Eric Schmidt: Bald startet Piraterie-Filter „Claim your Content“

Google
Je mehr Daten Google hostet, desto mehr wird es mit Urheberrechtsverletzungen, Klagen und weiteren Problemen mit fremdem Content konfrontiert. Das beste Beispiel aus der nähere Vergangenheit ist die Milliardenklage von Viacom gegen YouTube. Um dies in Zukunft zu unterbinden haben die Googler ein System entwickelt um Urheberrechtsverletzungen automatisch zu erkennen – demnächst wird es gestartet.

Bei der Medienkonferenz NAB hat Eric Schmidt die Existenz dieses Filtersystems überraschend bestätigt und für die nahe Zukunft den Start des Systems angekündigt. Wenn das System erst einmal aktiv ist soll automatisch Material auf dem Google-Servern erkannt werden dass Urheberrechte verletzt. Das gilt natürlich vorallem für das Videoportal YouTube.

Die Frage ist nur wie das ganze funktionieren soll und wie das ganze umgesetzt wird. Angenommen ich lade jetzt eine Simpsons-Folge auf YouTUbe hoch und YouTube erkennt dass es sich dabei um die Simpsons handelt – alleine das ist schon eine starke Leistung – wie verhält sich das Videoportal dann? Lehnt es das Material ab oder kommt dann eine Extra-Checkbox dass ich die Verantwortung für diesen Content und etwaige Forderungen des Besitzers übernehme?

Und was ist wenn ich Matt Groening bin (Erfinder der Simpsons) und die Rechte an den Simpsons besitze? Wie kann ich das ohne Probleme bei YouTube hochladen? Und wird dieser Filter auch auf weitere Dienste ausgeweitet? Kann ich jetzt keine Buchkapitel oder Zitate mehr bei Docs & Spreadsheets einfügen? Keine Fotos deren Rechte ich nicht besitze bei den Web Albums hochladen?

Ich glaube das wird noch eine sehr großes Thema werden, vorallem da noch jede Menge Fragen offen sind…

» Artikel bei heise

[thx to: Tino Teuber]


Teile diesen Artikel:

comment ommentare zur “Eric Schmidt: Bald startet Piraterie-Filter „Claim your Content“

  • Du hast Recht, das wird noch ein großes Thema. Die Suchmaschinen und Online-Archive machen es ja zu einem Kinderspiel, sich mal eben zu bedienen.
    Was wir brauchen ist eine einheitliche rechtliche Regelung oder wirkungsvolle Maßnahmen, die das Herunter- und Heraufladen geschützter Inhalte unmöglich machen.
    Ob der neue Google-Filter da ein wirkungsvoller Mechanismus ist, wird sich zeigen. Ich bezweifle es.

  • ich könnte mir schon vorstellen, wie das funktionieren kann. einmal als copyrighted content markierte inhalte werden wohl nicht aus dem Index gelöscht sondern nicht mehr angezeigt. anschließend wird jeder neuer content gegen existierenden content verglichen. im prinzip ist das nur einen Frage von rechen und speicherleistung – und von beidem hat google genug. man könnte das videomaterial auf bewegungen analysieren und diese characteristika herauslösen – zb. die figuren von simpsons – die hintergründe sind eher statisch. das gleiche macht man mit dem neuen content – man sucht charakteristika – diese lassen sich dann relativ „einfach“ vergleichen – und gegebenenfalls manuell nachkorriergieren – bzw. in einen komplizierteren freigabemechanismus integrieren.

Kommentare sind geschlossen.