Fitbit: Übernahme durch Google steht auf der Kippe – Ablehnung wird größer; Entscheidung wohl in Kürze

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Google hat vor weit über einem Jahr die Übernahme von Fitbit angekündigt, die man sich mehr als zwei Milliarden Dollar kosten lassen und damit das Wearable-Ökosystem auf ganz neue Füße stellen will. Doch die geplante Übernahme befindet sich nach wie vor in der Schwebe und in diesen Tagen rückt nicht nur die Entscheidung näher, sondern es mehren sich die kritischen Stimmen, die Übernahme abzulehnen oder mit sehr harten Auflagen zu versehen.


fitbit

Genauso überraschend wie Google im November 2019 die Absicht zur Übernahme von Fitbit verkündet hatte, ist die endlos lange Verzögerung bei den Behörden rund um die Welt – mit der wohl auch Google nicht gerechnet hätte. Besonders in der Europäischen Union wird der geplante Deal sehr kritisch beäugt, aber in Australien ist die Übernahme weiter unter der Lupe und in den USA scheint es ebenfalls Bedenken zu geben. Alles dreht sich um die Tatsache, dass Google die Gesundheitsdaten der Nutzer nicht für Werbung nutzen dürfe.

Google hatte schon von Beginn an zugesagt, die Daten der Nutzer nicht zur Profilbildung für die Werbung verwenden zu wollen und auch aus meiner Sicht gibt es eigentlich keinen Zweifel daran, dass dies auch der Fall ist. Zwar sammeln viele Google-Produkte Daten und werten die Nutzung teils intensiv aus, aber in vielen Fällen zahlen sie – zumindest nach offiziellen Angaben – nicht auf das Werbekonto ein. Aber es wird wohl Gründe haben, dass man Google dieses Versprechen nicht abnimmt oder weitere harte Bedingungen stellen will.

Die Zeit für die Bedenken gegen die Übernahme läuft langsam ab, denn bis Anfang 2021 muss eine Entscheidung her. Sah es lange Zeit so aus, dass die Übernahme mit einigen Auflagen durchgewunken wird, mehren sich die Stimmen, die eine Ablehnung oder so harte Auflagen fordern, dass es auch von Googles Seite noch abgeblasen werden könnte. Es ist längst nichts in trockenen Tüchern.




wearables smartwatches q3 2020

Die Bedenken sind verständlich und in diesem Fall scheinen die Behörden auch endlich ihre Arbeit richtigzumachen, aber angesichts der Marktanteile von Fitbit und den Google-Produkten auf dem Wearable-Markt ist diese extrem lange Prüfung eigentlich kaum nachvollziehbar. Der Fitbit-Marktanteil sinkt immer weiter und schon im nächsten Jahr wird es wohl unter die Wahrnehmungsgrenze bei den globalen Top 5 rutschen. Das macht es für Google natürlich auch nicht mehr ganz so attraktiv.

Die vor wenigen Tagen eingeleiteten Ermittlungen gegen Facebook und die Forderungen nach einer Zerschlagung des Konzerns bzw. der Abspaltung von WhatsApp und Instagram kommen nun auch für Google zur Unzeit. Beide Übernahmen wurden damals recht schnell durchgewunken, was damals nur wenig Gegenwind erhielt aber mittlerweile in einem ganz anderen Licht steht. Und weil man den gleichen Fehler in anderen Ländern nicht noch einmal machen möchte, könnten auch weitere große Tech-Deals – wie eben der von Fitbit – kritischer beäugt werden.

Schwer zu sagen, ob der Deal noch über die Bühne geht. Wenn es noch länger dauert, könnte Google aufgrund der fast halbierten Marktanteile wohl auch nochmal nachverhandeln…

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[TechCrunch]


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