Fuchsia: Googles neues Betriebssystem hat viele große Partner – Entwicklung jetzt hinter verschlossenen Türen

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Nach einem sehr aufregenden Jahr 2018 ist es in diesem Jahr sehr ruhig um Googles Betriebssystem Fuchsia geworden, um das sich noch immer mehr Gerüchte als handfeste Informationen ranken – vor allem in puncto Einsatzzweck. Man könnte man das Gefühl haben, dass Google es sich doch anders überlegt und das Projekt auf die lange Bank geschoben oder abgesägt hat. Aber das ist nicht der Fall, denn tatsächlich wird im Hintergrund sehr fleißig weiter gebastelt.


In einem so riesigen Konzern wie Google gibt es ständig neue Projekte und Konzepte, die bis zu einem gewissen Punkt verfolgt werden – und dann muss eine Entscheidung getroffen werden. Hat das Projekt Aussichten auf Erfolg, steckt es in der Sackgasse oder war es eine regelrechte Schnapsidee. Von den allermeisten Projekten bekommt die Öffentlichkeit nichts mit – und wenn doch, dann steckt es meist schon in Phase 2. Aber in welcher Phase steckt Fuchsia?

fuchsia logo

Es war August 2016, als wir zum ersten Mal über das neue Internet of Things-Betriebssystem Fuchsia berichtet haben und die ersten Informationen rund um das neue Projekt vermelden konnten. Danach wurde es dann wieder sehr ruhig um das Betriebssystem, denn bis Mai 2017 gab es keine weiteren Informationen. Pünktlich zur Entwicklerkonferenz Google I/O gab es dann erstes Bildmaterial zu Fuchsia, sodass man eigentlich fest davon ausgehen konnte, auf der Google I/O 2017 erste Informationen zu bekommen.

Doch auf der Google I/O 2017 wurde Fuchsia mit keinem Wort erwähnt, genauso wenig wie 2018 und 2019 – jetzt steht 2020 vor der Tür und rein auf Grundlage von offiziellen Informationen sind wir genauso schlau wir vorher. 2020 wird es nun aber wirklich soweit sein! Oder erst 2021? Mittlerweile liegt eine gewisse Enttäuschung in der Luft, wenn es um das Thema Fuchsia geht – und vielleicht ist das Google gar nicht so unrecht. Die Erwartungen haben sich insbesondere im Laufe des Jahres 2018 in den Himmel geschraubt, sodass man erst einmal auf die Bremse treten musste.

Nun ist es sehr ruhig um Fuchsia geworden, denn obwohl mittlerweile einige handfeste Informationen vorliegen, gibt es kaum noch neue Details bzw. die Entwicklung findet nun hinter verschlossenen Türen statt. Dass Fuchsia keineswegs abgeschrieben werden kann, hatte sich erst vor wenigen Wochen wieder bestätigt.



Fuchsia ist nicht tot
Fuchsia wurde für längere Zeit sehr offen entwickelt, denn der Sourcecode und auch die Dokumentation steht seit langer Zeit ganz offen zur Verfügung, was die Grundlage für die zahlreichen Informationen rund um das Betriebssystem gewesen ist. Nun hat sich die Entwicklung aber hinter verschlossene Türen verlagert und könnte sich dort entweder am Beginn oder schon im Endstadium befinden – man weiß es einfach nicht. Möchte man eine Parallele ziehen, kann man sagen, dass der offene Android-Kern fertig ist und nun an den Play Services und Google-Apps gearbeitet wird.

Genauso gut ist es möglich, dass das Projekt gestorben ist und die Entwicklung längst eingestellt wurde – aber die Fakten sprechen dagegen. Google hat nicht nur vor einigen Monaten die Fuchsia-Webseite gestartet, sondern man ist auch aktiv auf der Suche nach neuen Mitarbeitern, die explizit am Projekt Fuchsia arbeiten sollen. Offene Stellen im Fuchsia-Team gibt es immer wieder mal, nicht selten mit einem Business-Schwerpunkt. Das Team wächst also weiter und knüpft Beziehungen zu Partnern aus der Industrie.

Details und umfangreiche Beschreibungen zu Googles Stellenangeboten findet ihr in diesem Artikel. Im Allgemeinen ist immer wieder die Rede von „new devices“, „hardware platform design“, „strategic partnership development“ und weitere Schlagworte, die von einem quicklebendigen Produkt zeigen, statt einem Projekt in der Experimentierphase. Und das Team leistet offenbar gute Arbeit, denn unter anderem folgende große Partner haben sich bereits aktiv an Fuchsia beteiligt:

Bekannte Fuchsia-Partner

  • ARM
  • GlobalEdge Software
  • Huawei
  • Imagination Technologies
  • MediaTek
  • Oppo
  • Qualcomm
  • Samsung
  • Sharp
  • Sony
  • STMicro
  • Unisoc
  • Xiaomi

Wie viel die einzelnen Unternehmen bzw. deren Entwickler beigetragen haben oder welche Bedeutung sie haben könnten, ist nicht bekannt.




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Die Frage ist also nicht, OB Fuchsia auf den Markt kommt, sondern WANN Fuchsia auf den Markt kommt. Nun könnte ich an dieser Stelle wieder auf die Google I/O 2020 spekulieren, aber weil ich damit nun schon 3x falsch gelegen habe, erspare ich mir das diesmal. Es dauert so lange wie es dauert. Nach allem was wir wissen, ist Fuchsia ein riesiges Projekt, das die bestehenden Plattformen zwar nicht ablösen soll, aber es vielleicht eines Tages dennoch tun könnte.

Wie lange solche großen Projekte in der Entwicklung sein könnten, hat sich erst kürzlich an der Spieleplattform Stadia gezeigt. Google hatte mit den ersten Planungen bereits sechs Jahre vor dem offiziellen Start begonnen – und die Plattform ist bekanntlich bis heute längst nicht fertig und lässt noch viele Features vermissen. Wenn wir in dieser Zeitrechnung bleiben, liegt Fuchsia noch sehr gut im Plan. Vielleicht haben „wir“ einfach nur viel zu früh von diesem Produkt erfahren. Nicht vergessen: Google hat bis heute niemals offiziell über Fuchsia gesprochen.

Und so lehne ich mich nun einfach mal ganz weit aus dem Fenster und prognostiziere, dass Google das Betriebssystem Fuchsia im dritten Jahrzehnt dieses Jahrtausends veröffentlichen wird. Wenn nicht, sprechen wir uns im Dezember 2029 wieder.

Siehe auch
» Google Store: Vorbild Apple und Amazon – Google will mehr Kontrolle über den Verkauf der eigenen Hardware


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