Digitaler Müll: YouTube könnte laut Forschern mit einfachsten Mitteln 300.000 Tonnen CO2 einsparen

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Google betreibt rund um die Welt mehr als ein Dutzend riesige Rechenzentren um die Datenmengen aus den vielen Produkten zu speichern, zu verarbeiten und natürlich auch wieder an die Nutzer auszuliefern. Dabei entstehen allein bei YouTube so enorm hohe Datenmengen, dass 40 Prozent des mobilen Traffics von YouTube generiert werden (!) und dementsprechend viel Energie verbraucht wird. Forscher kritisieren nun, dass YouTube mit einfachsten Mitteln sehr viel Energie einsparen könnte.


Es gibt zwar keine offiziellen Zahlen, aber allein das Unternehmen Google soll einen Stromverbrauch wie mehrere Großstädte zusammen haben – und natürlich auch eine entsprechende Stromrechnung. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass Google seit vielen Jahren auf erneuerbare Energien setzt und etliche Windkraftanlagen und Solarparks betreibt oder vollständig für den eigenen Bedarf gebucht hat. Im vergangenen Jahr konnte man vermelden, dass mehr Energie produziert als verbraucht wird, sodass das Unternehmen zumindest auf dem Papier keinen CO²-Fußabdruck mehr hinterlässt.

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Der Betrieb von YouTube bringt Googles Server und Datenleitungen rund um den Globus zum glühen und verursacht einen entsprechend hohen Stromverbrauch. In den zuletzt im Jahr 2016 veröffentlichten Statistiken wurde verraten, dass YouTube jährlich etwa 10 Millionen Tonnen CO² durch den Betrieb der Plattform erzeugt – soviel wie durchschnittlich 1 Million Haushalte zusammen. Drei Jahre später dürfte sich dieser Wert weiter erhöht haben, denn die Nutzung von YouTube nimmt immer weiter zu.

Nun haben Forscher ausgerechnet, dass das Unternehmen etwa 300.000 Tonnen CO² einsparen könnte, wenn es nur dann Videodaten übertragen würde, wenn die Nutzer das Videobild auch tatsächlich sehen. Gerade bei Musikvideos werden die Videos häufig in den Hintergrund gelegt und der Sound gehört – während das eigentliche Videobild zum „digitalen Müll“ wird. Würde die Plattform nur noch den Ton übertragen und das Videosignal stoppen, ließen sich sowohl riesige Datenmengen als auch der Stromverbrauch drastisch reduzieren. Technisch ist das kein großes Problem, denn schließlich kann jede Webseite über den Browser erkennen, ob sie aktiv im Vordergrund oder im Hintergrund angezeigt wird.

Aber nicht nur YouTube könnte etwas tun, sondern auch jeder einzelne Nutzer. Laut den Forschern sollte Datenmüll wie echter Müll behandelt werden und vermieden werden, soweit es geht. Google geht zwar mit gutem Beispiel voran und verhindert unnötige Datenmengen im Chrome-Browser, doch YouTube geht leider genau den umgekehrten Weg: Der Wechsel von Play Music (nur Musik) auf YouTube Music (meist mit Musikvideos) erzeugt genau den Datenmüll, der eigentlich verhindert werden könnte.

Siehe auch
» Bericht: Keine Konkurrenz für Apple Music und Spotify – YouTube Music hat nur 15 Millionen Abonnenten

[The Verge]


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