Android 12L und Wear OS: Warum veröffentlicht Google neue Betriebssysteme, die kaum jemand nutzen kann?

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Fasst man alle Plattformen zusammen, ist Google mit weitem Abstand der weltgrößte Betriebssystem-Anbieter, der in recht kurzen Abständen immer wieder neue Versionen auf den Markt bringt. Mit den noch-aktuellen Generationen scheint man allerdings kein glückliches Händchen zu haben oder sich einfach nicht ausreichend dafür zu interessieren, ob diese tatsächlich bei den Nutzern ankommen. Mit Android 12L und Wear OS hat man gleich zwei Kandidaten.


pixel-6-pixel-watch

Google hat vor einigen Monaten das Betriebssystem Android 12L veröffentlicht, das bis heute nur auf den Pixel-Smartphones angekommen ist und offiziell von keinem anderen Hersteller verwendet wird. Schon einige Monate zuvor wurde das mit großen Fanfaren angekündigte neue Smartwatch-Betriebssystem Wear OS 3.x angekündigt, dessen Rollout-Pläne von Beginn an unklar blieben und das im Laufe eines ganzen Jahres auf keinem Gerät außer der Galaxy Watch 4 gestartet ist.

Sicherlich haben beiden Produkte ihre Daseinsberechtigung gehabt, denn Googles Entwickler werden sie nicht ohne Grund gebastelt und veröffentlicht haben. Manchmal ändern sich Strategien oder abhängige Produkte von den ersten Plänen bis zum Rollout, aber dass es 2021/2022 gleich zwei wichtige Plattformen trifft, war eine unschöne Entwicklung für treue Google-Nutzer und in der Form sicherlich auch nicht bei den ersten Ankündigungen hervorzusehen.

Wer immer Up-to-date sein möchte, konnte das mit den beiden neuen Google-Betriebssystemen nur eingeschränkt, denn ohne ein Pixel oder die Galaxy Watch 4 war das nicht möglich. Für Smartphones kommt bald Android 13 und neue Smartwatches erhalten eine neue Wear OS-Version. Man könnte also sagen, dass beide Betriebssystem-Versionen jeweils nur einem exklusiven Nutzerkreis zur Verfügung standen.




fuchsia chrome logo

Ich denke nicht, dass sich Google mit dieser Entwicklung einen Gefallen getan hat, auch wenn sich beides mittlerweile so gut wie erledigt hat. Ein Android 13L soll es nicht geben und auch die Wear OS-Exklusivität wird man wohl nicht mehr machen können, wenn der Smartwatch-Bereich auf Android-Basis endlich abheben soll. Man wird bei künftigen Generationen wohl wieder darauf setzen, lediglich die Oberflächen und Funktionen für einige Geräte anzupassen, aber keine exklusiven Betriebssysteme mehr entwickeln.

Man kann nur hoffen, dass solche Experimente mit diversen Ablegern nicht auch irgendwann bei Chrome und dem Betriebssystem Chrome OS einschleichen, dass eigentlich mehr Potenzial in diese Richtung hätte.

Sogar Fuchsia ist organisierter
Auch Fuchsia passt in eine ähnliche Kategorie wie die anderen beiden Betriebssysteme, denn es ist ebenfalls sehr exklusiv, wird von Google in der Kommunikation praktisch nicht erwähnt und hat keine klar kommunizierte Perspektive. Dennoch ist es etwas gefälliger, da die Nutzer an keinem Punkt die Hoffnung hätten haben können, die Plattform auf ihrem Gerät nutzen zu können.


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comment 1 Kommentare zum Thema "Android 12L und Wear OS: Warum veröffentlicht Google neue Betriebssysteme, die kaum jemand nutzen kann?"

  • Ich dachte Android 12L ist absichtlich nur für Pixels verfügbar, sozusagen als Alleinstellungsmerkmal. Und bei der GW4 hat, meines Wissens nach, Google mit Samsung zusammen dran rumgewerkelt und daher ging ich davon aus, dass die nen befristeten Exklusivdeal haben, bis Wear OS3 dann für andere Wear OS Uhren zur Verfügung gestellt wird. 🤔
    Also wäre es in den beiden Fällen eine Exklusivität und von Google beabsichtigt und nicht eine ungewollte Entwicklung.
    Vorrausgesetzt es ist auch so, wie ich es die ganze Zeit, wie selbstverständlich, angenommen hatte 😅

Kommentare sind geschlossen.