Gefährlicher Video-Trend: YouTube stoppt die „Tide Pod Challenge“ und bestraft alle Teilnehmer

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Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht ein merkwürdiger Hype oder Trend im Internet grassiert, dem plötzlich alle verfallen und der dann in allen sozialen Medien auftaucht. Auch am Anfang des noch jungen Jahres war es wieder soweit: Die „Tide Pod Challenge“ war allerdings nicht mehr lustig oder dämlich sondern schon hochgradig gefährlich. Aus diesem Grund wurde sie nun auch von YouTube & Facebook gestoppt und die Teilnehmer mit Strafen belegt.


Manche Internet-Trends mögen ja ganz witzig oder auch sinnvoll sein, wie etwa die Ice Bucket Challenge, doch viele andere sind einfach nur fragwürdig und laufen nicht selten aus dem Ruder. Hinter den Trends stecken vor allem die Social Media Stars, die kleine Challenges aufgreifen und ihre vielen Fans zur Nachahmung animieren, die dann wiederum zur weiteren Verbreitung beitragen. Aber offenbar wird dabei manches mal Hirn gegen Publicity-Gier getauscht.

tide pods

Seit einigen Tagen geistert die „Tide Pod Challenge“ durch das Internet, an der sich tatsächlich nicht wenige amerikanische Teenager beteiligt und entsprechende Videos hochgeladen haben. In der Challenge geht es einfach nur darum, eine Tide-Kapsel (ein Waschmittelkissen) in den Mund zu nehmen und entweder darauf zu beißen oder zu warten bis es platzt. Anschließend wird das ganze flüssige Waschmittel einfach nur ausgespuckt. Das macht offenbar aus dem Grund Eindruck, weil das Waschmittel zu Marketingzwecken mehrfarbig ist. So soll ein kleiner Regenbogen entstehen.

Der gesunde Menschenverstand sagt uns natürlich, dass man so etwas auf keinen Fall nachmachen sollte, aber bekanntlich wird der ja oftmals mit der Hoffnung auf Klicks und Likes vor so einer Challenge abgegeben. Tatsächlich sollen sich bereits dutzende Teenager wegen dieser Challenge in ärztlicher Behandlung befunden haben und Vergiftungen davon getragen haben. Entweder über die Mundschleimhaut oder weil sie Teile des Waschmittels verschluckt haben.

YouTube und Facebook haben dem ganzen nun einen Riegel vorgeschoben und löschen alle Videos und Beiträge mit dieser Challenge – und das ist auch der einzig richtige Weg. Denn selbst die vielen negativen Schlagzeilen habe nur selten Einfluss und stacheln die Menschen eher noch mehr an, sich besser zu schlagen als alle anderen Teilnehmer.



Statement von YouTube

YouTube’s Community Guidelines prohibit content that’s intended to encourage dangerous activities that have an inherent risk of physical harm. We work to quickly remove flagged videos that violate our policies.

Statement von Facebook

we don’t allow the promotion of self-injury and will remove it when we’re made aware of it.

Gerade YouTube ist offensichtlich ohnehin angeschlagen was die Verbreitung von solchem Material angeht, denn der jüngste Fall von Logan Paul ist noch längst nicht vergessen und sorgt weiterhin für Schlagzeilen. Wohl auch aus diesem Grund hat man erst vor wenigen Tagen Konsequenzen gezogen und die Richtlinien für die Plattform verschärft – und diese müssen nun auch hart umgesetzt werden.

YouTube löscht übrigens nicht nur die Videos, sondern verpasst auch allen Kanälen die ein solches Video gepostet haben einen Strike – also zu Deutsch einen Strafpunkt. Bei drei Punkten wird der Kanal eine zeitlang gesperrt – und das ist auch das einzig richtige Mittel.

Hoffen wir einfach darauf, dass die nächsten Challenges wieder unterhaltsamer sind 🙂

Siehe auch
» YouTube: Noch mehr Personal und Künstliche Intelligenz sollen die Videoplattform sauber halten
» YouTube zieht Konsequenzen: Viele kleine Kanäle werden die Möglichkeit zur Monetarisierung verlieren

[9to5Google]


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comment 1 Kommentare zum Thema "Gefährlicher Video-Trend: YouTube stoppt die „Tide Pod Challenge“ und bestraft alle Teilnehmer"

  • Bei drei Strikes wird der Kanal nicht nur „eine zeitlang“ gesperrt, sondern dauerhaft und meist auch endgültig.

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