Googles Weg – 9. The Internet is not enough

Google
Im letzten Teil von Googles Weg beschäftigen wir uns heute mit der etwas entfernteren Zukunft unserer Lieblingssuchmaschine. Der Artikel kann ernst genommen werden oder nicht, das ist mir relativ egal – es sind meine Gedanken und Vorstellungen wie ich Google im fiktiven Jahr 2050 sehe.

Reisen wir also einmal in das Jahr 2050. Google hat gerade, okay vor 2 Jahren, seinen 50. Geburtstag gefeiert und ist seinem allgegenwärtigem Motto „alle Informationen auf dieser Welt digitalisieren, analysieren, organisierieren, durchsuchbar und zugänglich machen“ mittlerweile sehr sehr viele Schritte näher gekommen und ist der Informationslieferant dieser Zeit.

Das Googlenet
Das Internet existiert in der uns heute bekannten Formen seit vielen Jahren nicht mehr. Seit 2038 nennt sich das weltweite Datennetz Googlenet und läuft über die Server einer einzigen Firma. Angefangen hat es alles mit einfachen Angeboten wie dem hosten von Webseiten, dem eMail-Verkehr und vielen weiteren Dingen.

Google Data Hosting
Nachdem das Internet gegen Ende des 1. Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts komplett durchsuchbar gemacht und organisiert wurde – was Google nicht findet existiert tatsächlich nicht – wandten sich Larry Page und Sergey Brin dem Deep Web zu. Dieser Teil des Internets ist noch sehr viel umfassender, bietet noch mehr Informationen und ist gleichzeitig viel strukturierter. Nur leider konnte dieser Teil noch nicht durchsuchbar gemacht werden. Dies änderte sich mit der Einführung des Google Data Hosting

Mit Base hatte Google lange Jahre experimentiert und intern eine immer umfassendere, besser organisierte und endlos wachsende Datenbank geschaffen. Das daraus resultierende Produkt nennt sich Google Data Hosting und ist in der Lage jede Information aufzunehmen, einzusortieren, mit anderen Einträgen zu verknüpfen und auch in sekundenschnelle wieder auszugeben.

Google hat diese Datenbank für Webmaster frei verfügbar gemacht und den bis dahin populären MySQL-Datenbanken schnell den Todesstoß versetzt. Der Zugriff auf diese Datenbank funktionierte freilich nur wenn die eigene Webseite bei den Google Pages gehostet wurde. Innerhalb von nur 2 Jahren zog ein Großteil der privaten Internetwelt so auf Googles Server um und lieferte der Findemaschine so eine gigantische Datenmasse an Informationen.

Internet goes Googlenet
Nachdem das Deep Web so innerhalb der nächsten Jahrzehnte nach und nach auf Googles Server wanderte, konnte wirklich gesagt werden dass Google das „gesamte Internet“ durchsucht, und nicht nur den oberflächlichen Teil. Die anderen Suchmaschinen hatten das Nachsehen, denn freilich hat Google diese Datenmengen nicht mit seiner Konkurrenz geteilt.

Aus der Konsquenz dass viele Webseiten und Datenbanken nun bei Google gehostet wurden, und das natürlich kostenlos, verfolgte so langsam der Verfall der Webspace-Anbieter die darin endete dass Google zum größten Hoster weltweit wurde. Bald konnte man sagen dass das Internet auf Googles Servern abläuft und gespeichert ist. So bürgerte sich langsam der Begriff Googlenet ein, erst noch umgangssprachlich, dann später auch offiziell.

Google Operating System
Das seit Jahrzehnten erwartete Google-Betriebssystem ging im Jahr 2029 an den Start. Es lief aber nicht lokal auf dem PC, sondern spielt sich komplett im Browser-Fenster ab. Dies hat den Vorteil dass es keiner Installation bedarf und in sekundenschnelle geladen wird. Über entsprechende Browser-Plugins hat das Google OS Zugriff auf die Hardware des PCs und kann diesen somit fernsteuern.

Da unter diesem Browser selbst auch noch ein Betriebssystem läuft, welches aber völlig in den Hintergrund rückt, kann das Google OS als allübergreifendes Betriebssystem betrachtet werden welches sich sogar noch auf einem Taschenrechner aufrufen und ausführen lässt. Damit die User nicht vergessen den Browser nach dem einschalten des Computers zu starten schloss Google Verträge mit vielen namhaften PC Herstellern ab die den vorinstallierten Browser noch vor dem laden des Desktops starten und somit den Google Desktop aktivieren.

Programme, die innerhalb dieser Browser-Umgebung laufen sollen, müssen bei Google einmalig registriert werden und stehen dann jedem User zur Verfügung. Jeder User hatte jedes Programm sofort auf seinem Bildschirm, ohne Installation, ganz egal an welchem PC der Welt er sich auch immer befindet. Kostenpflichtige Programme müssen online erworben und mit GoogleDollars bezahlt werden um sie nach wenigen Sekunden auf dem Bildschirm zu haben.

The Internet is not enough
Alle Informationen die nun digital verfügbar waren sind in den Google-Index gewandert und können komplett durchsucht werden. Doch damit ist Google keineswegs am Ende seiner Mission angelangt, sondern stellt sich jetzt erst seiner größten Herausforderung: Die Digitalisierung des Alltags.

Schon seit einigen Jahren bietet Google gegen ein Entgelt von 10$ die GoogleDots an. Ein GoogleDot ist ein winzig kleiner Sender der seine aktuelle Position alle 2 Sekunden an Google funkt. Diese Daten können dann, sofern man Zugriff darauf hat, bei den Google Maps angesehen und zurück verfolg werden. Damit wird ein komplettes Bewegungsprofil erstellt und es kann auch nach vielen Jahren noch auf die Sekunde genau nachgewiesen werden wo man sich gerade befunden hat.

Auf diesen GoogleDots liegt nun der Fokus. Der Preis der Dots wurde auf 0$ gesenkt, die Verbreitung erhöhte sich innerhalb weniger Wochen von einigen Millionen auf Milliarden von GoogleDots. Schon bald schlossen sich erste Regierungen mit Google zusammen, die das tragen eines solchen Dots per Gesetzt verpflichtend vorschreiben wollen. Dies soll der Kriminalität den Hahn abdrehen, Entführungen unmöglich machen und Alibis belegen oder zerstören.

Der GoogleDot wurde nach und nach erweitert und mit einem Mikrofon sowie einer Kamera ausgestattet. Auf diese Schnittstellen hatten alle authorisierten User Zugriff und konnten somit ihre Wohnung von der anderen Seite der Welt aus kontrollieren. Schon bald klebte überall so ein GoogleDot der die Welt komplett verglaste. Jeder kleinste Winkel der Welt konnte nun in sekundenschnelle angesehen werden.

Sucht man bei Google nun nach „Kühlschrank“ wird sofort der Inhalt und ein Live-Bild des eigenen Kühlschranks angezeigt, mit Hinweisen darauf was darin fehlt und wo man es im näheren Umkreis kaufen kann.

GoogleDot – dein Sekretär
Nach und nach bekam der GoogleDot immer mehr Funktionen und Möglichkeiten. So hat er in seiner letzten Version Zugriff auf alle persönlichen Daten die in dem mittlerweile allumfassenden Google Accoutn gespeichert sind. Termine ausmachen? Das tut der GoogleDot ganz alleine, schließlich weiß er wann sein Besitzer Zeit hat und wann nicht. Praktischerweise wird gleich die schnellste Route dorthin errechnet, der Dot weist das Auto zum volltanken an, was es dank GoogleNavigation auch selbstständig tut.

Dank Spracherkennung lässt der Dot ein StarTrek-Feeling aufkommen. „Dot, wie lange werden wir fahren?“, „Dot, besorge mir Kinokarten für morgen abend“ bis hin zu „Dot, wie spät es ist“ und natürlich der Suche nach allen weltweit verfügbaren Informationen sind die Anwendungsbereiche dieser praktischen Helfer.


Najo, klingt vielleicht ein bißchen zu überdreht – aber überlegt euch mal was Google schon heute, 8 Jahre nach der Gründung und ca. 4 Jahre nach dem Start der Datensammelwut , alles über uns weiß. Da sind die GoogleDots wirklich nicht weit weg, und irgendwann werden sie auch kommen… Und auch GoogleVision ist ein so interessantes Konzept dass es in Mountain View sicherlich nicht untergehen wird 😉

P.S. Schreibt ruhig einmal eigene Geschichten in den Kommenaren wie es mit Google weitergeht, das interessiert mich 😀

E N D E

Siehe auch:
» GoogleZon – EPIC 2015
» Google 2084

» Teil 1: Google verändert die Internetwelt
» Teil 2: Suche und Kommunikation
» Teil 3: Hosting, Werbung & Webmaster
» Teil 4: APIs, Helferlein & Software
» Teil 5: Auslaufmodelle
» Teil 6: Der Masterplan – Teil 1
» Teil 7: Der Masterplan – Teil 2
» Teil 8: Was ist Google?


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comment ommentare zur “Googles Weg – 9. The Internet is not enough

  • Diese Vorstellung einer allumfassenden Kontrolle seitens Google wäre natürlich nicht mehr schön. Gesetze zum Schutz der Persönlichkeit würden das aber auch schon verhindern. Allerdings kann ich mir schon vorstellen, daß sich eines Tages das Betriebssystem nicht mehr auf dem eigenen PC, sondern im Netz befindet.

  • Klingt wirklich abstrakt, aber wer weiß, wie es in rund 50 Jahren tatsächlich aussieht.
    Ich kann mir vorstellen, dass das Internet und unser Alltag so zusammenfließen, dass wir uns das heute nicht vorstellen können.

    Überlegt doch mal, was Menschen (auch auch Filmemacher) sich vor 10, 20 und 30 Jahren unter der Zukunft im Jahre 2000 vorstellten. Es ist ganz anders geworden, aber einige Basics von damals treffen tatsächlich zu.

    @Jens: Erstelle bitte in Deinen Google Calendar eine Erinnerung, dass Du 2046 einen Artikel zu 100 Jahre Google schreibst und was Du Dir dann vorstellst. Mit etwas Glück erinnert Dich Dein Google Dot an den Termin. 😉

  • Zitat:
    Schon bald schlossen sich erste Regierungen mit Google zusammen, die das tragen eines solchen Dots per Gesetzt verpflichtend vorschreiben wollen.

    deshalb werden diese Dots schon kurz nach der Geburt direkt in das Gehirn implantiert. Dadurch brauchen die Dots auch keine extra Kamera oder Mikrofon, weil Sie einfach die Daten von Augen und Ohren verarbeiten können.
    Da die Dots einen weit größeren Speicherplatz haben als das menschliche Gehirn kann man nie wieder etwas vergessen.
    Man braucht keine Kameras mehr, da man einfach seine Erinnerungen durchsuchen und als Bild oder Videodateien abspeichern und mit anderen teilen kann.
    Handys gibts natürlich auch nicht mehr 😉
    Auch lernen ist einfacher. Man kann einfach den Inhalt eines e-Buches (RL Bücher gibts gar nimmer) im Bruchtweil einer Sekunde in den Dot übertragen.

    Sollte fürs erste reichen, auch wenns eher Google 3050 is, als 2050^^

  • Wirklich interessante, aber beängstigende Zukunftsvisionen. Erst google.com, dann Googlenet und dann Googlife. Googlife ist quasi das Kommentar von Bastian, welches wirklich völlig abgefahren ist.
    Spätestens aber, wenn wir mit Highspeed-Google-DSL 6.000.000 in den Urlaub surfen können, wird es wirklich gefährlich für die Menschheit. Aber es geht noch weiter: Dank eines automatischen Updates werden nachher alle der Google-Matrix zugeführt. Ganz einfach von zu Hause aus. Das geht aber erst, wenn man als Mensch ohne Google nicht mehr lebensfähig ist. Die Welt versinkt im Chaos. Doch wenn es keine Luft und kein Essen mehr gibt, ist Google-Matrix ja ganz goot. (Schon gekannt: Goot?, das ist neugooglisch für Gut)
    Allerdings würden mich die Adsense-Blöcke in meinem Blickfeld doch recht stören. Vielleicht kann man dann ja noch die Video-Anzeigen deaktivieren. Ich hoffe.
    Liebe Grüße

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