Plötzlich leaken Google-Prototypen: Woher kommen die Geräte? Steckt Google dahinter oder hat man aufgegeben?

pixel 

Googles Hardware-Portfolio wächst immer weiter, sodass sich zu jeder Zeit mehrere Geräte in den unterschiedlichsten Stadien in Entwicklung befinden – vom Smartphone über die Smartwatch bis hin zu Tablets oder Smart Home-Hardware. Das führt zu immer umfangreicheren Leaks, die in den letzten Wochen ein ganz neues Level erreicht haben, das man als Strategieänderung von Google bewerten kann. Immer wieder tauchen Prototypen auf – aber woher stammen sie?


pixel portfolio 2022 2023

Leaks gehören in der Tech-Industrie zum Alltag und wer alle großen Hersteller und Modelle beobachtet, darf sich fast täglich über durchgesickerte Informationen jeglicher Art freuen. Auch Google-Nutzer dürfen sich immer wieder über Leaks freuen, über die wir euch hier im Blog natürlich in fast allen Fällen zeitnah informieren. Die Qualität der Leaks hat sich über die Jahre gesteigert und auch Google hat den Umgang mit diesen Informationen geändert.

Bisher bestanden Leaks hauptsächlich aus Insider-Informationen, entdeckten Datenbanken von Zulieferern oder Partnern, aus öffentlich zugänglichen Software-Projekten oder tauchten in Form von unscharfen Fotos auf, die jemand im Vorbeigehen aufgenommen hat. Doch jetzt hat man eine neue Stufe erreicht, denn nach der kürzlich in einem Restaurant vergessenen Pixel Watch ist vor wenigen Tagen ein Prototyp des Pixel 7 bei ebay zum Verkauf aufgetaucht. Nur wenige Stunden, gerade genug, um von den Tech-Medien entdeckt zu werden, und dann war es schon wieder weg. Wenige Tage später tauchte dann ein Pixel 7 Pro auf, das ein Nutzer schon mehrere Wochen besessen haben und für ein Pixel 6 Pro gehalten haben will.

Nun muss man sich fragen, woher diese Prototypen stammen. Wie kann es passieren, dass diese in Entwicklung befindlichen Geräte, die normalerweise nur in sehr kleinen Stückzahlen produziert werden, in die Hände völlig branchenfremder Personen gelangen? Der Pixel Watch-Finder gab an, die Uhr schon seit Wochen besessen zu haben, ohne zu wissen, worum es sich handelt. Und auch der Pixel 7-Verkäufer will erst später erfahren haben, was er da in seinem Besitz hat. Die Quellen und Geschichten dahinter bleiben meist dubios.




pixel 7 prototyp 1

Google streut Leaks absichtlich – auch diese?
Ich bin nicht naiv und weiß genau wie die meisten unserer Leser, dass so mancher Leak absichtlich von den Unternehmen gestreut wird, um die Produkte im Gespräch zu halten. Wie sehr Google auf diese Strategie setzt, ist freilich nicht bekannt. Google selbst „leakt“ Geräte mittlerweile öffentlich und gibt einige Informationen im Vorfeld bekannt. Daher ist es gut vorstellbar, dass man auch im verborgenen solche Informationsflüsse steuert. An allen Leaks ist man aber natürlich nicht beteiligt.

Es scheint schwer vorstellbar, dass man jetzt einfach mal das eine oder andere Gerät vom Lastwagen fallen lässt und darauf wartet, dass es in den Tech-Medien auftaucht. Wahrscheinlicher ist da schon die Theorie, dass es sich bei den „ahnungslosen Leakern“ um Google-Mitarbeiter handelt – denn niemand kennt die Personen dahinter und sie tauchen weder davor noch danach wieder auf. Dass diese Prototyp-Leaks bei Google in den letzten Wochen gleich drei Mal passiert sind – und davor über viele Jahre noch nie – ist schon auffällig.

Entweder hat man die Sicherheitsvorkehrungen in puncto Geheimhaltung der eigenen Produktionsanlagen heruntergefahren oder setzt absichtlich auf dieses neue Instrument. In beiden Fällen ist es ein Strategiewechsel von Google. Entweder sieht man ein, dass Geheimhaltung keinen Zweck hat oder geht bei den selbstgesteuerten Leaks in die Vollen. Profitieren kann man am Ende von beiden Varianten, denn die Geräte bleiben im Gespräch und halten das Interesse schon Monate vor der offiziellen Präsentation und dem Verkaufsstart hoch.

Wird weniger auf Geheimhaltung geachtet?
Erst vor wenigen Wochen ist außerdem ein Video des Pixel 6a aufgetaucht, das ein Unboxing sowie einen schnellen Blick auf den Fingerabdrucksensor zeigt. Die Besonderheit daran ist, dass dieses Video auf einem offiziellen Google-Kanal aufgetaucht ist, den man für Handelspartner betreibt. In diesem dürften sich zahlreiche ungelistete Videos dieser Art befinden, mit denen Verkäufer geschult werden. Auch das Pixel 6a-Video war ungelistet und wurde auf unbekanntem Weg entdeckt.

Der Umgang mit diesem Video entspricht dem normalen Vorgehen, doch wie kam der Link an die Öffentlichkeit? Potenziell könnten ihn tausende Menschen, die das Smartphone später verkaufen sollen, erhalten haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer den Link an falscher Steller ablegt, ist da recht hoch. Und im Verkauf ist die Geheimhaltung eine völlig andere als in der Produktion – nämlich faktisch kaum existent.




pixel watch vergleich 3

Wie steht es um die Geheimhaltung?
Ob die ganzen Informationen nun mit Googles Hilfe oder durch hartnäckige Leaker an die Öffentlichkeit gelangen, ist für Beobachter und Fans der Marke schlussendlich egal. Gehen wir allerdings davon aus, dass Google die Kontrolle über fast alle Leaks hat, dann hat man intern tatsächlich eine sehr hohe und wirksame Sicherheit aufgebaut. Das scheint kaum vorstellbar, denn es sind immer mehr Personen an der Produktion solcher Geräte beteiligt.

Welche Wege diese Informationen auch immer nehmen, es ist Schade, dass heute praktisch nichts mehr präsentiert werden kann, das nicht zuvor vollständig geleakt worden ist. Das nimmt jegliche Spannung bei den Präsentationen, die dann nichts anderes mehr als eine Selbstbeweihräucherung und Verkaufsshow sind. Vielleicht werden diese Strategien in nächster Zeit noch einmal überdacht, denn viel weiter als jetzt kann man kaum noch gehen.


Was glaubt ihr, wie weit Google an den ganzen Leaks beteiligt ist?


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