Umstrittene Finanzierungsmethode: Google verbietet Kryptominer in Chrome-Extensions

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Kryptowährungen erfreuen sich schon seit langer Zeit großer Beliebtheit und werden von vielen Nutzern und frühen Investoren langfristig als wichtigstes Zahlungsmittel gesehen. Doch nach dem Boom-Jahr 2017 kennen die Kurse nur die Richtung Süden. Auch Google stellt sich nun stärker gegen die neuen Währungen und verpasst ihnen einen weiteren Schlag: Ab sofort sind Kryptominer in Chrome-Extensions verboten und auch bestehende Extension werden sehr bald entfernt.


Die bekannteste Kryptowährung ist der Bitcoin, aber es gibt längst Tausende weitere große solcher Währungen und unzählige Altcoins, mit denen einige Menschen in der Vergangenheit in Rekordzeit reich geworden sind – wenn sie denn rechtzeitig verkauft haben. Solche Geschichten haben zu einer wahren Goldgräberstimmung geführt, die natürlich auch viele schwarze Schafe und Betrüger anlocken und nicht unbedingt zum positive Image der Kryptowährungen beitragen.

krypto mining

Seit einiger Zeit erfreuen sich die JavaScript-Krytominer großer Popularität, die einfach nur auf Webseiten eingebunden werden müssen und auf dem Rechner des Nutzers diese Währungen schürfen (meistens Monero). Allerdings funktioniert das eben nur so lange, wie der Nutzer auf der Webseite unterwegs ist. Das „Problem“ ließ sich mit Chrome-Extensions umgehen, über die sich solche Miner ebenfalls verbreitet habe -und tatsächlich war das bisher sogar von Googles Nutzungsbedingungen abgedeckt.

Miner in den Extensions waren bisher erlaubt, wenn der Nutzer angemessen darüber informiert wird. Doch laut Googles eigenen Tests ist das bei über 90 Prozent der Erweiterungen nicht der Fall. Deswegen zieht man nun die Notbremse und verbietet solche Miner vollständig. Ab sofort werden keine Extensions mehr zugelassen, die Miner beinhalten und die Rechenpower des Nutzers ausnutzen. Die bestehenden Extensions haben noch bis Juli Zeit, die Miner zu entfernen bzw. alternative Finanzierungsmethoden zu finden. Ab Juli werden sie ebenfalls ausgelistet.

Wie viele Extensions solche Miner eingesetzt haben, ist nicht bekannt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Dunkelziffer recht hoch ist, da sich Chrome-Extensions auf normalem Wege nur sehr schwer bis gar nicht monetarisieren lassen, aber dennoch meist eine hohe Verbreitung haben.



google chrome extensions krypto miner

Obiges Diagramm verdeutlicht dieses Problem noch einmal: Der Prozessor des Nutzers wird nahezu vollständig beansprucht – und das dauerhaft. Das ist nicht nur problematisch für die Performance, sondern natürlich auch für den Energieverbrauch und die Lebensdauer des Prozessors. Aus diesem Grund kann man längst nicht davon sprechen, dass es sich dabei um eine faire Finanzierungsmethode handelt – auch wenn sie natürlich ihre Vorteile hat.

Es ist nicht der erste Schlag seitens Google gegen die Kryptowährungen: Erst vor kurzem wurde Werbung für Kryptowährungen aus dem Werbenetzwerk verbannt. Tatsächlich scheint Googles Schutz aber nicht ganz so gut zu funktionieren, da es erst vor kurzem einen Fall gab, bei dem ein Kryptominer in YouTube-Werbebannern mitgelaufen ist. Wer sich vollständig von solchen Minern befreien möchte, dem sei auch die Chrome-Extension MinerBlock ans Herz gelegt.

» Ankündigung im Chrome-Blog

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minerBlock
Entwickler: CryptoMineDev
Preis: Kostenlos
  • minerBlock Screenshot

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comment 1 Kommentare zum Thema "Umstrittene Finanzierungsmethode: Google verbietet Kryptominer in Chrome-Extensions"

  • Ein Glück, dass Google hier reagiert.

    Minerblock hat leider überhaupt nicht geholfen. Sondern mein Virenscanner meldete irgendwann mal, dass der Browser Chrome Verbindungen zu Coinhive aufbaut. Nach Durchprobieren aller Erweiterungen blieb dann eine übrig, wo der Programmierer sein Geschäftsmodell stillschweigend wohl nach einer Aktualisierung geändert hat. Ein ziemlicher Vertrauensbruch, aber man ist ja selber schuld.

    Das nervt übrigens an Chrome und Abkömmlingen, dass man keinerlei Einblick in die Aktualisierungen hat. Der „Extensions Update Notifier“ funktioniert ja schon seit 2016 nicht mehr.

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