Kontrolle verloren: Laut Google-CEO Sundar Pichai wird ‚YouTube niemals vollständig kontrollierbar sein‘

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Mit immer neuen Richtlinien und Werkzeugen versucht YouTube seit Jahren, die Probleme auf der Videoplattform in den Griff zu bekommen und unangemessene Inhalte zu entfernen. Gefühlt gibt es für jeden Schritt nach vorne zwei große Rückschläge, aber Google-CEO sieht seine Videoplattform dennoch auf einem sehr guten Weg. Er ist aber auch realistisch genug um zu sagen, dass man die Probleme niemals zu 100 Prozent in den Griff bekommen wird.


Während YouTube früher nur mit Urheberrechtsverletzungen zu kämpfen hatte, die man dank vieler Filter und dem geteilten Werbesystem größtenteils in den Griff bekommen hat, geht es heute vor allem um die Inhalte, die die Nutzer hochladen. YouTube hat eine lange Liste an nicht erlaubtem Content, zu dem seit kurzer Zeit auch in verschärfter Form Hassreden und Lügen gehören – dazu wurden auch viele Beispiele genannt. Dennoch kann man stets nur reagieren, wird aber niemals alle Nutzer oder Organisationen zufiedenstellen.

Sundar Pichai

In jeder Minute werden bei YouTube 621 Stunden Videomaterial hochgeladen – was sich selbst mit den über 10.000 Content-Reviewern nicht kontrollieren lässt – äußert Google-CEO Sundar Pichai in einem kurzen Interview. Dank vieler Algorithmen und KIs sollen aber dennoch ein Großteil der nicht angemessenen Videos niemals von einem Nutzer gesehen werden – Pichai denkt hier an einer Quote von 99 Prozent. Im gleichen Atemzug stellt er klar, dass man die 100 Prozent niemals erreichen wird, aber das sei auch in Ordnung.

We’ve gotten much better at using a combination of machines and humans. So it’s one of those things, let’s say we’re getting it right 99% of the time, you’ll still be able to find examples. Our goal is to take that to a very, very small percentage well below 1%.

Think about credit card systems, there’s some fraud in that. … Anything when you run at that scale, you have to think about percentages.

Er begründet dies damit, dass YouTube einfach viel zu groß ist, um es vollständig zu kontrollieren. Damit hat er sicherlich recht, aber dennoch wäre es natürlich sehr interessant, bei welcher Quote die Plattform aktuell steht. Gleichzeitig muss er gestehen, dass Google in der Vergangenheit falsche Prioritäten gesetzt hat, was mittlerweile geändert wurde. Deutlich wird das auch dadurch, dass immer wieder neue Richtlinien eingeführt werden, die verschiedenste Kategorien untersagen.

Das Umdenken dürfte wohl damit zusammenhängen, dass immer häufiger Werbepartner kurzzeitig ihre Aufträge von der Plattform abziehen, bis die Probleme behoben sind.

Siehe auch
» Ein Jahr YouTube Music & YouTube Premium: Fünf Tipps rund um die beiden Streaming-Plattformen

» Leistungsschutzrecht in der Google Websuche: Warum zahlt Google für manche Inhalte und für andere nicht?

[CNBC]

Google Maps: So lassen sich Kartenausschnitte zur Offline-Nutzung im Urlaub herunterladen & verwenden

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