Google
Die Bürgerrechtsorganisation Privacy International hat eine Rangliste der größten und wichtigsten Web-Unternehmen und dessen Datenschutz-Praktitken erstellt. Dabei geht es darum wieviele Daten von den Usern gesammelt, verarbeitet und eventuell weiter genutzt werden. Dass Google dabei nicht gut abschneidet kann man sich sicherlich denken, aber dass es gleich den letzten Platz belegt gibt dann doch ein wenig zu denken... Erst einmal die Punkte die Privacy International an Google kritisiert:
» Google sammelt und speichert haufenweise IP-Adressen, ist aber nicht der Meinung dass daraus ein User-Profil erstellt oder Informationen gesammelt werden können. » Lückenhafte, ungenaue und beinahe nutzlose Datenschutzbestimmungen. In den Bestimmungen wird kaum erwähnt welche Daten genau gesammelt, gespeichert und später verarbeitet werden. » Google kümmert sich nicht um die Datenschutz-Sorgen seiner User. Um bestimmten Content von Googles Servern entfernen zu lassen der die eigenen Persönlichkeitsrechte verletzt dauert es viel zu lange. Außerdem werden neue Angebote ohne Vorankündigung veröffentlicht die wieder einmal die Privatsphäre verletzen könnten (z.B. Street View) » Durch die DoubleClick-Übernahme kann Google noch mehr Profilinformationen über jeden einzelnen Internet-User anlegen. » Jeder der einen Google-Account besitzt muss es einfach in Kauf nehmen dass das Unternehmen jeden Klick, jede eingehende Information auswertet und auf unbestimmte Zeit abspeichert und zum Aufbau eines Profils nutzt. User haben keine Möglichkeit die aufgezeichneten Daten einzusehen oder diese im einzelnen zu löschen. » Google speichert alle Suchanfragen, die dazugehörigen IP-Adressen und den genauen Zeitpunkt für 18 bis 24 Monate und gibt den Usern nicht die Möglichkeit diese Aufzeichnung zu unterbinden. Diese Informationen werden zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch nicht ausgewertet, aber könnten später genutzt werden - und der User hat wieder einmal keine Möglichkeit diese Daten zu entfernen. 18 bis 24 Monate sind einfach viel zu lang. » Google hat über seine vielen Dienste Zugang zu zusätzlichen Informationen die den Google Account komplettieren und kann so ein Profil über jeden seiner User anlegen. Insbesondere mit Orkut werden jede Menge persönliche Informationen gesammelt die demnächst ausgewertet werden könnten. Selbst wenn ein User sein Orkut-Profil löscht, bleiben diese Daten weiterhin gespeichert. » Es werden alle Suchanfragen die über die Google Toolbar durchgeführt werden abgespeichert und ausgewertet. Durch einen eigens dafür angelegten Cookie kann der User anhand der Toolbar jederzeit identifiziert werden, außerdem werden alle besuchten Webseiten mit protokolliert - sofern der User diese Option aktiviert hat. Google gibt nicht an wie lange diese Log-Daten abgespeichert werden. » Es werden soviele Suchanfragen abgespeichert dass alleine schon daraus ein Profil erstellt werden kann. Es gibt keine Möglichkeit bestimmte Suchanfragen daraus zu löschen. Beachte: Der Suchverlauf ist nicht gleich das Logging der Suchanfragen. » Google gibt keinerlei Informationen darüber welche Daten bei Angeboten wie Google Maps, Google Video, Google Talk, Google Reader, Blogger und andere gesammelt und ausgewertet werden können.
Das sind erst einmal jede Menge Punkte die inhaltlich alle korrekt sind, aber subjektiv gesehen fast schon unumgänglich sind. Das erstellt eines möglichst genauen Profils ist nun einmal das Geschäftsmodell dass Google wohl kaum aufgeben wird und auch nicht kann. Der Zugang und das löschen der einzelnen Daten wird derzeit nach und nach über die History-Funktion hinzugefügt - obwohl natürlich auch in diesem Punkt fraglich ist, ob hier gelöschte Informationen nicht auch weiterhin ausgewertet werden. Die verteilte Speicherung der Daten, was einen Datenverlust zu 99,9% ausschließt, bringt es nun einmal mit sich dass die Daten nicht sofort von allen Servern gelöscht werden können. Ich stimme der PI zu, dass Google eine Möglichkeit anbieten sollte einzelne Daten aus dem Profil entfernen zu können oder den Usern wenigstens einen genauen Einblick zu geben welche Daten genau gespeichert und auf welchem Wege sie ausgewertet werden. Ich denke darum wird Google auch in der Zukunft nicht mehr drumherum kommen. Google selbst ist über diese Liste natürlich "not amused"
» Wir sind sehr enttäuscht über diesen Report, der größtenteils auf Missverständnissen unserer Dienste basiert. » Es ist schade dass PI entschieden hat den Report zu veröffentlichen und uns keine Möglichkeit gegeben hat auf diese Liste zu reagieren oder ihr in Einzelheiten zu widersprechen. » PI dagegen sagt, dass Google kontaktiert worden ist - aber nicht geantwortet hat. Was nun stimmt steht in den Sternen... Ich denke dass Ding ist auf irgendeinem Google-Schreibtisch einfach liegen geblieben.
Garett Rogers hat übrigens noch einen interessanten Titel zu diesem Thema eingeschoben: Wenn Google all diese Punkte einhalten und verbessern will gibt es nur eine Möglichkeit: Close all Google Accounts Übrigens ist Google auch in Deutschland sehr zögerlich damit, Angaben und Informationen rund um die Datensammlung zu machen, wie Lawblogger Udo Vetter in einer Rede angedeutet hat. » Die Liste » Artikel bei heise » Artikel bei Google OS » Offener Brief an Eric Schmidt von PI Nachtrag: » Datenschutz-Topliste: Googles Antwort und Änderungen
YouTube
Nach der unangekündigten Umstellung auf den neuen YouTube-Player gab es Proteste von vielen Usern. Vorallem die Related-Videos-Funktion war der Stein des Anstoßes, da sie den User nicht nur vom eigenen Video ablenkt, sondern auch den Genuss des eigentlichen Videos stört. YouTube hat darauf reagiert und dem Player ein kleines Update unterzogen. Nur 2 Tage nach dem Release hat sich YouTube dazu entschlossen das Related-Videos-Feature ein wenig zu entschärfen. Die Videos sind in der unteren Hälfte des Fensters aufgepopppt sobald man mit der Maus über den Player gefahren ist - egal ob ein Video läuft oder nicht. Für mindestens 7 Sekunden war das Bild dann so sehr verdeckt dass man bei einigen Videos nichts mehr erkennen konnte - dies war wirklich sehr nervig. Ab sofort werden diese Videos nur noch angezeigt wenn man vorher auf den MENU-Button geklickt hat. Damit kann der User selbst entscheiden wann er die ähnlichen Videos sehen möchte, gibt ihm die Möglichkeit auch weiterhin ungestört ein Video zu Ende sehen zu können und ganz nebenbei wird gleich der unten frei gewordene Platz in der Menü-Ansicht genutzt - na dann sind doch alle glücklich ;-) » Ankündigung im YouTube-Blog
Google Szene
Im englischsprachigen Web gibt es jede Menge Content rund um Google, aber auf dem deutschen Markt sieht es da noch eher düster aus. Ich behaupte mal einfach dass der GWB so ziemlich der einzige deutschsprachige Blog rund um Google ist. Für Diskussionen rund um Google ging vor einigen Tagen die Google-Szene online, ein Diskussionsforum rund um unsere Lieblingssuchmaschine. Bisher ist das Forum noch relativ leer, leider genauso wie das GWB-Forum, aber ich denke wenn man genügend User auf solche Diskussionsforen aufmerksam macht kann man ihnen auch ein wenig Leben einhauchen. Die Google-Szene bietet nicht nur Foren für News, die einzelnen Dienste, Suchmaschinenoptimierung sondern auch einen eigenen Newsletter der monatlich verschickt wird. » Google-Szene
Google Book Search
Für das Buch-Scan-Projekt Book Search konnte Google mal wieder jede Menge neue Partner und damit Content-Lieferanten gewinnen. Ein Konsortium aus gleich 12 US-Universitäten wird seine Bücher zum digitalisieren bereit stellen und Google somit Zugang zu über 10 Millionen Büchern geben die dann demnächst in der Suche erscheinen werden. Von der Partnerschaft profitieren natürlich wieder einmal beide Seiten. Google bekommt neuen Content für seine Buchsuche, und die Universitäten bekommen eine Kopie der Bücher und können diese selbst für sich nutzen. Ein eigens für die Universitäten erstelltes Suchprogramm ist in der letzten Testphase und kann demnächst online gehen. So haben die Universitäten in sekundenschnelle Zugang zu allen Büchern und können so endlich Ordnung in den Bücherwald bringen. Würde die Uni-Bibliotheken die Bücher selbst scannen, würden Kosten von bis zu 100$ pro Buch entstehen - was natürlich in keinser Weise lohnend ist. Durch die Massen-Scannung und einigen geheim haltenen Wegen hat Googles aber geschafft die Kosten stark zu drücken, kommt aber immer noch auf einige hundert Millionen Dollar. Meiner Meinung nach muss Google seine Buchsuche irgendwie noch attraktiver machen - ich weiß nur noch nicht wie. Aber diese sicherlich über die Jahre in die Milliarden gehendenen Investitionen müssen sich ja irgendwie auszahlen. Ich bin gespannt was Google mit der Buchsuche noch so vor hat. [heise]
Spezialsuche BSD Laszlo Bock, Personalcher bei Google, wettert gegen die Einwanderunsbestimmungen des US-Repräsentantenhauses wegen der zögerlichen Vergabe von Visas. Derzeit vergeben die USA nur 65.000 Visas vom Tyb "H-1B" welches es der Person erlaubt bis zu 6 Jahre in der USA zu arbeiten - allerdings nur bei dem Arbeitgeber der das Visum beantragt hat. Laut Bock ist dies viel zu wenig, und hat Google schon vielen Einstellungen abgehalten. Allein im vergangenen Jahr sind 70 Einstellungen bei Google daran gescheitert dass die Kandidaten kein Visum erhalten haben. Da Google darauf setzt nur die besten der besten der Welt zu beschäftigen kommen diese Leute natürlich aus allen Teilen der Welt. 8% aller Google-Mitarbeiter aus 80 Ländern arbeiten bei dem Unternehmen aufgrund eines H-1B-Visums, was die Wichtigkeit dieser Visa zeigt. Auch Google-Gründer Sergey Brin ist bekanntlich als sechsjähriger aus der Sowjetunion in die USA eingewandert. Zur Zeit kann sich Google auch nicht den Vorwürfen aussetzen lassen keine Arbeitsplätze zu schaffen. Statistisch wächst die Zahl der Mitarbeiter bei Google monatlich um 500 Personen. Außerdem gibt es allein in San Francisco noch 800 freie Stellen bei Google die auch aufgrund der Visum-Politik derzeit nicht besetzt werden können. Ich glaube zwar nicht dass Laszlo Bock hier irgendwelche Erfolge haben wird, aber es ist doch gut zu wissen dass sich Google auch für solche Dinge einsetzt - natürlich nicht zuletzt aus eigenem Interesse. ORF.at hat noch jede Menge weitere Details: » Artikel bei ORF.at
Google
Vor einiger Zeit hat ein User herausgefunden dass man Orkut offiziell erst ab dem 18. Lebensjahr nutzen darf. Das wäre jetzt nicht so schlimm, aber überträgt sich sogar auf den kompletten Google-Account und alle weiteren Dienste:
2.3 Sie dürfen die Services nicht nutzen und die Vertragsbedingungen nicht annehmen, wenn Sie (a) nicht volljährig sind und daher keinen verbindlichen Vertrag mit Google abschließen können [Nutzungsbedingungen]
Ich will ja nicht wissen wieviele Millionen User sich weltweit nicht daran halten ;-) » Artikel bei RP Online [thx to: Zeco]
Google
Google wird oft beschuldigt fremde Daten durch die Indizierung und Zugänglichkeits-Machung (mir fällt kein besseres Wort ein) im Grunde einfach zu klauen. Ob man das ganze nun Diebstahl nennen kann oder nicht ist relativ unklar, aber durch einen kleinen lustigen Denkzettel hat der Chef von Macmillian Publishers das ganze wieder ins Gerede gebracht. Er hat einfach Notebooks von Google geklaut. Google hat auf der BookExpo in New York ausgestellt - gerade die Buchsuche wird ja oft wegen klaues bezichtigt - und der Chef von Macmillian hat einfach unbemerkt einige Notebooks von Google gemopst. Die Mitarbeiter bemerkten dies erst später und gerieten in Panik - worauf der Chef gewartet hatte. Darauf hin gab er die Notebooks mit dem Satz
Hoffentlich hat euch eure eigene Medizin geschmeckt. Da war kein Schild an den Computern, auf denen stand dass man diese nicht klauen darf.
zurück. ;-) [thafaker]