Stadia: Spieleentwickler befürchten baldige Einstellung der Spieleplattform und wollen mehr Geld von Google

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Google hat Stadia erst vor wenigen Monaten gestartet, doch laut vielen Medienberichten befindet sich die Spieleplattform schon jetzt in der Krise – bevor sie überhaupt für die breite Masse geöffnet wurde. Jetzt haben sich einige Spieleentwickler zu Stadia geäußert und zeigen sich derzeit ebenfalls wenig begeistert von der Plattform – was aber weniger an den technischen Gegebenheiten, sondern viel mehr am lieben Geld liegt.


Eigentlich hat Google im Aufbau von neuen Plattformen sehr viele Erfahrungen. Jede neue Plattform kämpft dem Henne-Ei-Problem, das man bei Android bzw. im Google Play Store, auf YouTube, auf der Chrome-Plattform und weiteren Produkten stets gut im Griff hatte: Ohne eine große Auswahl an Spielen kommen nur wenige Nutzer und bei wenigen Nutzern möchten nur wenige Entwickler neue Titel entwickeln. Das Problem ließe sich mit etwas lösen, das Google im Überfluss hat: Geld.

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Die Auswahl an Spielen ist bei Stadia derzeit noch recht überschaubar: Aktuell gibt es gerade einmal 28 Titel, aber im Laufe des Jahres sollen 120 neue Spiele dazu kommen – aus allen Kategorien und von zahlreichen Entwicklern. Doch die Entwicklung von großen Titeln dauert viele Jahre und Google hat mehrfach betont, sich keine bekannten Marken exklusiv sichern zu wollen, sondern mit Stadia eine völlig neue Spielewelt mit neuen Möglichkeiten und neuen Marken aufzubauen.

Problematisch ist allerdings, dass große Spielestudios nicht unbedingt flexibel sind und die kleinen Entwickler Stadia derzeit noch nicht auf dem Radar haben. Google soll sich in den vergangenen Monaten an zahlreiche Indie-Studios gewandt haben und Stadia schmackhaft machen wollen, hatte dabei aber laut den Aussagen der Entwickler nicht viel zu bieten. Konkret geht es darum, dass die Entwickler sich finanzielle Anreize von Google erhoffen bzw. auf diese angewiesen sind.

Google soll allerdings nur sehr wenig bis gar kein Geld geboten haben, sondern dürfte wohl nur mit der eigenen Größe argumentiert haben. Weil gerade kleinere Studios aber nicht die Ressourcen haben, nebenbei eine weitere Plattform neben PC, Xbox, PlayStation, Nintendo und die zahlreichen neuen Online-Plattformen zu bedienen, verzichten sie vorerst auf Stadia. Es scheint wohl branchenüblich zu sein, dass sich die Plattformbetreiber gerade zu Beginn an den Kosten beteiligen. Dazu scheint Google nicht bereit zu sein.



Aktuell hat Stadia unter anderem aufgrund der halb-geschlossenen Testphase nur wenige Nutzer, sodass der Markt für die Entwickler nicht attraktiv ist. Aber es liegt nicht nur an den fehlenden finanziellen Anreizen, sondern auch an einem Fakt, den sich Google in den letzten Jahren selbst hart erarbeitet hat: Die Unzuverlässigkeit. Viele Entwickler befürchten wohl, dass Google sehr schnell den Stecker bei Stadia ziehen könnte und ihre Investitionen in die Stadia-Titel somit im Sande verlaufen würden.

Google hat immer wieder betont, dass Stadia ein sehr langfristiges Projekt sein wird, für das man einen langen Atem beweisen wird – aber von schönen Versprechen hat man in der Business-Welt bekanntlich nicht viel. Indie-Studios müssten sich in große Kosten stürzen, die bei zu wenig Erfolg sehr schnell existenzbedrohend werden können. Wenn Google das nicht mit Kapital abfedert, ist dieser Standpunkt leicht nachvollziehbar.

Bleibt zu hoffen, dass Google dieses Problem rechtzeitig erkennt und entsprechend reagiert. An finanziellen Mitteln mangelt es dem Unternehmen bekanntlich nicht und durch die riesengroße Rolle von Stadia in sehr vielen Geschäftsbereichen (siehe folgender Link) muss man eben einiges an Kapital zur Verfügung stellen. Natürlich geht es auch ohne Indie-Entwickler und die Nutzer kommen vielleicht von selbst – aber es dauert eben sehr viel länger.

» Stadia ist nur die Spitze des Eisbergs: Ein Überblick über Googles zahlreiche Aktivitäten im großen Spielemarkt


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[Business Insider]


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