Android: Google bringt neuen Browser in die Google-App und verabschiedet sich von den Chrome Custom Tabs

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Google Chrome ist mit großem Abstand der weltweit meistgenutzte Browser und vor allem unter Android für die Masse der Nutzer der absolute Standard. Der Browser kann sowohl als eigenständige Apps als auch mit den Chrome Custom Tabs innerhalb von anderen Apps verwendet werden, aber nun schert ausgerechnet die Google-App aus. Mit der aktuellen Version wird bei einigen Nutzern nun ein eigenständiger Browser ausgerollt, der zwar die Chrome-Engine verwendet, aber sonst alle Vorteile des Browsers über Bord wirft.


Der Chrome-Browser steht für viele Plattformen zur Verfügung und hat die Browser-Landschaft stark verändert. Durch den rasanten Aufstieg gab es auch im Engine-Markt Veränderungen, denn heute nutzen viele weitere populäre Browser die von Google entwickelte Chromium-Engine und machen auch diese browserübergreifend zum Standard. An der Browser-Auswahl mit Chromium Engine mangelt es also bei weitem nicht.

google icon logo experimental

Unter Android kommen sehr häufig die Chrome Custom Tabs zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine schlanke Version des Chrome-Browsers, die von vielen Apps zum Öffnen von Links verwendet wird, ohne dass der vollwertige Chrome-Browser gestartet werden muss. Erkennbar ist die Oberfläche an der völlig veränderten oberen Navigation ohne Adresszeile und mit Möglichkeiten zum Ablegen der Seite in den Google-Sammlungen sowie einigen weiteren Optionen.

google app new browser tab

In der aktuellen Version der Google-App verabschiedet man sich nun aber von diesem Modell und integriert einen eigenen Browser in die App, der nun beim Öffnen von Links aus der Websuche, im Google Disover Feed und weiteren Produkten verwendet wird, die einen externen Link öffnen. Erkennbar ist das auf den ersten Blick beim Ladevorgang der Seite, der mit dem Google-G sowie einem vierfarbigen Lade-Balken durchgeführt wird. Ist die Oberfläche und Webseite vollständig geladen, unterscheidet sie sich kaum von einem Chrome Custom Tab. Aber es gibt dennoch einen sehr großen Unterschied.




Chrome ist nicht gleich Chrome
Google hat natürlich keinen eigenen Browser für die App entwickelt, sondern setzt nach wie vor auf die Chrome-Engine. Es basiert auf dem aktuellen Chrome 85, dürfte also stets die neuste auf dem Smartphone installierte Chrome-Version verwenden. Der große Unterschied ist allerdings, dass es sich dabei um eine anonyme Chrome-Sitzung handelt und nicht um die von den Chrome Custom Tabs bereitgestellte Instanz. Das bedeutet, es gibt keinen Zugriff auf die Browserdaten und Cookies.

Der Nutzer ist also auf allen Webseiten ausgeloggt und kann auch keine dauerhaften Cookies speichern. Man könnte es mit einem Inkognito Tab vergleichen, der in diesem Fall eben standardmäßig verwendet wird. Das mag seine Vorteile haben, aber insgesamt verliert der Nutzer dadurch natürlich den Komfort des automatischen Logins, den vorausgefüllten Formularfeldern und einigem mehr. Warum Google nun auf diesen neuen, namenlosen, Browser umschwenkt, bleibt offen.

Wer sich daran stört, kann diesen Browser derzeit noch in den Einstellungen deaktivieren und wie gewohnt auf die Chrome Custom Tabs oder den vollwertigen installierten Browser setzen, aber vermutlich wird diese Einstellungsmöglichkeit nicht auf Dauer angeboten. Es bleibt abzuwarten, wie Google dieses neue Feature ankündigen und begründen wird. Auf den ersten Blick wirkt es für die meisten Einsatzbereiche nicht unbedingt förderlich. Viele Nutzer dürften diese Variante bereits nutzen, aber eine Ankündigung gab es bisher nicht.

[AndroidPolice]




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comment 1 Kommentare zum Thema "Android: Google bringt neuen Browser in die Google-App und verabschiedet sich von den Chrome Custom Tabs"

  • Der Sinn ist unklar?
    Das 2020 von einem Technikblog zu lesen ist … Sagen wir … Überraschend.
    Der integrierte Browser hatte schon etliche Nachteile, nur exemplarisch genannt, daß man keine Bookmarks setzen oder die Seiten später in der History finden konnte.
    Daß Google nun, in Zeiten von allerorts fehlerhaften Cookiebannern, die User anonymisiert werden, ist nur konsequent und für das schnelle Lesen von Fremdlinks sehr nützlich.
    Für alles weitere ist man wie gehabt mit einer Fingerbewegung wieder im regulären Standardbrowser.

Kommentare sind geschlossen.