazu durchringen können ein Verfahren zu starten.

Doch lange wird die Behörde gar nicht ermitteln müssen, denn das Vorgehen seitens Google ist längst bekannt und wurde vom Unternehmen auch nie bestritten. In einem sehr ähnlichen Verfahren der EU-Kommission ist man schon einige Schritte weiter und Google hat sich bereits Ende letzten Jahres erklärt und auch selbst belegt, dass die Hersteller derzeit 11 verschiedene Google-Apps vorinstallieren müssen. Als Gegenbeweis hatte man das iPhone angeführt, bei dem ganze 39 Apps von Apple vorinstalliert sind.



Yandex hatte ein solches Verfahren bereits in Russland gestartet und hat dort wenig überraschend Recht bekommen. Google musste daraufhin eine Strafe von 6 Millionen Dollar zahlen und muss die Bündelung in Zukunft einschränken bzw. komplett einstellen. Bisher ist es aber auch in Russland noch nicht dazu gekommen, und es ist nicht anzunehmen dass Google ein Android-Smartphone komplett ohne Websuche, Browser oder anderer häufig genutzter Software ausliefern wird.

Grundlegend zwingt Google keinen Hersteller zur Vorinstallation der eigenen Apps. Jedem Hersteller steht es frei, Android frei zu verwenden und auch ohne Google-Dienste auszuliefern – das schließt dann allerdings auch den Play Store ein. Möchte der Hersteller bzw. dessen Nutzer Zugang zu diesem App-Marktplatz haben, bekommt er diesen nur gebündelt mit einigen weiteren Google-Apps. Das mag nicht ganz einwandfrei sein, aber grundsätzlich steht es der Konkurrenz eben frei einen eigenen Marktplatz zu erschaffen und sogar Android zu verwenden – so wie es etwa auch amazon mit den Fire-Tablets getan hat.

[ZDNet]



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