Pixel-Smartphones & Google Kamera: So wurde Guided Frame entwickelt – perfektes Selfie für Sehbehinderte

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Mit den Pixel 7-Smartphones hat Google wie üblich einige neue Kameratricks eingeführt, bestehende Funktionen verbessert und nun auch die Barrierefreiheit entdeckt. Kürzlich ist das neue Feature Guided Frame gestartet, das es Blinden und Sehbehinderten ermöglichen soll, perfekt ausgerichtete Selfies zu schießen. Jetzt gibt das Team Einblicke in die Entwicklung.


guided frame

Google arbeitet schon seit langer Zeit an einer möglichst großen Barrierefreiheit für alle Dienste und Produkte, wobei sich natürlich auch die Pixel-Smartphones und das gesamte Android-Ökosystem nicht ausschließen. Schon vor längerer Zeit hat man mit Lookout ein starkes Tool gestartet, aber erst jetzt nimmt man den Kamerabereich in Angriff. Während die Kamera bisher Mittel zum Zweck war, geht es bei der neuen Funktion „Guided Frame“ um das Aufnehmen von Fotos. Genauer gesagt um Selfies.

Guided Frame funktioniert nach einem recht einfachen Prinzip, das man innerhalb von eineinhalb Jahren in Zusammenarbeit mit mehreren Barrierfreiheit-Teams sowie blinden oder sehbehinderten Googlern entwickelt hat. Den Ursprung hat es in einem Hackathon Anfang 2021. Menschen mit eingeschränkter Sehkraft haben das Problem, dass sie auf ihrem eigenen Selfie möglicherweise halb oder gar nicht abgebildet sind. Probiert einfach einmal aus, mit geschlossenen Augen ein Selfie aufzunehmen. Eine ganz neue Erfahrung, die auch die Entwickler gemacht haben.

Also sorgt Guided Frame mit Audiosignalen, Vibrationen oder Sprachansagen für die perfekte Ausrichtung. Einfach das Smartphone möglichst zielsicher auf das Gesicht halten und das Feature meldet sich mit Rückmeldungen wie „höher“, „etwas nach links“, „leicht nach rechts schwenken“ und Ähnlichem. Der Cloud dabei ist, dass das Bild nach der perfekten Ausrichtung automatisch aufgenommen wird und kein erneuter Druck auf den Auslöser notwendig ist – der oftmals dafür sorgt, dass die Ausrichtung sich wieder verschiebt. Übrigens ein Feature, das sehende Nutzer laut Google überhaupt nicht mögen.




Die Entwicklung der Funktion dürfte mit den zahlreichen Bilderkennungs-Algorithmen und der Gesichtserkennung keine große Herausforderung gewesen sein. Die eigentliche Herausforderung war es, wie man die Rückmeldungen möglichst präzise und dennoch einfach vermittelt. Vibration, Audio oder Sprache? Oder eine Kombination aus allen Dreien? Zur Verfügung stehen tatsächlich alle drei Technologien, aus denen die Nutzer wählen können.

Das Ganze funktioniert sehr zuverlässig, aber man sieht sich erst am Anfang dieser Funktion. Man arbeitet an weiteren Möglichkeiten für die perfekten Fotoaufnahmen, wobei man leider keine Pläne verrät. Ich könnte mir Gruppen-Selfies mit mehr als zwei Personen vorstellen, aber auch die Einbeziehung eines möglicherweise sehenswerten Hintergrunds, vor dem man das Selfie aufnimmt. Und wenn das erstmal umgesetzt ist, könnte man vielleicht auch die Hauptkamera nutzen und bei der Motiv-Auswahl helfen. Aber das ist, wenn überhaupt, noch ein langer Weg.

Und wie ein anderes wichtiges Feature, Real Tone, funktioniert, erfahrt ihr in diesem Artikel.

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