WDR: »Danke Google, aber wir kennen uns hier aus!«
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Es ist schon richtig seltsam, wie die Öffentlichkeit auf Street View reagiert. Der WDR, genauer ein WDR-Radiosender, hat sich das jetzt auch gedacht und nimmt Street View um für seine Zwecke zu werben. Auf einem Plakat sieht man die Aufschrift “Danke Google, aber wir kennen uns hier aus!”, mit dem Slogan “wer sich ein Bild machen will, hört WDR 2″.
Hier zwei Twitpics, die die letzten Tage rumgingen.
Ob und wie WDR 2 diese Kampagne fortsetzen wird, ist nicht klar. Sie sollte aber erst eine Woche laufen, denn vorher sei das niemanden aufgefallen. Und natürlich darf man die Plakate nicht zu ernst nehmen, denn WDR 2, trotz respektive ein Nachrichten- und Infosender, versucht mit solchen Pauschalaussagen Hörer zu gewinnen. Daher wohl eher ein Werbespaß.
Auch solche Plakate, Aktionen oder Sonstiges rund um Google, Street View und co. gesehen? Mailt es uns.
[Danke an Robert K.]
Street View Spanien: AEPD veröffentlicht Ergebnisse
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Der Ärger um Street View dürfte die Googler noch eine Weile beschäftigen. Nun gibt es erste Untersuchungen der Datenschützer aus Spanien, die belegen können, dass mindestens in fünf Fällen eine “ernster” oder “sehr ernster” Datenschutz-Verstoß vorlag. Nun müssen Richter entscheiden, wie verfahren wird.
Die spanische Agentur für Datenschutz (AEPD) hat nun ein zweiseitiges Gutachten veröffentlicht, indem sie die Untersuchungen im Fall Street View unter die Lupe genommen haben. Sie berichten, dass Google ohne Zustimmung der Personen Wifi-Daten aufgezeichnet und verarbeitet hat. Für die Erhebung der Daten wird laut spanischen Rechts eine Summe von 60.101,21 bis 300.506,05 Euro fällig (Erhebung der Daten ohne Zustimmung), sowie in besonders schweren Fällen 300.506,05 bis 601.012,10 Euro für die Erfassung sensibler Daten ohne ausdrückliche Zustimmung. Weiterhin werden noch Strafen erwähnt, die sich im selben Rahmen gegen Datenschutzgesetze richten. Wie Viel Google jetzt bezahlen muss, hängt vom Richter ab, denn das ganze muss erst vor dem Gericht Madrid entschieden werden.
Die Strafe dürfte für Google weniger das Problem sein, als viel mehr der Image-Schaden, der an dieser Stelle entsteht. Es gab bereits in der Vergangenheit Anklagen gegen Google wegen Street View. So wurde kürzlich in Südkorea einige Büroräume von Google durchsucht. Dabei wurden Dokumente beschlagnahmt. In Großbritannien dagegen ist jetzt alles beim Alten. In den Nachbarländern regt sich ebenso verstärkt Widerstand. Auf der anderen Seite des Kontinents sieht es nicht besser aus. Dort haben sich einige Staaten gegen Google manifestiert. Dennoch ist Rasten Rückschritt, weshalb Google fleißig Verbesserungen macht. Hierzulande geht es mit Street View auf und ab, ist aber eher ein Sommer-Lückenfüller für die Politik gewesen.
[via]
Bundesinnenministerium: ?Möglichkeiten der Verknüpfung? sind ein Problem
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Auf der Versammlung „Moderner Datenschutz im 21. Jahrhundert” in Berlin rief das Bundesinnenministerium erneut gegen Street View auf. Sie kritisierten, dass Street View mit einer Opt-Out-Lösung daher kommt und dadurch das Persönlichkeitsrecht nicht gewahrt wird. Weiterhin will Innenminister De Maizière eine “rote Linie” entwerfen, mit der es Unternehmen, die massiv Daten sammeln, schwieriger gemacht werden soll.
Nicht nur IT-Experten und Innenminister waren zum fröhlichen Gespräch (Symposium) in der Plenarsaal des Abgeordnetenhauses von Berlin gekommen. Auch durfte Publikum und Presse gerne dabei sein und zur Diskussion beitragen. Ursprünglich war diese angesetzt, um ein neues Datenschutzgesetz auf den Weg zu bringen. Leider reichte das Interesse bei den Anwesenden nur für die Street View-Sache aus.
Die IT-Beauftragte Cornelia Rogall-Grothe der Bundesregierung erklärte zunächst, dass „Die Nutzung des öffentlichen Raumes [] weiter möglich sein [] muss”, nur ergeben sich Probleme mit der Privatsphäre, da „Möglichkeiten der Verknüpfung” bestehen. Auch deshalb stellt Street View ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte dar.
Die Diskussion ging um die vier Stunden. Und auf dem Podium wurde heftigst über den Start von Google Street View Ende 2010 in Deutschland gestritten. Einige bezogen die Standpunkte, dass es nicht online gehen soll, andere suchen nicht den Lex und beziehen sich auf alle Dienste, die Straßen fotografieren.
Zunächst möchte De Maizière abwarten, ob die entsprechenden Unternehmen zur Selbstregulierung greifen, die ab Dezember wirksam wird. Dies ist ein „Datenschutzkodex für Geodienste” und betrifft damit viele Bereiche des Webs. Weiterhin plant er eine „Rote Linie” : Ein Gesetzentwurf, der einschlägige Datensammler in die Schranken weisen soll.
Rogall-Grothe fügt noch hinzu, dass „internetbasierte Gesellschaft nicht vollständig ohne digitale Profilbildung auskommen”, dennoch muss es eine besagte Opt-In-Lösung für Dienste, wie etwa Street View geben, sodass der Bürger eine Einflussnahme hat. Desweiteren muss der Dienst dann auch noch eine klare Zweckbindung nachweisen. Sonst gibt es wohl keine Genehmigung.
[via]
Street View in Brasilien bildete kurzzeitig Leichen ab
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Etwas schaurig wird einem zumute, wenn man diese Meldung hört bzw. die Bilder selbst gesehen hat. Beim Start von Street View in Brasilien ist leider die ungeschönte Wahrheit ins Netz gestellt worden, auf den Bildern war zu sehen, wie Leichen an den Straßenrändern liegen. Nachdem ein Unternehmen dies Google gemeldet hatte, wurden die Stellen ausgeschwärzt.
Nicht gerade Alltag für die Deutschen und andere Landsmänner: Eine Leiche liegt am Straßenrand, auf den einen Bild stehen Schaulustige und die Polizei daneben, man sieht noch die Absperrung, bei dem anderen Bild offenbart sich die Realität auf Brasiliens Straßen: Weder abgedeckt, noch kümmert sich ein Passant um die Leiche. Die Banden auf Brasiliens Straßen haben ihre Opfer zunächst in Street View abgebildet.
Eine brasilianische Webseite “G1” hatte den ersten Fund an die Netzgemeinde gemeldet, CNet hat die zweite Leiche gefunden. Nachdem das raus kam, hatte Google die Bilder bereits geschwärzt, sodass die Leichen nicht mehr zu sehen war.
Fraglich ist nun, ob man solche Bilder hätte verhindern können. Auch wenn der Street View-Fahrer nicht aufgepasst hat, gibt es bei der Nachkontrolle eigentlich immer jemanden. Aber bei so vielen Bildern kann man eben keine 100%ige Garantie geben, dass nicht solche Bilder durchkommen. Das ist/war leider Realität auf den Straßen von Brasilien. Und da nutzt auch das Gesichter-Pixeling relativ wenig.
[via]
Street View in Tschechien gestoppt
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Nun muss Google wieder bangen um seinen 3D-Kartendienst. Allerdings betrifft es dieses Mal nicht Deutschland, sondern Tschechien. Dort schlagen Datenschützer erneut Alarm und verbietet weitere Street View-Fahrten.
Google hat wohl im Nachbarland nichts zu lachen: Die Datenschutzbehörde verweigert alle Anträge von Google, dass der Konzern weiter Kartenmaterial sammeln darf. Eine Sprecherin der Börde sagte gegenüber Reuters: ”Wir sind nicht komplett sicher, ob die Daten im Einklang mit dem Gesetz verarbeitet werden”. Deshalb darf Google auch bis auf weiteres keine Fahren durchführen – und dem beugt sich Google auch. Wenn Google allerdings belegen kann, dass die Daten gesetzeskonform verarbeitet werden, könnte es durchaus möglich sein, dass Google wieder fahren darf – bisher kann man bei Street View vier Städte aus Tschechien online ansehen.
Damit steht Tschechien aber keineswegs alleine da: In Deutschland war ebenso die Diskussion entfacht, Google durfte aber hierzulande dann doch eben wieder fahren. In den USA spalten sich die Staaten, 31 von 50 Bundesstaaten sind gegen Googles neuen Dienst, obwohl er dortzulande schon längst online ist.
Google Street View wird noch dieses Jahr in Deutschland mit 20 Städten starten.
Auswertung Street View-Umfrage: 68% finden Kritik unangebracht
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Street View wird wohl noch viele Orte in zwei Lager teilen. Street View hat aber das Netz auf seiner Seite – so wurde in einer “WISO”-Umfrage ermittelt, dass 59% der Befragten für Street View sind. Auch wir und andere Webseiten kommen auf ein ähnliches Ergebnis. Wie sehr ist Street View also ein Sommerthema?
Das ist die Auswertung der Street View-Umfrage. Wir wollten wissen (und das möglichst mit Begründung), wie die GoogleWatchBlog-Leser zur Street View-Kritik stehen. Dabei konnten wir sehen, dass 68% von eindeutigen Besuchern (eingeloggt oder via IP) die Kritik für unangebracht halten. Im dazu verlinkten Forum finden wir nur zwei Meinungen, die aber auch schon für ein großen Teil der Leser sprechen, wenn wir uns vorherige Kommentare zu Street View durchlesen:
“so ist das” schreibt: “Die Privatsphäre wird nicht beeinträchtigt. In der Öffentlichkeit gibt es keine Privatsphäre. Ansonsten soll man das Haus nicht mehr verlassen!” – auch “RockHound” bestätigt dies.
Dass diese Diskussion aber nicht nur hier ein großes Thema ist, zeigt sich nicht zuletzt an den Medien. Sascha Lobo, seines Zeichens ebenfalls Blogger und Webexperte, war bei der Tagesschau und bei ZDF WISO zu Gast und hat großflächig die Meinung aus dem Netz wiedergegeben. Auf RTL hingegen malt man den schwarzen Peter an die Wand und auch sonst scheint man das Sommerloch mit Street View füllen zu wollen.
Generell lässt sich aber sagen: An Street View wird man früher oder später nicht vorbei kommen. Kritiker meinen immer noch, dass Häuser eine Privatsphäre haben und die Kritiker der Kritiker werfen Konservativität vor. Keiner der beiden Seiten ist irgendwie bereit, sich dem Anderen zu beugen – und so wird Steet View wohl noch wochenlang in den Medien aufgebauscht, nicht nur im Netz. Selbst das Medienmagazin ZAPP hat bereits damit begonnen, sich zu positionieren – hoffen wir, dass das Sommerloch bald zu Ende ist und die Medien sich endlich wieder um Themen kümmern können, die wirklich Brisanz haben: Ölverschmutzung, Netzneutralität und Politik!
Fun: Python vs. Google
Was hat
für uns getan?
Kommen wir nun zu etwas Fun-Content in der ganzen Street View-Debatte. Ein Youtube-User hat sich gedacht, dass man doch Monty Python-Humor auf die Schippe nehmen kann und dass dabei ein lustiges Video entsteht.
Ja, der Ton ist nicht ganz Ok, und ja: Man kann Vieles besser machen, aber hey: Es ist mal eine gelungene Abwechslung zum ständigen Street View-Bashing. Und wer das Original nicht kennt: Schämt euch! Monty Python’s “Life of Brian” ist ein echter Kult.
_via Spiegelfechter
CDU und FDP fordern ein Gesetz zu Street View
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Nun startet Street View Ende 2010 – oder doch nicht? Bei der CDU und FDP sieht man sich jedenfalls von der nahenden Bilderflut überrumpelt. Daher fordert die Koalition nun, dass es eindeutige Gesetze gibt, an die sich ein Google halten soll. Derweil gibt Google zu, dass sie Fehler gemacht haben und die Möglichkeit zum Widerspruch zu spät angekündigt wurde. Gerade einmal einen Monat haben die Bürger Zeit – zu wenig wie die Politiker finden.
Der Streit um Googles Street View geht weiter. Nachdem aus Hamburg kritische Stimmen einigermaßen von Google besänftigt wurden, rührt sich auch an der Spitze etwas. So fordert beispielsweise Peter Bleser von der CDU: “Erst wenn alle Widersprüche abgearbeitet worden sind, darf Google starten”. So müsse auch nach den vier Wochen Widerspruchsfrist garantiert sein, dass ein Widerspruch möglich ist. Google hat den 15. September als Termin angepeilt, um zumindestens den Widerspruch aus den ersten 20 Städten zu bewältigen, damit Street View noch dieses Jahr online gehen kann.
Auch Google-Sprecher Stefan Keuchel räumt gegenüber “FAZ” ein, dass der Zeitpunkt kein gut gewählter ist, dass aber so viel Kritik kommt, sei “historisch bedingt”. Dennoch sollte jeder, der aus einen der 20 Städte (Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal) schnellstmöglich Einspruch einlegen. Sollte man dann aber wieder in Street View veröffentlicht werden, so geht das nicht.
Auch bei den Koalitionskollegen der FDP macht sich langsam Frust bemerkbar: Erik Schweickert von der FDP: “Wir brauchen eine eindeutige Rechtsgrundlage”, die soll dann nach der Sommerpause besprochen werden. Die CDU hält sich dem Thema generell offen, so Bleser: “Ich sehe kein Problem, dass wir uns mit der FDP verständigen”.
Erst zuletzt hatte Till Steffen vom Hamburger Justizsenat angekündigt, ein Gesetz auf den Weg zu bringen (wir berichteten mehrmals). Davor hatte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner auch schon versucht, auf Google einzureden. Google hat mehrfach angekündigt, Widerspruch-Möglichkeiten auf den Weg zu bringen. Diese können via E-Mail, Post oder Formular erledigt werden. Steffen hatte aber kritisiert, dass es keine Möglichkeit zum Widerspruch via Telefon gibt. Mehr Informationen zu Googles Street View in Deutschland findet man in unsere Kolumne: Street View – Eine Zusammenfassung.
Wer sich übrigens auf Street View freut, für den hat Sascha Lobo einen netten Vordruck vorbereitet: Google Street View – Widerspruch gegen den Widerspruch. Dies sollte man allerdings nicht zu ernst und zu kritisch sehen.
» via
Street View Trike in Deutschland und Auto in Slowakei gesichtet
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Vor knapp zwei Tagen hat uns bereits ein kleines Bild erreicht, dass flux durch Twitter ging. Es zeigt ein Google Street View-Trike im Heidepark. Weiterhin wurde heute verkündet, dass ein deutsches Street View-Auto in der Slowakei unterwegs ist.
An der Lüneburger Heide hat man von Google diese Bilder geschossen: Sie zeigen einen hoch-motivierten Google-Mitarbeiter auf einem Street View-Rad durch den Freizeitpark radeln. Der Park muss natürlich vorher bei Google anfragen. Die Bilder wurden auch fluchs vom Googles PR-Mensch Stefan Keuchel auf Twitter gepostet.
Zur Info: Das Street View Trike ist ein umgebautes Fahrrad mit 3 Rädern im Durchmesser von ca. 30-40 cm. Das ganze Konstrukt samt Kamera wiegt 114 kg – da muss man genügend Kondition und Kraft mitbringen, um dieses Gefährt zu steuern. Deshalb setzt Google nur spezielle, fitte Googler ein. Das Street View Trike kann sich jeder Unternehmer seit Ende Oktober 2009 wünschen.
In der Slowakei hat man derweil ein Street View-Auto mit Hamburger Kennzeichen entdeckt. Hier hat Google auch schon einen Blogpost veröffentlicht, der die ganze Aktion ankündigt.
Das haben wir beispielsweise heute Mittag auf Twitter gepostet. Es lohnt sich also immer, den Twitter-Account recht aktiv zu verfolgen, um Informationen aus zweiter Hand zu bekommen. Und wenn ihr keine News mehr verpassen wollt, dann folgt auch unseren News-Account auf Twitter, Facebook oder Google Buzz (siehe Sidebar).
Google Street View: Eine Zusammenfassung
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Street View hin, Street View her. Überall raufen sich die Medien zusammen und zermalmen jedes Zitat, das aus den Reihen der Politiker kommen. Doch was ist Street View eigentlich, warum ist es die Rettung der Deutschen und wieso haben so viele Angst davor?
Was ist Street View? – eine Geschichte
2007 finden sich Googler bei der Where 2.0-Konferenz zusammen. Sie stellen ein neues Google Maps-Projekt vor, welches “Street View” genannt wird. Street View heißt Straßenansicht, was wiederum die Perspektive aus der Sicht der Fußgänger und Autofahrer beschreibt. Kurz darauf taucht schon die erste Version auf – völlig ohne jeden Datenschutz. Schon damals haben wir vom GoogleWatchBlog uns gefragt: “Geht Street View zu weit?“, die Antwort war klar: Die Idee ist super, aber bitte ohne Gesichter und ohne KFZ-Kennzeichen.
Von der technischen Seite ist es eigentlich die Idee, wie vielen Leuten helfen sollte: Man schnallt eine 360°-Kamera auf ein günstiges Auto und fotografiert ein wenig. Ist man dann fertig, speichert man die Fotos ab und setzt sie zusammen.
Schon damals, 2007, fragten sich Datenschützer: Geht das? - und kurz darauf kam auch schon – mithilfe von Street View – erste lustige Bilder ans Tageslicht. Für die “Opfer” war es sicher nicht so belustigend. Daher hat Google auch reagiert und die Gesichter geblurrt, was so viel heißt wie “verschwommen, unkenntlich” gemacht. Die Reise über die ganze Welt geht weiter: Von Japan, nach Mailand, nach Rom, Niederlande, Paris – bis Mitte 2008 erste Street View-Autos auch in Deutschland gesichtet werden.
Schon damals haben wir unsere Nutzer gefragt: “Streetview soll nach Deutschland kommen – Macht dir das Angst?” und von knapp 1000 Befragten gaben knapp 47%, also geringfügig weniger als die Hälfte an, dass sie eher freudig auf den Service warten. Die Umfrage kann man nicht für bare Münze verkaufen, allerdings zeigt sie gut, wie unsere Leser mit dem Thema umgehen.
Die USA lebt schon seit knapp einem Jahr mit Street View (2008) und ist hoch zufrieden. In der EU hingegen hört man von dem neuen Service und ist von Anfang an wenig begeistert. Kaum wurde das geklärt, hat sich die Presse auf einmal auf den neuen Service gestürzt, obwohl von diesem noch nicht einmal sehr viel bekannt war – außer dass es Fotos von der Straße, Häusern und Autos geben würde. Seit dem ist die deutsche Politik auf dem Weg, Google Street View in den Medien als “Gefahr” hinzustellen. Es werden Theorien konstruiert und keiner weiß so recht, was an diesem Service gut sein soll – ein Service, der auf einmal alles digitalisieren möchte, was wir eh Tag für Tag sehen.
Währenddessen geht anderorts Street View seinen Gang. Sogar die strengen Australier geben ihr OK, und auch die Britten haben nix gegen Street View. In Deutschland fotografiert Street View lustig weiter und stört sich gar nicht an den kritischen Stimmen. Europa zieht 2009 sowieso nach, nur in Deutschland wartet man…. Worauf? Dass Google sich einigt mit den deutschen Behörden. Allen voran Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar. Er hat Google ein Ultimatum gestellt; danach geht es immer wieder hin und her. Die Deutschen tuen sich sehr schwer mit einem Dienst, der hätte so toll sein können. Dann die Entwarnung: Alles gar nicht so schlimm. Oder doch?
Das war aber noch nicht Alles. Dass Städte und Gemeinden sich gegen Street View stellen, mag man noch verkraften. Aber was das Fass zum Überlaufen gebracht hat, waren letztendlich die W-LAN-Fahrten mit den W-LAN-Daten. Dann kamen auch noch Passwörter hinzu. Und dass alles soll ein Street View-Auto innerhalb vom vorbeifahren gespeichert haben? Nein, nicht ganz. Zumindestens im Königreich finden die Datenschützer keine relevanten Daten. Die Datenbruchstücke waren also so klein, dass man nichts hätte rekonstruieren können. Persönliche Daten: Fehlanzeige. Da tut es auch gut, wenn die Software (die vorher einige Fehler intus hatte) nun auch Passanten retuschieren kann.
Das alles will man in Deutschland nicht wissen. Man bleibt fest dabei, dass Google sich auch gesetzlichen Regeln unterzuordnen hat. Und gibt es dafür keine Gesetze, so konstruiert man einfach mal den Lex Google.
Ist Street View andernorts auch so “beliebt”?
Ja, in den USA gibt es aktuell einen Zusammenschluss. Zwar kommt der knappe 3 Jahre zu spät, dennoch ist es nie zu spät, seine Daten zu retten. Ein Generalstaatsanwalt verfolgt dort die Absicht, Google wegen den W-LAN-Fahrten vor das Gericht zu ziehen.
Auch in Großbritannien (siehe oben) wurde heftigst diskutiert. Dort hat man bereits die Festplatten von den Street View-Fahrten untersucht.
In Südkorea wurde kürzlich ein Google-Büro gestürmt; dort wurden Festplatten und Dokumente beschlagnahmt. Es besteht der Tatverdacht, Google könnte W-LAN-Phishing betreiben.
Google Street View – die Möglichkeiten eines neuen Tools
Abgesehen von den vielen Pannen, die Street View weiter ins Presselicht rückt, gibt Street View die Möglichkeit, seine Stadt – und allgemein alle Städte – in 3D zu erleben. Damit verbunden können natürlich auch Touristen die Stadt begutachten, bevor sie dahin fahren. Ein Pluspunkt für jeden Touristenort und jedes Hotel. Damit lässt sich natürlich gezielt auch Street View als Touristen-Magnet einsetzen.
Street View ist auch dafür gedacht, dass sich vorher Interessenten informieren können, ob es beispielsweise ein super Brunnen auf dem Markt gibt, wie das allgemeine Stadtbild ist und welche Points of Interests es so gibt. Auch für die Stadt selbst eröffnet sich dadurch eine Welt, um seine Stadt besser kennenzulernen. Beispielsweise könnte man die Stadt verbessern, indem man in Street View schaut, welche Ecken noch nicht so gut aussehen. Auf Webseiten kann Street View einfach eingebunden werden, damit sich Leute einen virtuellen Stadtrundgang anschauen können – für kostenlos!
Die Möglichkeiten für Street View sind groß. Auch im restlichen Leben kann man Street View gut intigrieren – immerhin können alle von den Bildern profitieren, in Projekte einbinden – vielleicht sogar Spiele entwickeln – auf den Street View-Daten. Für Unternehmen wird Street View schon zum wichtigsten Stück Software: Endlich können Besucher in 3D bis zum Ladenlokal navigieren, keine 2D-Karten mehr. Und Navigationsgeräte können endlich darstellen, was auf der Straße auch passiert… keine Icons mehr, die Verwirrung aufzeigen können.
Man kann eigentlich immer Neues aus diesen Daten generieren, für so ziemlich jeden Bereich im Leben. Und Street View wird dennoch gehasst – steckt der Teufel im Google?
Warum haben so viele Angst vor Street View?
Es ist eine nahezu panische Angst. Eines Tages wachen verstörte Rentner auf und finden ihr Haus im Internet abgebildet. Müssen sie jetzt Angst haben? Vor Verbrechern? Vor Werbung? Vor Nachbarn? Nein, ernsthaft: Das Risiko durch Street View wird definitiv nicht höher.
Schaut man sich die bisherigen Dienste an, kann man auch sagen, dass dadurch kaum bis gar nicht das Risiko von Verbrechen gesteigert wurde. Würden Einbrecher so etwas planen, hätten sie das schon lange über Google Maps und ein Soziales Netzwerk getan: “Ich bin jetzt im Urlaub für 4 Wochen, bis später, Leute!”. Auch die Privatsphäre geht dadurch nicht verloren, das hat man beim Telefonbuch auch schon gesagt “jetzt weiß jeder meine Adresse”. Und wenn doch: Warum gibt es dann enorme Projekte, wie etwa Sightwalk? Und warum hat sich da noch keiner um Datenschutz bemüht? In Österreich etwa NORC? Das kann sich auch keiner so wirklich erklären schätze ich.
Man kann fast sagen, die Menschen haben Angst vor Street View, wie die Katze vor dem Staubsauger. Da kommt etwas, das die Leute nicht einschätzen können – und es wird die digitale Welt wandeln. Und wir Deutschen sind eigentlich schon immer so eingestellt: Alles was neu ist, das verdammen wir erst einmal (wie wir schon beim Web 2.0 gesehen haben). Immerhin gibt es ja eine Möglichkeit, dass man vorsorgt. Typisch deutsch eben.
Dabei müssen wir vor nichts Angst haben, außer dass wir bald völlig anders über ein Thema reden werden, welches aktuell der Füller des Sommerloch für einige Medien ist, so scheint es. Dennoch können wir uns es nicht verkneifen: Google Street View kommt irgendwann – und wenn nicht, sind wir daran schuld.





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