Recht auf Vergessen: Google erhielt über 600.000 Löschanträge – nur knapp die Hälfte wurde gelöscht (Infografik)

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In den ständig aktualisierten Transparenzberichten gibt Google immer wieder einen Einblick in die zur Löschung beantragten Webseiten aus der Websuche. Erst Anfang des Jahres hatte Google bekannt gegeben, dass 2017 erstmals mehr als 1 Milliarde Löschanträge bearbeitet werden mussten. Jetzt wurde ein neuer Bericht veröffentlicht, der einen Einblick in die Statistiken rund um das vor drei Jahren eingeführte Recht auf Vergessen gibt.


Das Recht auf Vergessen wurde in der Europäischen Union im Mai 2014 eingeführt und ermöglicht es jeder Privatperson, Berichte aus der Vergangenheit über die eigene Person aus den Suchergebnissen zu entfernen. Jetzt, nachdem das Gesetz volle drei Jahre umgesetzt wurde, hat Google Berichte veröffentlicht, die einen sehr detaillierten Einblick in die Anfragen und der Reaktion des Unternehmens geben.

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Insgesamt wurde das Recht auf Vergessen nicht ganz so stark genutzt, wie man es vielleicht anfänglich gedacht hätte: Insgesamt hat Google von 2014 bis 2017 654.876 Anfragen bekommen, die um die Löschung von insgesamt 2.437.271 URLs aus dem Index gebeten haben. Doch Google macht es sich mit dem Gesetz selbst nicht leicht und prüft jede einzelne Anfrage im Detail. Nur etwas mehr als die Hälfte der beantragen URLs wurden tatsächlich aus der Websuche gelöscht.

recht auf vergessen statistik

43,3 Prozent aller beantragten URLs wurden aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht gelöscht. Grund für das Nicht-Löschen kann es sein, dass es andere technische Möglichkeiten zur Entfernung gibt (wie z.B. selbst veröffentlichte Beiträge in Sozialen Netzwerken), es können technische Probleme bei der Löschung auftreten, URLs wurden doppelt eingereicht oder es kann auch ein starkes öffentliches Interesse geben. Für in der Öffentlichkeit stehende Personen ist das Recht dann nämlich doch wieder nicht gedacht.



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Im Transparenzbericht könnt ihr euch die Daten sehr genau aufschlüsseln nach Land und auch Zeitraum aufschlüsseln lassen. Sowohl die Anzahl Anträge ist zu sehen als auch deren Kategorisierung sowie die Gründe für den Antrag. Außerdem sind die Folgen zu sehen, ob Google es gelöscht hat oder nicht, warum es gelöscht wurde oder warum es nicht gelöscht wurde.

» Recht auf Vergessen Transparenzbericht
» Ankündigung im Google-Blog


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