Lock me out: Neue Android-App kämpft mit sehr harten Bandagen gegen die exzessive Smartphone-Nutzung

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Das Smartphone ist für viele Menschen nicht nur zum täglichen Begleiter geworden, sondern ist teilweise so tief in den Alltag integriert, dass es nicht mehr wegzudenken ist und zum absoluten Zeitfresser wird. Das kann für viele Betroffene zu einem ernsthaften Problem werden, was selbst Google mittlerweile erkannt hat und mit sechs Apps gegen die exzessive Smartphone-Nutzung angeht. Eine neue App geht nun einen sehr interessanten aber auch rigorosen Weg: Der Nutzer wird einfach ausgesperrt.


Was früher die Computer-Sucht war, ist heute die Smartphone-Sucht. Das Gefährliche an der Smartphone-Abhängigkeit ist es aber, dass es viele Betroffenen und auch das Umfeld meist gar nicht bemerken, weil das mobile Gerät eben zum Alltagsgegenstand geworden ist und sehr schnell weggepackt werden kann. Während sich früher die Menschen in ihrem Zimmer eingeschlossen und vor dem Monitor gehockt haben, ist das heute nicht mehr so leicht zu erkennen. Die Dunkelziffer der Smartphone-süchtigen dürfte enorm hoch sein.

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Google hat kürzlich sechs kuriose Digital Wellbeing-Apps gestartet, die im ersten Moment fast lächerlich sind, aber tatsächlich einen sehr ernsthaften Hintergrund haben und Betroffenen vielleicht auch helfen können. Genauso verhält es sich mit der heute vorgestellten App Lock Me Out. Diese App sperrt den Nutzer tatsächlich vollständig von seinem eigenen Smartphone aus und setzt dabei auf sehr harte Bandagen, die man fast schon als kalter Entzug bezeichnen kann. Klingt übertrieben, aber wer darüber nachdenkt, wird es verstehen können.

Lock Me Out funktioniert grundsätzlich ähnlich wie der Focus Mode von Googles Digital Wellbeing und gibt dem Nutzer auch sehr genaue Auskünfte darüber, wie oft das Smartphone entsperrt wurde, wie häufig Apps genutzt wurden und einiges mehr. In diesem Punkt ist man mit anderen Lösungen vielleicht besser bedient, aber Lock Me Out punktet mit den Konsequenzen. Überschreitet der Nutzer einen selbst festgelegten Grenzwert, kann das Smartphone vollständig gesperrt werden.

Gesperrt werden können einzelne Apps oder das gesamte Smartphone. Wer also zu lange Facebook, Instagram oder YouTube nutzt, kann sich davon selbst für einen gewissen Zeitraum aussperren. Soll das gesamte Smartphone gesperrt werden, ist nur noch der Lockscreen nutzbar, sodass Benachrichtigungen gelesen werden können. Außerdem ist es mit der aktiven Sperre möglich, Anrufe anzunehmen und den Wecker zu nutzen.

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lock me out screenshots

Möchtet ihr eine Sperre umgehen, gibt es einen Notfallknopf, der für einen gewissen Zeitraum wieder den Zugriff erlaubt. Wer das zu häufig nutzt, kann aber auch die ultimative Sperre aktivieren: Für jede Aktivierung muss ein selbst gewählter Betrag an den Entwickler gezahlt werden. Jede Nutzung kostet euch also. Das dürfte sehr effektiv sein – zumindest dann, wenn man tatsächlich die Motivation hat, sich selbst zu zügeln und es nicht ohne Hilfe schafft.

Die App selbst ist kostenlos nutzbar und enthält auch keine Werbung. Für das bereits erwähnte In-App-Payment, wenn man sich denn dafür entscheidet, muss man die Geldbörse öffnen. Außerdem gibt es eine Premium-Version, die mehr als fünf Apps und Regeln beherrscht und alle Grenzen aufhebt. Diese kostet entweder 1,09 Euro pro Monat, 3,19 Euro im Jahr oder 5,39 Euro für immer. Meiner Meinung nach ein guter Preis, weil die App den betroffenen Menschen tatsächlich einen großen Mehrwert bieten kann.

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comment 1 Kommentare zum Thema "Lock me out: Neue Android-App kämpft mit sehr harten Bandagen gegen die exzessive Smartphone-Nutzung"

  • Naja, wer sich auch nur ein bisschen mit Sucht auskennt, der weiss das „Selbstheilung“ so gut wie nie funktioniert. Und diejenigen die’s können, die tun’s ohne Hilfsmittel.
    Beispiel Raucher: Ich kenne niemanden, der mit Nikotin-Pflaster, -Kaugummi oder sonstigen Hilfsmitteln dauerhaft aufgehört hat. Aber ich kenne mehrere, die sich von heute auf morgen entschlossen haben, nie mehr eine Zigarette anzufassen, und das seit Jahren bis heute durchziehen.
    Aber dank Süchtigen, die das noch nicht erkannt haben (oder nicht erkennen wollen), hilft die App natürlich dem Geldbeutel des Entwicklers, was den Geldfluss begünstigt und so indirekt auch für mich gut ist.

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