Pixel 8 Pro: Nur ein Fieberthermometer oder doch mehr? Dafür könnte Google den neuen Infrarot-Sensor nutzen

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Google wird mit den für Herbst erwarteten Pixel 8-Smartphones sicherlich wieder stark nachlegen und potenziellen Käufern gute Argumente liefern wollen, warum sie zur neuen Generation greifen sollen. Kürzlich wurde bekannt, dass das Pixel 8 Pro ein Fieberthermometer integriert, was von vielen zuerst als Scherz aufgefasst wurde. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass der dafür genutzte Sensor vielleicht doch ganz praktisch sein kann.


pixel 8 temperatursensor screenshot

Über einen Zeitraum von mehreren Wochen wurde spekuliert, worum es sich bei dem mysteriösen neuen Sensor im Pixel 8 Pro handelt, der in der Kameraleiste direkt unter dem LED-Blitz verbaut wird. Vor wenigen Tagen gab es dann durch ein geleaktes Video die Antwort, denn Googles Pixel-Team will den neuen Sensor tatsächlich als Fieberthermometer nutzen. Das hat wenig überraschend nicht nur Verwunderung, sondern auch einiges an Spott ausgelöst. Auch hier im Blog habe ich vor wenigen Tagen die Sinnhaftigkeit eines solchen Thermometers hinterfragt. Aber vielleicht waren wir alle zu voreilig.

Denn bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass ein Infrarot-Sensor etwas mehr kann, als nur Fieber bzw. die Hauttemperatur zu messen. Die Temperaturmessung ist DER Hauptzweck, aber aus den Daten ergeben sich weitere Möglichkeiten. Denn mit einem solchen Sensor lassen sich Wärmebilder erstellen, es lassen sich Bewegungen erfassen und die Sicht des Smartphones im Dunkeln kann durch ein bewegliches Wärmebild verbessert werden. Und dann sind wir doch schon wieder an einer Stelle, wo es interessant wird.

Google könnte mit diesem Sensor die Kamera verbessern, indem man für die Erkennung von Menschen oder die Erkennung von jeglichen Objekten im Dunkeln nicht mehr nur auf die KI-Auswertung des Bildes angewiesen ist, sondern eine zusätzliche Datenquelle erhält. Dann ergibt auch die Platzierung in der Nähe der Kameras und der LED deutlich mehr Sinn als in der zuerst gezeigten Anwendung. Man könnte es als ersten Schritt hin zu einem Tiefensensor oder LIDAR sehen, das dem Smartphone dabei hilft, die Umgebung zu erfassen.





 
Das Fieberthermometer ist wohl nur eine Nebenfunktion
Unter der neuen Betrachtung könnte es daher der Fall sein, dass das Fieberthermometer nur eine Nebenfunktion ist, die man derzeit testet und die Möglichkeiten auslotet, auch das Health-Thema damit voranzubringen. Und wenn es so wäre, dann wäre es auch leichter verkraftbar, wenn man den Sensor mit einer der nächsten Generationen schon wieder entfernt. Denn ohne Frage ist die Kamera wichtiger als das Thermometer und sobald sich bessere Technologien ergeben, die in einem Smartphone eingesetzt werden, dürfte Google den Platz brauchen.

Man kann es auch als Testlauf eines solchen Sensors sehen, den man in einer späteren Version in einer Smartwatch oder einem Fitnessband integrieren könnte. In einem solchen Gerät würde es mehr Sinn ergeben, denn dort finden sich ohne zahlreiche Health-Funktionen. Und sich eine Smartwatch knapp vor die Stirn zu führen ist dann vielleicht doch etwas einfacher, als die Smartphone-Rückseite mit geringem Abstand vor die Stirn zu halten und um den Vorderkopf herumzuführen.

Und somit revidiere ich vorerst meine Meinung des letzten Wochenendes und hoffe einfach darauf, dass der Sensor einen echten Mehrwert bringt und nicht nur dem erzwungenen Innovationsdrang dient, um irgendetwas Neues bieten zu können.

Letzte Aktualisierung am 22.03.2024 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Affiliate Links, vielen Dank für eure Unterstützung!




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